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Wie eine kleine norddeutsche Firma die Batteriewelt aufmischt - Marius Strack & Dr. Stefan Permien

Shownotes

Während viele europäische Batterieprojekte ins Straucheln geraten – von Northvolt bis CustomCells – zeigt ein Unternehmen aus Flintbek, wie es trotzdem funktionieren kann: Batteriezellen „Made in Germany“, konkurrenzfähig und innovativ.

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Unsere Gäste Dr. Stefan Permien (CEO) und Marius Strack (COO) von UniverCell erklären, wie sie es schaffen, in einem Markt zu bestehen, der von asiatischen Giganten wie BYD oder CATL dominiert wird. Sie sprechen über ihr Erfolgsrezept:

Innovation statt Subvention – mit Spezialrezeptur für die Elektroden, Trockenbeschichtung und Energiedichten von 355 Wh/kg.

Flexibilität als Schlüssel – von Elektrodenfertigung bis zur Rundzelle, alles aus einer Hand, in agilen, automatisierten Prozessen.

Fokus auf Qualität und Nischenmärkte – von Medizintechnik bis Luftfahrt, statt im gnadenlosen Preiskampf des Automotive-Sektors unterzugehen.

Im Gespräch wird deutlich, warum diese Firma dort Erfolg hat, wo andere Milliardenprojekte gescheitert sind. Wie gelingt es einem Team mit weniger als 100 Mitarbeitern, eine Gigafactory aufzubauen, die schon bald 300.000 Zellen pro Tag produzieren soll?

Im Geladen-Podcast setzen sich Daniel Messling und Patrick von Rosen mit ihren Gästen wissenschaftlich mit den Themen Energiewende, Elektromobilität, Elektroautos und Batterieforschung auseinander. Dieser Podcast wird produziert für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu Geladen, dein Batterie-Podcast zur Energiewende.

00:00:15: Wir sprechen heute über Batteriezellen, die in Deutschland produziert werden von einer deutschen Firma im Gigamaßstab.

00:00:21: Das haben wir mit zwei tolle Gäste eingeladen.

00:00:23: Genau,

00:00:23: wir sprechen heute mit Dr.

00:00:25: Stefan Permien und Marius Strack.

00:00:27: Grüße euch beide!

00:00:29: Moin moin wie man bei uns sagt

00:00:31: Stefan, du bist CEO von Universal und Marius Du bist COO dieses Unternehmens.

00:00:36: Was jetzt mit eins Komma fünf Gigawatt Stunden pro Jahr tatsächlich da aus Norddeutschland immer weiter in der Batteriewelt erscheint ihr seit Produzenten von Batteriezellen.

00:00:46: Ja

00:00:46: Stefan gleich zu Beginn kannst du vielleicht mal ganz kurz zusammenfassen was macht ihr denn genau?

00:00:51: oder in Flintback?

00:00:52: Also wir produzieren Elektroden und Zählen.

00:00:55: Also im Prinzip decken wir die Wertschöpfungskette ab, ab dem aktiven Material den Pulvern.

00:01:00: Die kaufen wir zu.

00:01:02: dann bauen wir die Elektroden und danach die Zellen entweder Pouch-Zellen oder Rundzellen Und dann schicken wir sie an unsere Kunden.

00:01:11: und unsere Kunden bauen sich dann entweder selber schon die Module so zusammen dass sie direkt in die Anwendungen reingehen können Oder wir haben auch manchmal sozusagen nochmal einen zwischen Lieferanten dazwischen, der baut das Modul zusammen und schickt es an den Endkunden.

00:01:27: Jetzt werbt ihr mit dem Slogan Qualität Made in Germany.

00:01:30: Könnt ihr das mal erklären vor dem Hintergrund?

00:01:33: Dass wir diesen Preiskampf natürlich auch in China sehen was Batteriezellen angeht.

00:01:36: Da ist ein unglaublicher Druck auf so die anderen Marktteilnehmer in Europa.

00:01:41: Wir haben das jetzt alle miterlebt mit Norfolk, die das irgendwie nicht halten konnten.

00:01:46: Wie schafft ihr das?

00:01:47: und was heißt Qualität im Zusammenhang?

00:01:49: Ja

00:01:49: also Qualität muss man als erweiterten Begriff in dem Zusammenhang verstehen, weil die Chinesen liefern auch gute Qualität.

00:01:57: Also wir dürfen ja nicht vergessen der Marktplayer überhaupt CATL ist letztendlich eine chinesische Firma.

00:02:04: deshalb kann man nicht behaupten dass da jetzt schlechte Qualität aus China kommt.

00:02:07: es gibt nach wie vor immer noch kleinere Zerhersteller wo die Qualität vielleicht wirklich ein bisschen schlechter ist.

00:02:13: aber man kann nicht alleine die Chnesen durch Preis oder Qualität schlagen sondern Erweitern den Begriff Qualität mal ein bisschen um den Begriff Innovation, würde ich es nennen.

00:02:23: Und Innovation im Produkt und Innovation in Prozess – da können wir die Chinesen dann wirklich noch stagen oder zumindest auf jeden Fall Schritt halten mit denen?

00:02:32: Jetzt will ich aber trotzdem vorher nochmal wissen….

00:02:34: Wir haben leider gesehen das Northwold jetzt nicht erfolgreich war.

00:02:38: Warte hatte Schwierigkeiten auch eure Kollegen von Customs Cells aus Schleswig-Holstein.

00:02:42: Naja, die sind jetzt irgendwie in Schieflage geraten!

00:02:45: Wie verdient ihr denn jetzt Geld mit euren Batteriezellen?

00:02:48: Weil ihr ja gerade sagt, ihr wollt den Automotive-Markt grade nicht bedienen.

00:02:53: Insofern womit verdient Ihr Geld?

00:02:54: Mit welchen Kunden und Nischen?

00:02:57: Wir sind nicht der Zulieferer für den Massenautomobilmarkt, aber für Premiumsegmenten.

00:03:01: da sind wir durchaus sehr interessant!

00:03:04: Und wie verdienen wir Geld?

00:03:06: Ich glaube es ist die Stückzahl... ...wir sind nicht im hundert Millionen Bereich wo wir Hundert Millionen von Zellen produzieren sondern In einer Größe, wo wir schon eine gute Stückzahl liefern in Kampagnen aber dadurch auch eine höhere Marge erzielen können.

00:03:22: Also in anderen Branchen wie zum Beispiel Luftfahrt, Medizin oder auch andere Industrien sind die Kunden gewollt, höhere Preise zu zahlen und gucken nicht auf den allerletzten Cent.

