Abonniere den Batteriepodcast & bewerte ihn in deiner ⭐⭐⭐⭐⭐ Podcast-App #elektroauto 🚗 #energiewende ⚡ #batterieforschung 🔋

Prof. Fichtner & Prof. Lienkamp: E-Auto-Reichweiten wissenschaftlich erklärt

Shownotes

1.205 Kilometer schaffte der Mercedes EQS ohne Ladestopp – klingt beeindruckend, aber was hat das mit deinem Alltag zu tun? In dieser Episode räumen zwei der renommiertesten E-Auto-Experten Deutschlands mit den hartnäckigsten Mythen rund um die E-Auto-Reichweite auf. Prof. Markus Lienkamp (TU München) und Prof. Maximilian Fichtner (Helmholtz-Institut Ulm) erklären, warum du von der WLTP-Angabe getrost ein Drittel abziehen kannst – und warum das bei Verbrennern genauso gilt, nur keiner darüber redet. Sie zeigen, ab welcher Geschwindigkeit der Verbrauch stark steigt, was Rekuperation wirklich bringt, und warum ein SUV physikalisch wie eine fahrende Schrankwand funktioniert.

Außerdem: Kaufen oder warten auf bessere Batteriezellen? Wie unterscheiden sich NMC und LFP bei Minusgraden? Und was passiert eigentlich, wenn die Batterie wirklich auf null fällt?

Sponsoring: NordVPN: Genieße dein Online-Leben sicher und sorgenfrei! Der Antivirus der nächsten Generation von NordVPN warnt dich vor Online-Betrug und schützt dich vor gefälschten Web-Shops und Phishing-Emails. Gehe jetzt auf https://nordvpn.com/geladen - verwende den Code „GELADEN“ und sichere dir vier Extra-Monate bei NordVPN.

Im Geladen-Podcast setzen sich Daniel Messling und Patrick von Rosen mit ihren Gästen wissenschaftlich mit den Themen Energiewende, Elektromobilität, Elektroautos und Batterieforschung auseinander. Dieser Podcast wird produziert für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

🤩 Jetzt Werbepartner bei Geladen werden! 🚀 Kooperation starten: sponsoring@geladen-podcast.de

Linkedin: https://www.linkedin.com/company/geladen-der-batteriepodcast

Instagram: https://www.instagram.com/geladenpodcast

Links: https://linktr.ee/geladen

Transkript anzeigen

00:00:02: Geladen der Batterie Podcast mit Daniel Messling und Patrick Rosen.

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu Geladen, dein Batterie-Podcast zur Energiewende.

00:00:14: Liebes Publikum!

00:00:14: Wir sprechen heute endlich mal wieder über Elektroautos Und wenn ihr da auch gerne auf dem Laufenden bleiben wollt dann abonniert doch den Podcast und empfiehlt uns auch gerne weiter und hinterlasst uns auch eine Bewertung in eurer Podcast App.

00:00:26: Ja wir sprechen mit zwei ganz ganz tollen Gästen mal wieder in diesem Podcast und zwar Professor Markus Lienkamp und Professor Maximilian Fichtner.

00:00:33: Grüßt euch beide hallo

00:00:35: Hallo.

00:00:36: Markus, du bist zum ersten Mal in diesem Podcast.

00:00:37: Du bist Leiter des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik an der TU München und wissenschaftlicher Leiter das Wissenschaftszentrums Elektromobilität.

00:00:46: Und außerdem bist du mit Abstand der am meisten empfohlenste Gast hier im Podcast.

00:00:50: Insofern sind wir sehr froh, dass wir dich endlich mal hier begrüßen können!

00:00:54: Max, du bist glaube ich allen geladen Hörern schon bekannt.

00:00:57: Du bist Professor für Festkörperchemie an der Universität Ulm.

00:01:00: Du ist Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm und Sprecher von Celeste Und außerdem natürlich unser am meistgesehenster Stammgast hier im Podcast.

00:01:08: Letztes Jahr hat Mercedes mit einem leicht modifizierten EQS und einer Lithium-Metall-Festkörper-Batterie auf eine Erprobungsfahrt die thousand zweihundert fünf Kilometer lange Strecke von Stuttgart nach Malmö ohne Ladestopp absolviert.

00:01:22: Das ist natürlich jetzt ja ein... Besonderer Wert, aber gleichzeitig eben auch nur eine Erprobungsfahrt und sozusagen ein Rekordjagd.

00:01:30: Wir wollen heute mal über das Thema Reichweiten im Alltag in der Praxis sprechen.

00:01:35: Max fangen wir mit dir an.

00:01:36: Ist das Thema Reichweitenproblematik, dass immer bei E-Autos so seit zehn Jahren oder noch länger irgendwie gesehen wird?

00:01:43: Ist es denn mit den aktuellen Modellen beendet?

00:01:46: Da würde ich sagen, es hängt stark von der persönlichen Situation ab was für einen Fahrprofil man selber hat und auf was man denn für ein Fahrzeug gehen möchte.

00:01:57: Also es gibt sicher Fahrzeuge, da gibts eine ganze Latte.

00:02:00: die haben also mehr als sixhundertfünfzig Kilometer WLTP Reichweite.

00:02:06: Die sind aber dann auch schon im oberen Preisegment.

00:02:10: Und die Frage ist natürlich ob ich das brauche.

00:02:12: wenn ich nicht brauche oder möchte würde ich raten vor allem halt auch auf eine gewisse Schnellade Fähigkeit zu achten weil Kleine Batterie und langsames Laden, ich glaube über die Zeiten sollten wir langsam hinwegkommen.

00:02:29: Jetzt gibt es eine ganz tolle Auflistung vom ADAC wie weit denn die neuesten E-Autos so in der Reichweite performen?

00:02:38: Markus Stichwort Reichweitenangst!

00:02:40: Gibt es dann irgendein Punkt in der Zukunft wo du sagen würdest die Reichweitingangs ist vielleicht doch austherapiert?

00:02:46: Ich habe ein bisschen das Gefühl dass es gerade so ein deutsches Krankheitsbild diese Reichweitten angst.

00:02:51: was sagst du dazu?

00:02:52: Naja, in Deutschland haben wir natürlich weltweit etwas andere Verhältnisse durch unsere nicht limitierte Höchstgeschwindigkeit.

00:03:00: Und es gibt durchaus Fahrer die wollen dann schon mal eher zügig fahren, fahren vielleicht hundertfünfzig, hundertsechzig oder auch mal schneller und dann bricht die Reichweite schon sehr schnell ein.

00:03:12: In fast allen anderen Ländern gibt es halt mehr von zwanzig bis hundertdreißig Kilometer pro Stunde höchste Geschwindigkeitsbegrenzungen die eine WLTP-Reichweite haben von sechshundert Kilometern in der Realität vielleicht auch vierhundertkilometer fahren.

00:03:29: Also so ein Drittel muss man meistens doch abziehen, weil das Farbprofil etwas anders ist, weil man teilweise auch bei anderen Temperaturen fährt, weil Heizung und Klima nicht berücksichtigt sind.

00:03:38: Und wir wissen aus Kundenbefragungen dass viele sagen naja so fünfhundert kilometer würde ich ja schon gerne fahren!

00:03:45: Viele Leute haben ja auch beim Verbrenner die Reichweitenangst, wenn der Tank noch ein Viertel voll anzeigt.

00:03:52: Und dann kann man nicht erwarten, dass die Leute mit einem Elektroauto fahren bis da noch dreißig Kilometer drin sind.

00:03:56: Also ich glaube heutzutage Autos, die WLTP-Reichweiten haben von siebenhundert Kilometern in der Realität sicher vierundfünfzig schaffen, glaube das da das Thema so langsam vom Tisch ist und es sieht mal auch an den Verkaufszahlen von VW der ID Sieben, der liegt so ungefähr bei diesen siebhundert.

00:04:18: Ich muss an dieser Stelle eine eigene Geschichte erzählen.

00:04:20: Ich habe vor einem Jahr ungefähr einen Beitrag in LinkedIn gelesen, da hat sich jemand ein E-Auto ausleihen wollen von Sixth und wollte so einer Art Reisebericht machen.

00:04:29: Der hat dann aber leider nur ein Verbrenner bekommen und hat dann diesen Reise bericht über den Verbrenners gemacht.

00:04:34: und es stellt sich raus dass es eben auch diesen Reichweiten Schwund bei Verbrennern gibt.

00:04:38: denn sofern finde ichs hoch interessant das wir das immer mit E-autos verbinden und nicht mit dem Verbrennen.

00:04:43: Da steht am Anfang auch im Display irgendwas mit achthundert Kilometern vielleicht doch nur sechshundertfünfzig oder so.

00:04:49: So von Markus, wie kannst du dir das erklären?

00:04:52: Dass diese Reichweiten Angst und diesen Schwund dass man das immer mit E-Autos verknüpft?

00:04:57: Naja es kommt natürlich schon dazu beim Elektroauto.

00:05:00: ich muss irgendwie laden.

00:05:02: wir haben ihn weltweit genügend Tankstellen zur Verfügung.

00:05:07: da finde ich immer einen im Umkreis von fünf Kilometern.

00:05:10: zehn Kilometer kann in fünf Minuten tanken und weiterfahren.

00:05:14: Auch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, Ladesäulen sind nicht ganz so dicht gesät.

00:05:21: Manchmal funktionieren sie auch nicht oder sind mit der eigenen Tankkarte nicht zugänglich.

00:05:27: Manchmal sind sie einfach schon belegt und ich muss warten.

00:05:30: also es ist dann doch nicht ganzso einfach wie beim Verbrenner.

00:05:34: Jetzt schauen sicher auch Zuschauer zu, die vielleicht mit den Gedanken spielen ein E-Auto zu kaufen.

00:05:38: Aber es eben noch nicht gemacht haben.

00:05:39: Vielleicht auch gerade wegen dem Thema Reichweite.