00:03:36: Patrick hat's gerade schon erwähnt, diese ganzen Schieflagen und Probleme die es in den letzten Jahren bei der Batteriezelffertigung gab.

00:03:44: Ist vielleicht das euer Erfolgsrezept auch so ein bisschen dass ihr angefangen habt mit der Elektroden also mit der Kathoden- und Anodenfertigung?

00:03:50: Und eher im Kleinen und dann eure Expertise da ausgebaut habt und dann immer weiter gewachsen seid bis zum Zelfbau?

00:03:58: ist das vielleicht das Erfolksrezept irgendwie dass ihr nicht zu viel zu schnell wolltet?

00:04:02: Wir haben uns damals Als wir die Company gestartet haben, halt Gedanken gemacht.

00:04:07: Wie kann man Vertrauen schaffen?

00:04:09: Vertrauen Richtung Kunden aber vor allen Dingen auch Investoren weil natürlich kann man eine große Geschichte erzählen und versuchen hunderte Millionen oder sogar Milliarden einzusammeln.

00:04:21: Aber dann ist natürlich diese Distanz ich sage mal von dem allerersten Investor bis hin wirklich zum wo es profitabel wird.

00:04:31: Die sind mal schnell zehn Jahre und nicht fünf oder drei Jahre, so wie auch Investoren sich das in der Regel vorstellen.

00:04:38: Und deshalb haben wir gesagt okay, wie kann man eigentlich rein in den Markt ohne sozusagen diese Riesensummen sofort von den Investoren verlangen zu müssen?

00:04:47: Den Investoren auf dem Weg zum Ziel letztendlich ein gutes Gefühl zu geben.

00:04:52: Da ist die Idee geboren, dass sagen wir fangen mit den Elektroden an Das ist halt sozusagen kleinerer Step in der Wertschöpfungskette.

00:05:01: Was kann man vielleicht schneller erreichen?

00:05:03: Und man verbrennt natürlich auch nicht so viel Geld, weil die Materialien sind unglaublich teuer und wenn man Schrott produziert dann bricht einem das im schlimmsten Fall irgendwann das Genick.

00:05:13: Und deshalb haben wir gesagt okay, wir fangen mit der Elektronenfertigung an.

00:05:17: Auch weil sie so flexibel ist, dass es vielleicht auch ein wichtiger Punkt bei der Sache, weil Elektroden kann man für jeden Zelltyp egal ob prismatisch Pouch Grundzelle groß, klein kann man die Elektroden quasi auf der gleichen Linie fertigen und deshalb haben wir da ein bisschen anderes Mindset.

00:05:37: Und wir haben auch zwei Investoren im Background, die uns genau in die Richtung erziehen.

00:05:42: also die sagen immer okay kein Geld ausgeben was man nicht hat.

00:05:47: Die haben immer uns zur Sparsamkeit erzogen und das ja hat uns auf jeden Fall geholfen in den letzten Jahren, auch für uns.

00:05:58: viel Learning dabei natürlich.

00:06:00: Also ihr seid von der Finanzierung her so ein bisschen anders aufgestellt.

00:06:04: Ihr wollt organischer wachsen, das sehe ich so ein bischen?

00:06:07: Kannst du noch mal bitte erklären Stefan die meisten Gigafactories?

00:06:11: wenn man sagt Gigafactorys dann haben die Leute schon irgendwas im Kopf.

00:06:14: Die meisten denken nicht unbedingt an Elektrodenfertigungen also an Anoden und Kattoden die man selber produziert sondern eben daran dass man die Zelle zusammenbaut und eben die Komponenten zukauft.

00:06:25: wie ist denn das bei Northwold beispielsweise gewesen oder bei Powerco anderen Unternehmen, die eine Gigafactory aufbauen wollen.

00:06:32: Haben die zum Teil die Kartonen schon auch selber gemacht?

00:06:35: oder ist das eigentlich normal dass man sowas zukauft?

00:06:38: Die Etablierten haben von Anfang an sozusagen die komplette Geschichte ab Pulver bis zur fertigen Zelle gemacht.

00:06:46: also wenn man jetzt so nach Samsung LG schaut die etabliert sind Firma Northwood hat natürlich sozusagen die Wertschöpfung nochmal nach links und rechts deutlich erweitert.

00:06:58: Die wollten ja die Skatodenmaterial noch selber produzieren, also das was definitiv auch bei den etablierten Hersteller jemand anders macht, eine andere Firma.

00:07:08: Und die wollen natürlich hinten rausgleichen des Thema Recycling noch angehen um halt diesen Close Loop hinzubekommen.

00:07:14: Also sieht man das ist sehr breite Wertschüpfungskettenansatz Bei Powerco kann ich es nicht so genau sagen, die wollen auch Elektroden und Zellen direkt von Anfang an bauen.

00:07:27: Was sich aber sagen kann ist dass viele Hersteller auf dem Weg dahin oder viele Gigafactors auf dem weg dahinten doch irgendwo mal eine Anode-Kathode also Elektrode zu kaufen.

00:07:38: der Grund dahinter den kann man sich so vorstellen.

00:07:40: Es wird niemals sofort alles klappen.

00:07:42: Also Ich Kann Nicht Eine Turnkey Solution Kaufen in Elektrolden und Zellbereich und erwarten, dass das auf Knopfdruck funktioniert.

00:07:51: Und das Resultat in der Regel ist dann natürlich, dass vielleicht die Zellfertigung schon ganz gut funktioniert?

00:07:56: Ich habe überhaupt keine Elektroden gehabt weil meine Elektronenfertigung noch nicht funktioniert!

00:08:01: Dann freuen wir uns natürlich auch wenn diese Kunden dann auf uns zukommen und vielleicht hier eine Elektrode kaufen.

00:08:07: Wir sind jetzt ganz gespannt für was ihr da konkret, welche Anwendungen ihr konkret produziert.

00:08:13: Du hast ja vorhin schon ein paar Branchen angesprochen aber kannst du da noch mal ein bisschen tiefer gehen?

00:08:16: Was für Anwendung sind das genau und was ist denn so der wichtigste Markt derzeit für euch?

00:08:21: Ich glaube die Märkte unterscheiden sich da sehr stark, wenn wir jetzt je nachdem welche Business Unit wir uns angucken ob wir die Elektronenfertigung angucken oder den Zellbau.

00:08:32: Elektronenfertigungen sind dann wirklich Zellhersteller.

00:08:34: also wir liefern anderen Zellehrstellern Elektroden.

00:08:38: Da wissen wir natürlich nicht in welcher Anwendung letztendlich die Elektrode landen.