00:05:42: Max muss sich dann irgendwie mein Fahrverhalten oder auch meine Reiseplanung wenn ich jetzt zum Beispiel auch an Urlaub denke irgendwie in Hinblick auf die Reichweide im Vergleich zu einer Fahrt jetzt mit einem Verbrenner irgendwie anpassen oder ändern?

00:05:55: Also ich würde schon empfehlen also wenn ich wirklich eine längere Reise habe, die jetzt über fünfhundert Kilometer rausgeht oder sowas würde ich mal gucken, da ist er auf die Software im Fahrzeug drin.

00:06:07: Das ist auch von A nach B. Wann muss sich denn daraus und muss irgendwo laden?

00:06:14: Also das ist mittlerweile so bequem und Software unterstützt, dass ich mir da keine großen Sorben machen würde.

00:06:22: Ich weiß nicht ob es jetzt noch absolut weiße Spots gibt in Europa kann ich mir schon vorstellen.

00:06:30: Aber da müssen wir dann halt nochmal besonders genau gucken, wenn man in so eine Region reinkommt.

00:06:36: Aber ich sage mal die üblichen Reiseziele nach Norden, nach Süden, nach Westen und nach Osten vielleicht nicht so sehr sind aber recht gut ausgestattet.

00:06:48: Da würde ich mir jetzt keine Sorgen

00:06:49: machen!

00:06:50: Markus jetzt hören uns hier auch wahrscheinlich irgendwie Fahrer von Verbrennerfahrzeugen zu, die wie gesagt liebäugeln mit einem E-Auto aber sich noch ein bisschen unsicher sind.

00:07:01: Wenn man jetzt in Datenblatt guckt beim Autohaus bei einem Eauto dann steht da immer WLTP Reichweite.

00:07:07: Erkläre nochmal ganz kurz was heißt denn WLDP?

00:07:09: Ihr habt das beide gerade schon benutzt diesen Begriff.

00:07:12: Das ist jetzt in der ganzen EU der Standard Aber geht ja nur mal genau drauf ein.

00:07:16: Was bedeutet denn dieser Test oder diese standardisierte Verfahren eigentlich.

00:07:20: Der WTP-Zyklus ist ein Weltweiter, dafür steht auch das W genormter Zyklus.

00:07:27: der ist in den einzelnen Ländern ein bisschen anders zusammengesetzt wo eine Strecke abgefahren wird Stadt, Landstraße, Autobahn, Mischverkehr mit bestimmten Anteilen und auf dieser Strecce wird der Verbraucher ermittelt.

00:07:41: Das geht aber in der Regel nur so bis etwa hundertzwanzig Kilometer pro Stunde oder noch mal ganz kurz drüber.

00:07:45: es also eher bei mittleren bis niedrigen Geschwindigkeiten wird auch bei normalen Temperaturen gefahren, also zwanzig-fünfundzwanzig Grad.

00:07:54: Also sommerlichen Temperaturen ohne Klimaanlage oder Nebenverbraucher ist also schon erstmal der Idealwert.

00:08:00: Das gilt für Verbrenner und auch für Elektrofahrzeuge.

00:08:03: Wenn der Kunde ein anderes Fahrverhalten hat, ein bisschen sportlicher fährt, höhere Geschwindigkeiten fährt kann das schon sehr stark abweichen Besonders bei Fahrzeugen die jetzt nicht so super aerodynamisch sind, wo also der Luftwiderstand sehr stark über der Geschwindigkeit eingeht.

00:08:20: SUV fahren, der wie so ein Scheunentur durch die Gegend fährt und man fährt dann hundertvierzig, hundertfünfzig.

00:08:27: Dann fängt er schon ganz kräftig an auch zu saufen beim Benziner oder Diesel und Strom zu verbrauchen beim Elektroauto.

00:08:36: Und da gibt es schon erhebliche Abweichungen zwischen einem Zyklusverbrauch und dem Realverbraucher.

00:08:41: also wir haben bei unserem Leerstuhl einen Porsche Taycan den kann man natürlich auch so fahren dass der nach Hundertfünftig Kilometern leer ist und nicht vierhundertfünfzig Kilometer hält.

00:08:50: Und da ist natürlich mein sehr starkes Plädoyer, das Elektroauto ist eigentlich ideal für aerodynamisch gute Fahrzeuge mit geringer Sternenfläche die sehr glatt gestaltet sind.

00:09:02: und ihr hattet zu Beginn den EQS von Mercedes angesprochen.

00:09:06: der hat einen CV-Wert von Nullkommar zwei Eins Zwei Zwei vielleicht.

00:09:11: und so ein SUV der hat ganz schnell mal nullkomma drei und hat dann noch nur deutlich höhere Sternen Fläche.

00:09:17: Jetzt ganz kurz zu diesen Werten.

00:09:18: Wir wissen ja ungefähr, so ein E-Auto verbraucht so fünfzehn bis zwanzig Kilowattstunden pro hundert Kilometer.

00:09:26: Max, was nochmal zusammen?

00:09:27: CW-Wert – Was ist das jetzt?

00:09:29: Der CW Wert ist in sogenannten Luftwiderstands bei Wert.

00:09:33: Der gibt an wie windschlüpfrig ein Fahrzeug ist.

00:09:36: Jetzt ist es so dass halt irgendwie so einen Kasten, wie es Markus eben auch erwähnt hat natürlich praktisch wie so eine fahrende Schrankwand ist, die einen großen Luftwiderstand erzeugt.

00:09:48: Aber wenn man das an einer flachen Konstruktion hat, dann ist dieser Beiwert geringer.

00:09:53: Allerdings ist der Luftwiederstand jetzt nicht nur der CEW-Wert sondern man muss den CEW Wert multiplizieren mit der eigentlichen Sternfläche.

00:10:02: Nur dann wird ein Schuh draus.

00:10:04: Das heißt ich kann auch irgendwie einen großen Schrank bauen, der unglaublich windschlüpfrig ist aber dadurch dass er halt eine große Frontfläche hat Ist der insgesamte Luftwiderstand dann doch vielleicht höher?

00:10:16: Also das ist immer beides.

00:10:17: Die Frontfläche oder die Querschnittsfläche und dieser Beiwert.

00:10:22: Ja, Max eine Frage die uns ehrlich gesagt ständig erreicht hier in diesem Podcast weil wir eben auch über ja die Zellentwicklung.

00:10:29: Die Batterie Pack Entwicklung sprechen ist nämlich kann ich mir eigentlich jetzt ein E-Auto kaufen oder soll ich noch lieber ein bisschen warten bis diese zellentwickelung und die packentwicklungen weitergeht?

00:10:39: Auch gerade im Hinblick auf die Reichweite was sagst du dazu?

00:10:42: also Ich fahre jetzt schon seit acht Jahren elektrisch und muss sagen die frage hätte ich mich auch schon lange stellen können.

00:10:51: Es ist immer bequemer geworden, von Jahr zu Jahr.

00:10:55: Und trotzdem hätte ich vor drei oder vier Jahren nicht anders entschieden als jetzt und hätten wir damals auch schon was zugelegt.

00:11:04: Also ich glaube wenn einer unbedingt tausend Kilometer Reichweite braucht einige Leute bezweifeln dass das sowas überhaupt sinnvoll ist.

00:11:14: aber wenn er es unbedingt braucht dann findet er sogar irgendwo.

00:11:19: zumindest wählt der P-Reichweiten für einen ordentlichen Preis.

00:11:23: Letzten Endes zahlst du die Reichweite mit dem Geldbeutel und wenn es dir das wert ist, dann kannst du das heute schon tun.

00:11:31: aber man kann natürlich davon ausgehen dass es in Zukunft vielleicht noch kostengünstiger wird und dass es mehr Modelle gibt die sowas dann können weil die Batterieentwicklung schreitet halt fort.

00:11:42: Markus jetzt stelle ich mir vor Ich bin erst Käufer von einem E-Auto im Autohaus ein entsprechendes Modell rausgesucht, vielleicht WLTP.

00:11:51: Sagen wir mal irgendwas bei fünfhundert oder sowas, fünfhundert Kilometern?

00:11:55: Wie weit muss ich denn jetzt antizipieren, dass dieser WLTW wert abweicht von realen Bedingungen?

00:12:01: Gibt es uns da vielleicht mal ein paar Beispiele, VW ID-III oder EY-II von BMW oder vielleicht so einen Tesla-Modell?

00:12:08: Meine Erfahrung ist eher, dass das alles doch eher ähnlich ist.

00:12:11: Wir haben bei uns am Lehrstuhl auch ein ID-III wir haben einen Tesla Model III, wir haben ein Taycan und E-III Und ich rechne immer gedanklich einfach ein Drittel runter von der WDP Reichweite Wenn man normal fährt, üblich fährt auf der Autobahn vielleicht so bis hundertdreißig, hundertzwanzig oder dreißig.

00:12:30: Ist so meine Erfahrungswert.

00:12:31: damit kommt man immer hin.

00:12:32: Ja, wir haben vorhin diesen Rekord von Mercedes gehört und gibt es auch immer wieder andere Rekorde.

00:12:37: Auch aus China, aus USA teilweise.

00:12:39: Was sagen denn diese Rekortwerte jetzt so über die reale Technik tatsächlich aus?

00:12:44: Da über die Technikentwicklung.

00:12:45: kannst du das mal in Zusammenhang setzen bitte.

00:12:48: Diese Wettbewerbsautos sind natürlich besonders designt gestaltet.

00:12:55: Das wichtigste ist in der Regel die Aerodynamik.

00:12:57: dass die Autos wirklich extrem gute Aerodynamik haben, es sind fast immer Limousinen.

00:13:04: Dadurch hat man eine sehr schöne lang gestreckte flache Form was sowohl in den CW-Wert eingeht als auch in die Stirnfläche, was Max eben schon erwähnt hatte.