00:08:42: bei den Zellen ist das dann eher so ein Industriebereich mit Fokus auf ja Energiesysteme oder Spezialanwendungen im Medizinbereich, Logistik.

00:08:52: Jeder zu Hause hat ja einen Akkuschrauber.

00:08:54: Da werden wir nicht das Premiumsegment greifen sondern eher etwas was preislich sehr vorteilhaft ist.

00:09:00: aber wenn ich jetzt den Handwerker der täglich zum Beispiel den Dachdecker Der täglich auf der Baustelle ist und seinen Akkushräuber nimmt da erwarte ich Leistung dann muss er akkuschnell geladen werden darf nicht zu schwer sein Und muss tagtäglich mehrere Ladezyklen ab können.

00:09:17: Und das ist dann ein Segment, wo die Hersteller auf uns zukommen und sagen Mensch können wir uns von der Konkurrenz absetzen.

00:09:23: Was gibt es für eine Zelle, die wir entwickeln können?

00:09:25: Die dann angepasst ist auf deren Anwendung.

00:09:28: Jetzt habe ich ein echtes Déjà-vu hier im geladen Podcast wahrscheinlich wie so viele andere Hörer auch.

00:09:34: Wir haben hier vor einem Dreivierteljahr mit Dirk Abendrood von Custom Cells gesprochen Auch aus Schleswig-Holstein Auch eine Ausgründung vom Fraunhofer Isid.

00:09:43: Auch aus Norddeutschland, auch Spezialzellen im Bereich NMC.

00:09:47: Jetzt hat Custom Cells leichte Probleme und ein bisschen eine Schieflage.

00:09:50: Ich hoffe ihr seid nicht davon betroffen aber könnt ihr da kurz für Klarheit sorgen?

00:09:54: Von außen mag es manchmal so wirken als wäre das irgendwie komplett in eine ähnliche Ausrichtung.

00:10:00: In Wirklichkeit ist es überhaupt nicht so.

00:10:03: Wir sind komplett auf massenproduktion, auf eine flexible Massenproduktion ausgerichtet.

00:10:08: Zuerst halt mit der Geschichte Elektrodenfertigung und ja inzwischen natürlich mit unseren einundzwanzig siebenhundert Rundzellen.

00:10:18: Und auch da sieht man schon sehr unterschiedliche Ausrichtung soweit ich richtig informiert bin.

00:10:23: Er hat Kassum selbst immer von den deutlich größeren hundertzwanzig oder neunzig gesprochen.

00:10:32: und wenn man sich dann klar macht so eine riesen Zelle ich meine das ist ja wie die Sache immer wieder kleine Kohlerdose, null Komma zwei.

00:10:41: Dann ist klar dass das ganz andere Branchen und Anwendungen trifft.

00:10:44: also ein Akkuschrauber mit fünf von diesen riesigen zähn Ich glaube es ist unvorstellbar der wäre so schwer den würde ich ja auf keinen Dachstuhl hoch tragen können.

00:10:53: Oder ein e-Bike braucht entsprechend Das Potenzial in der Batterie, das heißt da würde es auch niemals zu solchen großen Zellen kommen.

00:11:02: Der Akku wäre viel zu groß, viel zu klobig und zu schwer.

00:11:05: Ich könnte zwar ewig weit mit meinem E-Bike vermutlich fahren aber das wäre gar nicht nötig.

00:11:11: Und dann sieht man schon was Branchen und Strategien angeht deutliche Unterschiede.

00:11:18: Springt wir kurz noch mal zurück in die Branchen selbst.

00:11:22: Jetzt habt ihr diese Bohrmaschine oder Heimwerker-Bereich schon angesprochen, da kommt mir die V for Drive ehemals Warta heute V for Smart in den Kopf.

00:11:31: das waren so eine Leistungszelle.

00:11:33: was ist denn jetzt im medizinischen und militärischen Bereich.

00:11:35: welche konkreten Anwendungen stehen dahinter?

00:11:38: nur damit wir uns das vorstellen können?

00:11:40: Im militärischem Bereich da dürfen wir natürlich nicht übersprechen welche Anwendung das sind.

00:11:44: Medizinischem bereich das ist dann teilweise einfach Anwendungen wie zum Beispiel elektrische Geräte, die gereinigt werden müssen.

00:11:53: Die werden dann desinfiziert und da wird mit hundert Grad heißem Wasser das Equipment gereinigen.

00:11:58: Eine normale Zelle steigt bei sechzig Grad aus.

00:12:02: Da muss in der Temperaturbereich angepasst werden.

00:12:04: Es sind dann Anwendung wie eine Knochensegel, teilweise auch Herzschrittmacher, die akkubetrieben sind wo sehr hohe Qualitätsansprüche gelten, wo wir dann Batterien hinliefern.

00:12:15: Und wer sind so eure größten Konkurrenten in dem Feld, Marius?

00:12:19: Also sitzen die ja auch in Asien.

00:12:21: Es sind dann sozusagen eher so die zweite dritte Reihe irgendwie hinter den ganz großen Automotive-Belieferern.

00:12:28: oder wie muss man sich die vorstellen?

00:12:30: Ja genau das sind eher asiatische Firmen, die wir als Konkurrenz sehen.

00:12:35: Firma Mulizell aus Taiwan ist jemand der auch ein Zwei-Siebenhunderter-Zellen anbietet, die sehr gute Performance liefern.

00:12:44: Bei Standardzellen sind es auch die Massenhersteller.

00:12:47: Was uns ausmacht ist eher, dass wir das Modell haben und eine Entwicklung haben.

00:12:51: Wir können's im Pilotmaßstab produzieren und dann hin in die Serie.

00:12:55: Und das alles aus einer Hand ohne dabei den Hersteller zu wechseln.

00:13:00: Das ist ein Riesenvorteil, den man teilweise auch in Europa sehr hoch schätzt, dass ich nicht mit einer Entwicklung, wofür ich bezahle, nach Asien gehen muss oder wo ich Angst habe, wie wird da mit meiner IP umgegangen?

00:13:13: Ja super interessant zu hören, dass ihr da den engen Kontakt zu den Kunden hier vor Ort in Europa sucht.

00:13:18: Jetzt hol uns trotzdem nochmal ab!

00:13:19: Ihr habt noch nicht mal hundert Mitarbeiter seid sehr schlank aufgestellt bietet aber individual Lösungen an Zellen an und macht gleichzeitig eine Gigafactory für Elektroden für Zellen.

00:13:31: Und wollt das innovativ vorantreiben?

00:13:33: Ich kann es mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, wie so ein breites Portfolio an Dienstleistung und an Produkten eben nicht nur die Rundzellen sondern auch die Pouchzellen.

00:13:41: Wie ist denn das möglich mit so wenig Leuten?

00:13:44: Ja, das ist eine sehr gute Frage.

00:13:46: natürlich wenn ich eine Rezeptur Anpassungen habe.

00:13:48: Egal ob ich jetzt meine Zelle im Massenautomobilmarkt baue oder in einer anderen Anwendung hab' ich wie so einen Kuchenrezept was sich dann schmeißig meine Zutaten in so ne große Kitchen-Aid.

00:14:00: Dort ruhe ich meine Paste an und da ist letztendlich die Performance schon gegeben.

00:14:04: Welche Zutaten ich da zusammen rühre?

00:14:07: Und ob ich dann jetzt eine angepasste Entwicklung habe, mittlerweile haben wir einen riesen Kundenstamm wo wir direkt sagen können der Kunde geht in die Richtung hätte gern in die Art eine Zelle und wissen ganz genau okay Da müssen wir nur in ein ja Portfolio an verschiedenen Rezepturen gucken und dann das richtige dafür den Kunden auswählen.

00:14:27: Wir versuchen natürlich gesund zu wachsen, das ist immer bei uns der Tagessatz.

00:14:32: Wir versuchen viel zu automatisieren.

00:14:34: wir sind so aufgestellt dass wir ja auch Rüstzeiten verkürzen.

00:14:39: Wir haben Anlagen und Maschinen ausgelegt, dass sie nicht monatelang durchlaufen sondern eher dass wir schnell Produktwechsel fahren können und das macht es dann deutlich effizienter auch viele verschiedene Sachen anzubieten.

00:14:50: Ja, wir haben in diesem Podcast auch schon über agile Zellfertigung gesprochen mit den KIT-Kollegen.

00:14:56: Ist das bei euch auch so aufgebaut?

00:14:58: Es hört sich gerade ein bisschen an was unterscheidet eure Produktionsanlage von irgendeiner großen von CRTL irgendwo nicht China?

00:15:05: Also wir sind sehr flexibel was Elektrodenfertigung angeht.

00:15:08: Dort können wir verschiedene Rezepturen fahren, wir können schnell Produktwechsel vollziehen.

00:15:12: dass wir schnell die Anlagen gereinigt bekommen das ist auch ein sehr sehr großes Thema.

00:15:16: wenn ich darauf nicht ausgelegt bin dann kann ich das auch nicht mal eben schnell umsetzen.

00:15:21: heißt in der elektroden Fertigung sind wir sehr breit aufgestellt was viele Produktwechsel angeht.

00:15:27: im Zellbau versuchen wir weniger Flexibilität anzubieten mit dem.

00:15:31: Wir können da unterschiedliche Elektroden reinbauen, dadurch habe ich andere unterschiedliche Performance in meiner Zelle.

00:15:39: Aber wir gehen nicht dahin und verändern das Gehäuse sondern das Geheuse ist für jeden Kunden gleich ähnlich mit unserer Pouchzelle.

00:15:46: dort verändern wie die Elektrode aber nicht die Dimension der Pouchzelle.

00:15:50: Stefan kannst du ganz kurz vorstellen welche Zellen ihr in welchen Kapazitäten denn pro Jahr herstellt?

00:15:55: Das wäre vielleicht nochmal ganz gut für unsere Hörer sich das mal vorzustellen.

00:15:58: also Wie weit seid ihr jetzt schon gewachsen und wie teilt sich das auf zwischen diesen Pouch-Zellen und den Rundzellen?

00:16:06: Also

00:16:06: die Pouch Zellen, ich sage immer, das ist unser Spielplatz.

00:16:10: Mit der Pouch zelllinie kann man theoretisch eine Million Zellen pro Jahr herstellen.

00:16:16: also es heißt irgendwo was zwischen Produktionen und Pilot wenn man's international wirklich mit Playern auch vergleicht.

00:16:23: Und was wir aber hauptsächlich auf der Anlage machen, ist wirklich unsere Rezepturen testen und unsere Entwicklung voranzutreiben.

00:16:31: Aber auch viele Kunden-Benchmarks machen wir auf der Linie.

00:16:34: Das heißt also, Kunden können mit neuen Materialien zu uns kommen.

00:16:37: Es kommen ganz viele Startups zu uns die Improved of Concept haben wollen, die im Prinzip rauswollen aus den Coins oder ganz kleinen Pouchzellen, die sie im Labor selber herstellen können und sagen hey, wir wollen das jetzt mal in einer großen Pouchzelle vierzig, fünfzig, sechszig, siebzig Ampere Stunden sehen und gucken.

00:16:55: funktioniert das Konzept wirklich.

00:16:58: Wie verhält sich das?

00:16:59: Ich meine wir alle kennen es aus dem Labor.

00:17:01: man kann ein bisschen schummeln indem man ganz viel Elektrolyt reinkippt in die Zelle.

00:17:05: da sind so Dinge die wir auch über diese Pouchlinie abdecken.

00:17:10: Und die Rundzellen da sind wieder viel mehr auf den Spuren der Massenproduktion.

00:17:15: aktuell können wir Vierhundert Stück pro Tag herstellen.

00:17:18: Das ist für uns immer noch Pilotlinie.

00:17:22: Das ist so das, was wir heute schon können.

00:17:25: Aktuell bauen wir aber die Linie auf um sechzig tausend pro Tag herzustellen und das finale Ziel ist dann dreihundert Tausend Zeilen pro Tag hier zu stellen.

00:17:37: Wow okay!

00:17:38: Das sind beachtliche Zahlen.

00:17:40: Dann nimm uns da mal mit.

00:17:41: Was ist denn so euer Plan?

00:17:42: Also bis wann soll das realisiert sein und was wollt ihr dann vielleicht auch für neue Märkte noch damit erschließen?

00:17:47: Also

00:17:48: die sechzigtausend Zellen pro Tag, das ist ein Ziel für nächstes Jahr.

00:17:52: Wir bauen gerade auf, dass es ongoing wie man so schön sagt und diese Linie wird dann Stück für Stück ausgebaut bis zu siebenundzwanzig achtundzwantig von der Timeline her auf diese dreihunderttausenden Zellen.

00:18:04: Und diese Rundzellen?

00:18:06: Welche Zellchemie steckt denn da jetzt drin?

00:18:08: Jetzt vermute ich mal, das geht Richtung NMC aber korrigier mich.

00:18:13: Heinnickel, ist das da verbaut?

00:18:15: Ja, also Hein-Nickel ist ganz klar verbaut.

00:18:18: Es gibt sozusagen drei Zelltypen von Universal in der einundzwanzig siebenhundert.