00:13:13: Was aber dazu kommt?

00:13:14: diese Wettbewerbssituationen sind meistens dann doch bei relativ angenehmen guten Wetter so dass man nicht zu stark heizen muss und Heizen ist da natürlich der Energiekiller Nummer eins.

00:13:29: Das Zweite ist, man sucht sich häufig Strecken aus die halt mittlere Geschwindigkeiten haben.

00:13:36: Also eher so bei Achtzig bis Hundert liegen also irgendwie Landstraßen gut ausgebordene Landstraße auf der Autobahn wird auch nicht zu schnell gefahren und ich suche mir natürlich Strecken wo ich auch nicht viel bremsen muss und wieder beschleunigen muss.

00:13:51: das heißt dass sind schon in der Regel recht gut vorausgewählte Strecken.

00:13:56: Der Kunde schafft diese Verbräuche in der Realität Und kann auch meistens das Auto so gar nicht kaufen.

00:14:02: Auch Mercedes hat vor zwei Jahren diesen EQXX, der war aerodynamisch komplett anders gestaltet und er war auch so nie zu kaufen.

00:14:12: Wir reden nachher auch noch mal über Rekuperation.

00:14:14: ich glaube dass es auch nochmal ein ganz großes Mysterium für Leute die daran nicht gewöhnt sind.

00:14:19: Max, jetzt wissen wir ja dass viele Hersteller von E-Autos tatsächlich auch immer größere Autos bauen.

00:14:25: Wir haben in diesem Podcast von Herrn Doppelbauer beispielsweise gehört das die Verbräuche von E autos insgesamt ich sage mal von Autos insgesamt immer noch bei sieben Komma Sieben Liter pro Einhundert Kilometern inklusive dieser E-autos liegen.

00:14:39: Das heißt also so weit runter geht das da offenbar gar nicht.

00:14:42: und jetzt frage Ich mich natürlich als Laie wenn das immer größer Kästen sind immer schwerere Batterien mehr Platz wird da verbraucht.

00:14:51: Ökologisch und energetisch ist das doch eigentlich an irgendeiner Stelle absurd, was sagst du?

00:14:56: Ja müssten die E-Autohersteller nicht eigentlich viel kleinere E- Autos bauen um diese Effizienz auch maximal dann auf die Straße zu bringen?

00:15:04: Da muss man jetzt vielleicht ein bisschen unterscheiden zwischen Einzelfahrzeugen und Flotte.

00:15:09: also beim Verbrenner sieht es so aus dass obwohl die Motoren ja angeblich immer oder tatsächlich immer effizienter geworden sind dass sich der Flottenverbrauch fast nicht geändert hat über den letzten zehn, zwanzig Jahr.

00:15:21: Bei E-Autos kenne ich die Zahlen gar nicht genau, muss ich gestehen aber auch da gibt es ja Unterschiede.

00:15:29: Wenn ich jetzt anschaue... Da gibt's gewisse Hersteller, die sagen einfach, wir brauchen zwanzich Kilowattstunden auf hundert Kilometer und in Realitas sind es dann dreinzwanziger auf fünfundzwanzig oder sowas.

00:15:43: Und dann gibt es aber andere.

00:15:45: Jetzt irgendwie die Marke mit dem Stern kam jetzt mit einem neuen Modell raus, das sagt der ADAC.

00:15:53: Die brauchen nicht mehr als dreizehn Kilowattstunden durch ein Bündel von Maßnahmen.

00:15:58: Das reicht von einer effizienteren Elektronik über einen tollen CW Wert und lauter solcher Sachen.

00:16:06: Haben Sie das geschafft, es also wirklich runterzubringen?

00:16:09: und die werben dann natürlich damit dass sie eine entsprechend höhere Reichweite dadurch hinbekommen was sparsamer mit dem Strom umgeht.

00:16:17: Ich mag mich irren aber ich habe so das Gefühl, dass das ein allgemeiner Trend ist der jetzt im Augenblick ins Laufen kommt, dass man untersucht die Fahrzeuge tatsächlich effizienter zu gestalten einfach auch um dann mehr Reichweiten werben zu

00:16:32: können.

00:16:33: Markus, die Frage auch an dich noch mal.

00:16:35: Also der Gedanke irgendwie mehr Reichweite wollen die Kunden.

00:16:38: deswegen bauen wir da größere Batterien ein und die Autos werden dann auch größer.

00:16:42: Du plädierst ja glaube ich eigentlich eher für kleinere E-Autos oder?

00:16:46: Ja, wir haben

00:16:47: ein

00:16:48: rechtliches Thema.

00:16:49: was dazu führt Die Automobilersteller müssen in Europa den Flottenverbrauch runter bekommen hat Max eben auch schon erläutert.

00:16:56: das Elektroauto ist allerdings definiert reingesetzlich mit Null Gramm An CO² Ausstoß.

00:17:03: Das heißt, wenn ich ein Auto aus dem Pool rausnehme was sehr viel CO-Zwei verbraucht.