00:18:23: Das eine ist ein High Energy Zelle.

00:18:25: die basiert in der Tat auf Hein-nickel NMC.

00:18:29: Dann gibt es eine High Power Zelle.

00:18:31: das ist von der Chemie quasi gleich.

00:18:33: da gibt's kleinere Anpassung und dann gibts noch eine Heavy Duty Zelle Die basiert auf LFP.

00:18:38: Wenn ihr das flexibel sozusagen immer testet auch im Bereich Ausschüsse wie zum Beispiel bei Northwood kein Problem?

00:18:47: Kein Problem, würde ich nicht sagen.

00:18:48: Natürlich wenn wir viele Produktwechsel gerade im kleineren Testphasen und Kampagnen fahren sind die Ausschüsse höher.

00:18:55: das ist ganz klar.

00:18:56: aber je mehr Erfahrung man hat, je mehr man produziert desto niedriger werden die Ausschlüsse.

00:19:02: Wir lernen dazu, wir werden besser.

00:19:05: Ich glaube es ist auch so ein bisschen Learning by Doing.

00:19:07: Man kann nicht von Anfang an Weltmeister werden, man muss sich da hinarbeiten mit vielen unterschiedlichen Rezepturen, Testen machen und tun.

00:19:16: Und diese Erfahrung hilft dann am Ende auch die Ausschüsse niedriger zu

00:19:20: halten.".

00:19:20: Stefan, du hast vorhin gesagt, dass ihr euch Innovation so auf die Fahne geschrieben habt eigentlich von Anfang an.

00:19:25: Welche Innovationen finden sich denn in euren Zellen oder auch grundsätzlich bei den Kathodenmaterialien?

00:19:30: Kannst du da ein bisschen näher drauf eingehen bitte?

00:19:32: Wir haben natürlich Innovation in der Chemie selber.

00:19:35: Da kommt ja auch sehr viel Erfahrung rein.

00:19:37: Da setzen wir wie schon gesagt auf High Nickel NMC um eine hohe Energiedichte hinzubekommen, dazu haben wir Silizium wie auch viele andere auf der Annotenseite bei uns mit dem Grafit gemischt.

00:19:54: Da sind wir ich sage mal auf Höhe der Technik würde ich sagen Ich möchte nicht sagen dass wir jetzt irgendwie da deutlich besser sind sondern das was letztendlich unseren ausmacht sind auch Innovationen in den einundzwanzig sieben Hundert selber.

00:20:07: Wir haben patentiertes Aluminium Gehäuse was wir nutzen Da die sind unsere Zellen per se leichter, ohne dass wir jetzt eine besonders innovative Chemie reinbauen müssen.

00:20:17: Wir haben Tabless Design.

00:20:18: das ist etwas wo der Markt sich auch gerade hin bewegt aber da sind wir auch schon viele Jahre am entwickeln.

00:20:26: Das heißt dadurch können wir den Innenwiderstand der Zelle deutlich verringern.

00:20:30: ich habe weniger Erwärmung der Zälle beim Laden und Entladen.

00:20:34: Und dann gibt es ein Prozessthema was sozusagen im besten Fall der Kunde nicht merkt weil das die Beschichtung angeht.

00:20:43: Also wir setzen aktuell schon auf Trockenbeschichtung, da sind wir im Pilotmarsch da,

00:20:49: d.h.,

00:20:49: wir verzichten auf die Lösemittel in der Anoden- und Kathodenfertigung und das bringt uns eine deutliche Ersparnis in operativen Kosten.

00:20:59: Es ist nicht daran, dass die Maschinen kleiner sind.

00:21:02: Ich kann sie mit weniger Personal fahren.

00:21:04: Ich habe weniger Trockenraumumgebung aber ich hab auch weniger Investitionen.

00:21:09: Ich hab weniger Platzbedarf und viel weniger Energiekosten weil man sich das ja in einer Standardprodukt muss man sich so vorstellen... ...ich hab eine Elektrodenpaste wie Marius sagte, die wird in der KitchenAid angemischt.

00:21:22: Ich haben dreißigvierzig Prozent Flüssigkeit da drin in Form von Wasser oder einem Lösemittel Und anschließend bringe ich diese Paste dann auf die Substratfolie und dann habe ich riesige Trockenstrecken, dreißig, vierzig, fünfzig Meter wo ich alles wieder raustrockne.

00:21:40: Unser Heizer hier in Flindbeck könnte man wahrscheinlich auch das Dorf mit Fernwärme versorgen.

00:21:45: also auf dem Niveau befindet sich das Ganze und da sehen wir halt eine Rieseninnovationskraft in der Trockenbeschichtung um Kosten einzusparen.

00:21:54: Ja, Marius.

00:21:55: Ihr habt schon im Vorgespräch erzählt mit der Trockenbeschichtung, dass ihr da einen ganz eigenen Weg geht?

00:22:00: Gerade was die Maschinen angeht.

00:22:02: Erklär das doch mal bitte!

00:22:03: Ja also Thema Trockengeschichtung... Da haben wir so einen ganz eignen Ansatz.

00:22:08: Wir haben sehr viele Ideen und Innovationen, die wir in das Thema Trockengeschichtung mit einarbeiten wollen.

00:22:13: Und dann haben wir damals gesagt, okay, ein Maschinbauer hat ja das Ziel möglichst viele Maschine zu verkaufen.

00:22:18: Wenn wir jetzt an eine Entwicklung starten haben wir Angst, dass diese Innovation dann weitergetragen werden.

00:22:23: Wir haben gesagt okay, dann lass uns das doch selber entwickeln und haben angefangen eine eigene Konstruktion für die Maschine zu machen.

00:22:30: Dann nur Teile fertigen lassen und haben die ganze Maschine in Haus zusammengebaut, haben die Software dafür selber gemacht.

00:22:37: Programmierungen selbst.

00:22:40: Ja und heutzutage haben wir eine sehr, sehr gut laufende trockene Beschichtungsanlage im Pilotmarschstab.

00:22:45: Wo wir stetig weiterentwickeln und auch sehr viele Ideen haben schon für die nächsten Schritte in Richtung Serienanlage.

00:22:52: Und das Ganze ist so ein bisschen entstanden glaube ich durch die Anfänge.

00:22:55: Wir sind ja zum Jahr zwei tausend neunzehn haben wir gegründet und zwanzig-zwanzig kam die erste Anlage zu uns.

00:23:01: Das war hoch Corona-Zeit.

00:23:04: Also wir hatten eine japanische Beschichtungsanlage gekauft und Japanische Pläne vorliegen, aber keine Kollegen die das irgendwie aufbauen konnten weil in Japan kein Mitarbeiter rausfliegen durfte.

00:23:19: und dann haben wir gesagt okay ja wir haben Kunden.

00:23:23: der will im Dezember ne Beschichtung haben bis jetzt September.

00:23:26: wir haben drei Monate Wir geben Gas und haben dann mit Google Translator die Anlage selbst aufgebaut.

00:23:32: Und ich glaube daraus ist das so gewachsen, dass wir den Mut hatten, ja Anlagen auch selber zu entwickeln, selber aufzubauen, die kompletten Pouch-Zellanlagen, die wir haben.

00:23:42: da haben wir die ganze Software selber geschrieben.

00:23:44: Warum haben wir sie selber geschrieben?

00:23:46: Weil Rezepturwechsel haben und jeder Rezepturtwechsel bedeutet, dass ich vielleicht in der Elektrodenstärke leicht unterschiedlich dick bin.

00:23:54: Und man muss immer wieder Anpassung getroffen werden an den Roboterarm, an den Greifern.

00:23:58: Um das dann hinterher alles selber innenhaus zu machen, haben wir die ganze Software selbst gemacht.

00:24:04: Ich würde sagen unser zweites Steckenpferd ist Maschinenbau, obwohl das der Chemikerchen Stefan nicht gerne hören will aber es ist glaube ich ein Hand-in-Hand.

00:24:12: also die Chemie muss stimmen, die Prozesse muss dahinter stimmen Und da treiben wir die Innovation natürlich in Haus sehr weit voran.

00:24:19: Also ich bin sehr, sehr beeindruckt.

00:24:21: jetzt schon online liest man zum Beispiel bei euch auch dass es zum Teil Richtung Natrium-Eisen-Phosphat gehen könnte.

00:24:28: Da habt ihr ein Projekt was ihr begleitet.

00:24:31: Ich hänge irgendwie immer noch dabei, dass ihr all diese verschiedenen Dinge macht.

00:24:34: Trockenbeschichtung allgemein ist ein Riesen-Thema hier im Podcast gewesen das es nicht so einfach umzusetzen wie man sich das vielleicht vorstellt und ihr macht das unter Hundert Mitarbeiter.

00:24:44: Das ist schon wirklich herausragend Und ich vermute mal dass ihr in Deutschland auf jeden Fall da mit Platz eins in der Batteriezell Fertigung irgendwie anvisiert.

00:24:53: also Wie schafft ihr das alles unter einen Notzug kriegen?

00:24:56: Es ist schon sehr beeindruckend.

00:24:58: ehrlich gesagt

00:24:58: Wir haben sehr, sehr viele Bälle im Spiel sagen wir immer.

00:25:02: Natürlich sind es aber auch unsere Mitarbeiter.

00:25:04: Wir haben vielleicht weniger Mitarbeiter als andere Firmen, aber dafür sehr gut qualifizierte Mitarbeiter die viel Erfahrung reinbringen, die auch mal links und rechts gucken.

00:25:13: Weil nicht alles was im Batteriebereich als Innovation verkauft wird ist eine Innovation weil's die vielleicht in anderen Bereichen schonmal gab.

00:25:22: Wir habe viele im Elektroden Bereich die aus der Druckerei kommen also im Druckgebiet gearbeitet haben.

00:25:30: Ob ich jetzt eine Zeitung bedrucke, es ist auch ein Auftragen von einer Paste in dem Fall Farbe auf Papier.

00:25:35: Wir bringen eine Paste auf Kupfer oder Aluminiumfolie auf und da sind wir in riesen Fällen mal links und rechts zu gucken was nebenan der Batterieindustrie noch unterwegs ist oder was es dort für technische Lösungen gibt und die versuchen wir dann bei uns in die Prozesse mit einzubauen.

00:25:53: Jetzt sind wir natürlich super gespannt, noch mal weiter in die Zellen rein zu gucken.

00:25:56: Ihr werbt nämlich auf eurer Webseite mit dem Begriff branchenführende gravimetrische Energiedichte bei euren zylindrischen Zellen.

00:26:04: Marius, könnt ihr da woher reden?

00:26:05: Wie hoch ist die Energiedicht?

00:26:07: Aktuell liegen wir dabei dreihundertfünfzig Wattstunden pro Kilo Gramm und das ist ein deutlicher Vorsprung vor dem was man in der Einzwanzi-Siebenhunderte so findet.

00:26:18: Da ist so die dreihundert Wattstunden pro Kilogramm, das ist die magische Grenze.

00:26:22: Es kommt aber auch durch unsere Gehäuse da sind wir ja schon per se leichter.

00:26:26: also es ist dann ein Zusammenspiel aus Chemie und Zusammenbau der Zelle, die dann dieses Ergebnis herholt.

00:26:33: Jetzt musst du noch mal darauf eingehen Ist das jetzt auf Zellebene diese Angabe oder schon irgendwie auf Modul- oder Pack-Ebene gemeint?

00:26:38: Also

00:26:39: wir vergleichen uns immer auf Zell-Ebene, also Pack-ebene.

00:26:42: Das ist ja dann immer individuell von dem Kunden wo wir die Zelle hinliefern.

00:26:45: Wir vergleicherns immer auf zellebene Weil das für uns die Benchmark-Zahl ist, letztendlich.

00:26:51: Drei Hundert Achtzig Wattstunden pro Kilogramm liebes Publikum in der Vorbereitung haben wir dazu online tatsächlich gar nichts gefunden.

00:26:58: Marius ihr habt leider noch nicht mal eine Wikipedia Seite und leider auf Batemo konnte man jetzt auch nicht lesen dass das validiert ist.

00:27:04: gibt's das irgendwie von dritter Seite schon eine Validierung?

00:27:08: Dass diese Energiedichte sozusagen festgestellt wurde?

00:27:10: oder seid ihr noch dabei?

00:27:12: oder wie ist es?

00:27:13: Unsere Kunden haben sich davon selber schon mal überzeugt von die Erwarten, die Zellen jetzt gerade auch, die sie dafür gebaut worden sind.

00:27:21: Also es sind dreihundertfünfzig Wattstunden pro Kilo Gramm.

00:27:27: Dreihundertachtzig kaum wir bestimmt auch noch hin!

00:27:29: Wir haben dann noch einige Innovationen, die wir da nicht mit reingebaut haben aber das ist gerade unser erster Schuss.

00:27:34: Bei Timo werden wir natürlich auch Zellen hindiefern.

00:27:37: Aber die Kunden haben bei uns im Vorrang bevor wir da zählen noch hindiefern.

00:27:43: Stefan, nenn uns bitte noch mal ein paar andere Eigenschaften.