00:17:09: Also sehr hohen Verbrauch hat dann sind das zum Beispiel die SUVs schwere Fahrzeuge große Fahrzeige Dann habe ich im flotten Verbraucht ganz viel gekonnt.

00:17:20: Das heißt der Automobilersteller nimmt einen großes SUV als Verbrenner raus und packt das rein als Elektroauto und kann die mittleren Autos, die eh schon moderat sind von den Verbräuchen als Verbrenner verkaufen.

00:17:35: Dadurch habe ich natürlich tendenziell jetzt sehr große Autos im Bereich der Elektrofahrzeuge.

00:17:41: Die brauchen auch wieder eine große Batterie damit die vernünftige Reichweite bekommen.

00:17:45: Mein Plädoyer ist zu sagen... Der Zug ist jetzt aus dem Bahnhof da kann man nichts mehr daran ändern.

00:17:51: aber wäre gewesen wir müssen im Prinzip bei jedem Auto egal ob Verbrenne oder ob Elektroauto die gesamten Emissionen betrachten Und damit können wir nicht die Produktion des Elektroautos ignorieren, wo die Batterie in hohen Energieaufwand bedeutet.

00:18:07: Wir können auch nicht den elektrischen Energieferbrauch ignorieren.

00:18:12: Das kommt ja auch nicht alles nur aus erneuerbaren Energien.

00:18:15: Da plädieren wir dafür, den Strommix zu nehmen.

00:18:18: und wenn ich das zusammenzähle und dann einen Flottenverbrauch festlege Dann wäre die Konsequenz dass die Autos in so einem kleiner werden weil ich dann sowohl beim Elektroauto als auch meinem Verbrenner Emissionen, Spare ökologisch weniger Schaden anrichten.

00:18:34: Wenn ich es schaffe alle Autos grundsätzlich etwas kleiner zu machen und auch aerodynamisch besser zu machen.

00:18:40: Max du hast ja diese berühmten Hochrechnung der Nachhaltigkeit von E-Autos mit Batterieantrieb aber auch Wasserstoff und diese Mixform mit Pluginhybriden.

00:18:49: wenn man die Batterien jetzt wesentlich kleiner denkt dann werden wahrscheinlich die E-autos immer nachhaltiger oder?

00:18:55: Ja klar, also wir haben ja schon ordentliche Entwicklungen gehabt in den letzten vier fünf Jahren.

00:19:03: Also vor einiger Zeit, also im Jahr zwanzig bei der einen ICCT-Studie waren die E-Autos so ein Drittel etwa besser als die Verbrenner über den gesamten Lebenszyklus, also inklusive Batterieherstellungen und Fahrzeugherstellung fahren usw.

00:19:24: Und mittlerweile liegt der Fußabdruck bei einem Viertel des Verbrenners, also inklusive dem aktuellen Strommix mit reingerechnet.

00:19:34: Plug-in-Hybride ist ein sehr kontroverses Thema.

00:19:38: da gibt es die Herstellerangaben und da gibt's den Realverbrauch.

00:19:42: Die werden da eher gerechnet in der Nähe von den regulären Verbrennern.

00:19:48: Und bei Wasserstoff kommt es sehr, sehr drauf an welchen Brennstoff man verwendet.

00:19:53: Ob das jetzt Wasserstoff ist aus Erdgas?

00:19:56: Dann bin ich mit einem Fußabdruck so zwischen Blak-Innen und einem Diesel.

00:20:00: Bin ja also auch nicht besser.

00:20:02: wünschenswert wäre der grüne Wasserstoff dann liege ich also praktisch auf der gleichen Ebene wie ein batterieelektrisches Fahrzeug.

00:20:12: Max, du hast jetzt sicherlich im Moment nur das Thema CO² betrachtet.

00:20:16: Wir haben das Ganze nochmal ausgerollt auf den gesamten ökologischen Fußabdruck und da geht rein zum Beispiel die Versauerung der Böden, die Toxizität, Feinstoffbelastung, Ressourcenverbrauch.

00:20:30: Kriegst jetzt nicht mehr alles zusammen aber eine ganze Palette an weiteren Umweltschäden, wie man im Prinzip anrichtet.

00:20:36: Und da kommt man auf eigentlich zwei Erkenntnisse, die eine Erkenntnis ist Wasserstoff und besonders E-Fuels sind schlechter als Verbrenner, wenn ich den gesamten Abdruck mitnehme.

00:20:52: Und das zweite ist was man wirklich beachten muss.

00:20:54: Wenn wir es nicht schaffen die Batterien zu recyceln dann habe ich ein riesiges Problem mit dem Elektroauto.

00:21:02: Das Gute ist Wir können die Batterie zu weit über neunzig Prozent recycelen!

00:21:06: Wir kriegen alles zurück.

00:21:08: Kopfermangan, Nickel, Kobalt, Aluminium.

00:21:12: Das ist überhaupt kein Thema, das kann man alles zurückgewinnen.

00:21:16: Aber das müssen wir auch machen!

00:21:17: Wenn wir es nicht machen, machen wir einen riesigen Fehler.

00:21:20: und das Schöne ist im Prinzip muss mal das mal zwanzig Jahre, dreißig Jahre lang machen.

00:21:25: dann brauchen wir eigentlich keine neuen Rohstoffe um die Batterien wieder

00:21:28: herzustellen.".

00:21:39: LFP-Batterie Recycling aus China oder mit chinesischen Batterien ist ökonomisch in Europa, derzeit nicht darstellbar.

00:21:47: Das ist ein Thema.

00:21:48: was wir im geladen Podcast hier spielen kann ich unseren Hören auch noch mal empfehlen.

00:21:52: jetzt reden wir aber wieder über Reichweite.

00:21:54: Max und Markus Markus, ab welchem Tempo würdest du denn sagen?

00:21:59: Wird die Reichweite von E-Autos sozusagen dann exponentiell einfach nur noch vernichtet.

00:22:03: Du hast irgendwann mal am Anfang dieses Podcast gesagt je schneller man fährt desto ja exponentiell viel Energieverbrauch.

00:22:11: so habe ich das wahrgenommen.

00:22:13: was heißt das für E- Autos auf der Autobahn frage ich mich

00:22:15: also erstmals so reiner von der Physik her Der Luftwiderstand steigt an quadratisch mit der Geschwindigkeit Das heißt Ich verbrauche Quadratisch mehr Energie, wenn ich schneller fahre.

00:22:27: Das wird natürlich ein bisschen abgemildert durch andere Effekte aber ganz grob steigt das halt schon deutlich stärker an.

00:22:33: Wir haben allerdings mal Simulation gemacht.

00:22:35: Wenn es einem jetzt nur um Schnelligkeit geht also Ich möchte schnell von a nach b kommen Dann ist es am geschicktesten.

00:22:42: man fährt eher schneller hundertvierzig Hundertfünfzig Hundertsechzig und lädt dann zwischendrin häufiger mit einem Schnelladen.

00:22:49: das muss dann aber wirklich ordentliches Schnelladensein mit Hundert Fünfzig KW zum Beispiel Energetisch ist das natürlich ein bisschen blöd sein, aber wenn ich schnell ankommen will dann ist es der richtige Weg.

00:22:59: Zweiter Tipp dort man sollte die Batterie relativ leer fahren also möglichst so auf zehn Prozent Ladezustand runter auch gerade bei kalter Batterie oder bei Kälte weil sich die Batteries beim Laden aufwärmt und wenn nicht bei sehr niedrigen Ladesuständen lade.

00:23:17: Dann kann ich sehr viel Energie in die Batterien reinbringen.

00:23:19: Die Batterie wird warm Und bei der warmen Batterie kann Ich wieder schneller laden.

00:23:24: Also bei kälte großer tip runterfahren bis auf zehn prozent ladezustand schnell laden aber auch dann nur so bis sechzig siebzig prozent und dann geht es wieder weiter.

00:23:33: Dann kann ich an dieser Stelle auch eine kleine Story aus meinem Bekanntenkreis erzählen.

00:23:38: Da gab es jemand, der hat sich ein E-Auto gekauft einen Skoda L Rock und das war auf dem Blatt Papier irgendwo bei vierhundert oder mehr Kilometer Reichweite WLTP.

00:23:49: Der ist Arzt, der muss Nachtsdienste fahren Und muss sehr spontan im Landkreis hin und herfahren und hat sehr viel Standzeiten.

00:23:56: Der ist jetzt sehr, sehr ernüchtert.

00:23:59: Ja, der sagt mit diesem E-Auto kann er seine Dienste nicht fahren.

00:24:02: Weil er kurzfristig irgendwo ganz schnell nachladen muss und es ist tatsächlich mit diesem Setup nachts bei den Diensten nicht machbar.

00:24:09: Das große Problem bei ihm ist offenbar dass er gerade im Winter nachts dann offenbar viel steht Und wenn er losfahren will, dann verbraucht dieses Auto plötzlich auf den ersten Kilometern irgendwie fünfzig Kilowattstunden pro hundert Kilometer.

00:24:23: Also anteil ich sehr sehr viel und dann ist er tatsächlich wieder erkaltet wenn er lange steht.

00:24:28: Das heißt also, der Verbrauch ist da relativ hoch offenbar.

00:24:33: Kannst du dazu was sagen?

00:24:34: Was da irgendwo in der Batterie oder der Vorkonditionierung passiert?

00:24:37: Da gibt es mehrere Ursachen, die dazu beitragen.

00:24:40: Also das eine ist natürlich, dass in der Battery – da ist ja einer Flüssigkeit drin, der Elektrolyt und der wird bei sehr tiefen Temperaturen auch zäher.

00:24:53: Das heißt, diese Ionenwanderung ist langsamer und ist mit einem höheren Widerstand verbunden.

00:24:58: Da gibt es also Verluste in der Batterie drin.

00:25:01: Und dann ist das ganze System was irgendwie ein hydraulischen Antrieb hat oder sowas.