00:27:45: Also Zyklenzahl, C-Raten, vielleicht auch die volumetrische Energiedichte, so was wird uns natürlich besonders interessieren?

00:27:51: Die

00:27:53: Zyklenzahl liegt bei uns über tausend Zyklen.

00:27:58: Rund zählen in den Einzelnen ca.

00:27:59: an meistens zu einer Herstellerangabe um die fünfhundert.

00:28:03: Wir sind da schon besser als der Wettbewerb.

00:28:07: Von vielen Kunden kriegen wir dann witzigerweise so Aussagen, dass wir auf keinen Fall noch mehr Zyklen reinbauen sollen.

00:28:14: Sonst kommt der Kunde ja auch nicht wieder und kauft kein neues Produkt.

00:28:19: Nein also Spaß beiseite das ist völlig ausreichend für das was da in unserer Branche gefordert wird.

00:28:27: Wir können unsere High Energy Zelle sehr schnell laden.

00:28:31: Wir sprechen hier von C-Raten bis zu vier C also sprich in fünfzehn Minuten Kann ich die einmal vollladen.

00:28:37: Wenn es ums Thema entladen geht, dann geht das bis sechs C ist möglich.

00:28:43: Das heißt also in zehn Minuten kann ich die komplette Energie einmal aus der Zelle rausziehen.

00:28:49: und da ist auch wiederum hängt natürlich mit diesem Tabless Design zusammen.

00:28:54: Marius, kannst du noch mal zusammenfassen wo jetzt diese neue zylindrische Zelle mit dieser branchenführenden gravimetrischen Energietichte konkret zur Anwendung kommt.

00:29:03: Vielleicht nennst du nochmal Anwendungen vielleicht sogar Marken?

00:29:05: Ja klar also Power Tools hatte ich ja schon gesagt mit Akkuborern und Co.

00:29:11: das geht ja weit mehr als akkuborer.

00:29:14: heutzutage ist jedes Gartengerät fast elektrisch betrieben.

00:29:17: da finden wir viel Anklang bei unseren Kunden.

00:29:20: Dann auch e-Bikes.

00:29:22: Wir haben E-Bikehersteller, die direkt auf uns zukommen... ...die diesen Nachhaltigkeitsgedanken noch stärker in den Vordergrund rücken.

00:29:29: Dass sie sagen okay mein e-bike ist etwas was ja gut... grundsätzlich sehr grün ist.

00:29:35: und der Mensch will sich bewegen, der will was Gutes für die Umwelt tun und nicht immer auf das Auto zurückgreifen.

00:29:40: Und dann soll auch meine Batterie nicht aus China kommen sondern aus Europa.

00:29:44: Das ist dann auch nochmal ein Anwendungsbereich wo wir Zellen hendiefern gerade diese E-Cycle.

00:29:51: Wobei ich dazu sagen muss da sind wahrscheinlich mehr als tausend Zyklen gefordert beim e-Bike oder?

00:29:55: Ja diese Tausend Cycline rechnen uns immer mit Vollzyklen also Vollcycline sind von Null bis Hundert Prozent.

00:30:03: Was man ja sehr, sehr gerne macht ist dass man die Kapazität von einem Akku leicht kappt.

00:30:07: Also das man sagt okay ich gebe nur achtzig Prozent der Kapazitäten zur Verfügung und dann erweitert sich die Lebensdauer.

00:30:14: Wir sind ein großer Fan von vollzügeln uns da zu messen mit den Werten wo es die Zelle auch am meisten stresst.

00:30:20: deswegen geben wir das immer

00:30:21: an.

00:30:22: Stefan, du hast jetzt vorhin schon eure Expansionspläne erwähnt und ja wie ihr weiter wachsen wollt.

00:30:27: Dann interessiert uns natürlich welche zukünftigen Märkte seht ihr denn damit dem größten Potenzial?

00:30:33: Also wo wollte ich euch da hin entwickeln?

00:30:35: weil das sind jetzt schon eher so Nischen die ihr jetzt vorgestellt habt.

00:30:38: aber man könnte sich auch vorstellen dass ihr vielleicht so als Plan in der Zukunft dann mal habt doch mal den Automotive-Massenmarkt zu bedienen.

00:30:45: Ja, ich glaube davor gibt es noch einen sehr großen Markt.

00:30:48: Also unsere Analysen sagen dass wir von einem Markt sprechen der ungefähr ein Blumen von sechsunddreißig Milliarden hat.

00:30:54: weltweit können wir sicherlich nicht alles adressieren.

00:30:58: Wir sind ja hauptsächlich auch in Europa und Nordamerika unterwegs.

00:31:02: also der Markt ist einfach wirklich sehr, sehr groß und ja auch sehr etabliert.

00:31:07: Das darf man ja auch nicht vergessen.

00:31:09: wir sprechen von Anwendungen die heute schon existieren werden.

00:31:12: Die Power Tools kennt jeder außer Werkstatt die ganzen elektrischen Gartengeräte.

00:31:17: also ich meine wie schön ist dass das bei einer Haken-Schere nie wieder das Kabel durchschneiden kann.

00:31:23: Also da sind Dinge die die existieren ja schon die aber auch immer weiter wachsen diese Märkte.

00:31:29: Und wenn wir jetzt ein bisschen in die Zukunft versuchen zu schauen dann sehen wir natürlich einen riesen Potenzial zum Beispiel im Bereich Luft- und Raumfahrt.

00:31:38: Dort ist die hohe Energiedichte natürlich total key, dann natürlich die hohen C-Raten, die wir angesprochen haben genauso wichtig.

00:31:47: also gerade bei allem was irgendwie vertikal abheben soll und vor allen Dingen am Ende noch sicher landen soll.

00:31:53: dort brauchen wir auch bei sehr geringen Ladezuständen immer noch viel Power, die aus den Zähnen rausziehen können.

00:32:02: Also das ist wirklich ein Markt, wo keine Standardzellen vermutlich Einsatz finden.

00:32:07: Sondern wo man spezielle sehr gute und energiedichte Zellen braucht.

00:32:13: Das Thema Medizintechnik hatten wir schon.

00:32:15: Hier sprengen wir von kleinen Stückzeilen aber hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen der Kunden lange Lebenszyklen Und auch hier ist Flexibilität gefragt.

00:32:26: also hier sind die Kunden, die bereit sind dann hohe Summen für kleine Stückzahlen zu zahlen und auch zu sagen, hey wir wollen hier wirklich eine spezielle Entwicklung.

00:32:35: Weil das unsere Applikation unserer Anwendung wirklich nach vorne bringt.

00:32:40: Ja denn der Riesenbereich Robotik auch hier ganz klar leistungsfähige kompakte Zellen.

00:32:48: die braucht man in der Robotik weil hier was immer das beinhaltet an Robotik ob es fährt oder läuft oder springt oder was auch immer Hier ist immer Reichweite mit Energietichte irgendwie zu verknüpfen.

00:33:04: Und ja, das sind so die Märkte, die wir unmittelbar sehen, die jetzt in den nächsten Jahren wirklich nach oben schießen werden.

00:33:11: Dazu gibt es natürlich noch viele weitere stationäre Speicher, Rechenzentren, Telekommunikationsanwendung.

00:33:22: und gerade bei den zwei Letzt genannten merken wir auch eine Tendenz, dass man sagt okay, das ist vielleicht ein Bereich Da sind sensible Daten und wir wollen dann auch die Zellen irgendwie lokal hergestellt haben.

00:33:36: Und eben nicht aus China.

00:33:38: Ja, genau dazu wollte ich noch mal fragen.

00:33:39: Also grundsätzlich ist das sehr gut dargestellt dieser ganze Batteriemarkt.

00:33:43: Zellmarkt ist riesig und wächst weiter exponentiell.

00:33:46: gleichzeitig haben wir aber auch geringste Preise nur noch, die wir in China sehen.

00:33:50: es kann also eigentlich primär nur um Nischen gehen zum Beispiel militärischer Bereich wo man eigentlich aus strategischen Gründen die Zellhersteller hier in Deutschland sitzen haben möchte.

00:34:01: Insofern für die Drohne, die du angesprochen hast kann ich das sehen.

00:34:04: Für alles andere gibt es doch eine erdrückende Konkurrenz aus China.

00:34:08: also nochmal ganz konkret wie viel kostet eure Rundzelle im Vergleich zu den chinesischen Konkurrenten?

00:34:15: Also über Preise werden wir natürlich nicht sprechen.

00:34:18: Wir können die Zellen zu einem kompetiven Preis herstellen Und natürlich entscheidet letztendlich die Performance, die wir da den Kunden anbieten.

00:34:30: Wenn ich die gleiche Performance wie Asiatische Hersteller haben will dann wird unsere Zelle auch günstiger weil wir günstigere Materialien verwenden.

00:34:37: Gehe ich in dieses Premium-Segment und werden die Materialien teurer?

00:34:40: Dann sind die Zellen auch dementsprechend teurer.

00:34:42: also dem Materialkosten sind der größte Treiber des Preises bei uns.

00:34:45: es sind nicht die Herstellungskosten.

00:34:47: Dann kommen wir zur letzten Frage, Marius.

00:34:49: Ihr habt jetzt schon dargelegt, ihr wollt skalieren und größer werden und wachsen?

00:34:53: Das kostet natürlich auch Geld!

00:34:55: Plant ihr denn da in nächster Zeit noch irgendwelche Finanzierungsrunden oder öffentliche Förderung?

00:34:59: Was ist da so in Zukunft euer Plan?

00:35:02: Wir sind im Sein sehr kapitalintensiven Wachstum wo wir Maschinenanlagen kaufen um weiterzuwachsen.

00:35:11: Wir befinden uns gerade der Endphase einer Finanzierungs-Runde wo wir institutionelle Investoren, aber auch private Investoren nochmal mit an Bord holen um den Ausbau auf unsere Zielkapazität zu erweitern.

00:35:25: Also das findet gerade aktuell statt und freut uns natürlich dass wir da auch mehr Beute noch überzeugen können da noch weiter Geld reinzustecken obwohl die News ja nicht immer so positiv sind.

00:35:37: im Batteriebereich

00:35:38: Das stimmt.

00:35:38: Jetzt höre ich gerade schon wieder unsere Kritiker, die sagen bitte kein öffentliches Geld verwenden weil das tatsächlich ein privates Unternehmen ist.

00:35:45: Ich glaube ihr seid ja komplett ein privades Unternehmen.

00:35:48: Sag mal ganz kurz wo wollt ihr diese Kapazitäten denn jetzt aufbauen?

00:35:51: Wir haben einen zweiten Standort.

00:35:54: der ist Luftlinie ich glaube fünf Kilometer von Flindbeck entfernt.

00:35:58: Der ist in Kiel.

00:36:00: Dort gehen wir in eine alte Druckerei rein, also wir sind auch ein großer Fan davon Gebäude oder Infrastruktur zu nutzen und die dementsprechend umzurüsten.

00:36:08: Warum ist der Standort so interessant gewesen für uns?

00:36:10: Da ist ein riesengroßer Stromanschluss.

00:36:13: In der Druckerei habe ich auch viel Energiebedarf gehabt.

00:36:16: Das machen wir uns zum Vorteil und rüsten gerade das Gebäudee um Um dort dann unsere Zellproduktion aufzubauen.

00:36:23: Und es ist auch eine ganz schöne Story Von der Zeitung zur Zelle.

00:36:28: Das ist unser Motto da, das Gebäude umzutransforieren.

00:36:31: Stefan Marius, herzlichen Dank für diese Einblicke die ihr uns gewährt habt!

00:36:35: Liebes Publikum vielen dank auch fürs Zuschauen und zuhören.

00:36:38: wir hören oder sehen uns wieder am nächsten Sonntag.

00:36:41: machts gut bis dahin tschüss.

00:36:44: Wir freuen uns, dass ihr zugehört habt.

00:36:46: Und noch mehr freuen würden Patrick und ich uns darüber wenn ihr diesen Podcast bewertet!

00:36:51: Da gibt es meist so eine fünf Sterne Funktion – das ist für uns immer ganz toll, wenn wir wissen was wir in Zukunft besser machen können.

00:36:58: Wenn nicht schon passiert dann abonniert auch gerne den geladen Podcast und empfieh'n uns auch gerne weiter.

00:37:04: Bedanken wollen wir uns bei all unseren Gesprächsgästen speziell unsere Partnerinstituten und natürlich allen die hinter den Kulissen sonst noch mitwirken.

00:37:16: Geladen!

00:37:17: Der Batterie-Podcast mit Daniel Messling und Patrick Rosen.

00:37:24: Dieser Podcast wird produziert vom Helmholtz Institut Ulm, dem Exzellenzklaster Polis & Celeste, dem Center for Electrochemical Energy Storage Ulm&Karlsruhe eine Forschungsplattform des Karlsruher Instituts für Technologie und der Universität Ulm.

00:37:40: Außerdem unterstützen diesen Podcast das Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg.

Kommentare (1)

TA

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Eure Sendung zeigt, dass mit Mut und Können viel zu erreichen ist. Super motivierend Beitrag

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