00:25:05: Das Ganze Ölen ist kalt und die Übertragungsmechanik muss sich da auch erst mal aufwärmen bis man da mal irgendwie im normalen Betriebszustand ist.

00:25:16: Das sind mehrere Faktoren, die dann zusammenspielen, also in der batterie aber auch in dem gesamten Antrieb die das Ganze halt Energie fressender machen, gerade wenn es so kalt ist.

00:25:29: Du hast die Heizung.

00:25:30: also wenn ich natürlich die ersten paar Kilometer meinen Zuhälzer oder meine Heizungen an habe dann verbraucht das natürlich auch etliche Kilowatt?

00:25:38: Bei der Heizunge ist es tatsächlich so.

00:25:40: da hängt's dann auch noch mal stark davon ab was für eine Art die Heitzung ist ob das jetzt so eine einfache elektrische Heizlüfter ist und ob es ne Wärmepumpe eine Wärmepumpe braucht, wenn Daumen gepeilt, je nach Fahrzeug so ein bis zwei Kilowatt.

00:25:57: Das macht schon einen Beitrag ist jetzt aber auch nicht dramatisch viel.

00:26:02: Aber wenn ich jetzt mit einem normalen Heizer daran gehe da habe ich halt die Arbeitszahl von der Wärmpumpe mit reinbeziehe, habe ich den Faktor drei mehr.

00:26:13: Also da ist einfach notwendig dass man tatsächlich über eine Wermepumper das macht Auch im Sommer.

00:26:21: die Kühlung liegt bei einem halben bis anderthalb Kilowatt Leistung.

00:26:27: Das ist da, aber es ist kein Riesenfaktor!

00:26:32: Markus, jetzt nehmen wir mal an.

00:26:33: Wir fahren irgendwie durch bergiges Gebiet und dann ist natürlich immer eine Sache die besonders positiv hervorgehoben wird, die Rekuperation.

00:26:42: Nimm uns da mal mit was macht das denn aus tatsächlich dieser Zugewinnen?

00:26:46: Also wenn wir jetzt mal annehmen, wir haben irgendwie ... Fünfhundert Kilometer wird mir angezeigt.

00:26:51: ich habe voll geladen und fahre jetzt in ne bergige Strecke.

00:26:54: Gib uns da meine Hausnummer!

00:26:56: Was kann das denn irgendwie dann an zugewinnen bringen?

00:26:58: sind das vielleicht fünf Kilometer, sind das fünfzig Kilometer?

00:27:01: Erst mal gibt es keinen Zugewinnen, sondern einen Verlust.

00:27:05: Wenn ich ein Berg hoch und ein Berg runterfahre dann habe ich nicht einen Nullsummspiel, sondern wenn ich den Berg hoch fahre, dann hab' ich einen Wirkungsgrad vom Elektromotor.

00:27:16: der liegt vielleicht bei neunzig Prozent.

00:27:18: das ist aber schon sehr optimistisch.

00:27:20: Und wenn ich ihn bergunter fahe und rekomporiere Dann wirkt die Elektro Maschine als Generator und ich gewinne Energie wieder zurück.

00:27:30: Das ist aber auch höchstens bei fünfundachzig, neunzig Prozent.

00:27:33: Das heißt also berghoch fahren und bergunterfahren ist ein Verlust in der Größenordnung von fünfzehn zwanzig Prozent, den ich dort habe.

00:27:41: Das heisst also wenn nicht nur Berg hoch und Berger runterfahre dann hab' ich nicht fünfhundert Kilometer Reichweite sondern nur noch vierhundertkilometer Reich weite.

00:27:49: Also die Idee durch Rekuperieren fahre ich weiter stimmt natürlich so nicht.

00:27:54: das Schöne ist im Gegensatz zu einem Verbrenner Ich kann wenigstens diese Energie die sonst in die Bremse als Wärme geht, die kann ich nutzen.

00:28:04: Das heißt Ich verliere nicht zu viel aber ich gewinne damit

00:28:06: nichts.".

00:28:07: Das ist vorhin schon mal ganz kurz angeklungen.

00:28:09: Die Effizienz, dass sie natürlich auch eine besondere Rolle spielt.

00:28:12: und da der Motor... Markus kannst du das noch einmal erklären?

00:28:17: Welche Rolle spielt so ein besonders effizienter Antrieb jetzt für die Reichweite?

00:28:21: Und kannst du da mal ein paar Modelle nennen, die sich da besonders hervortun?

00:28:25: was die Effizience angeht?

00:28:26: Also die Batterie hat ja einen gewissen Energieinhalt und je besser ich diesen Energieinhalt in Vortrieb umsetze, desto höher ist meine Effizienz von dem Antriebsstrang.

00:28:37: Und das setzt sich zusammen aus der Effizience von meinem Elektromotor wenn er antreibt.

00:28:42: Da vorgeschaltet ist die Leistungselektronik, die den Elektromoter quasi ansteuert.

00:28:46: Die hat auch gewisse Verluste.

00:28:48: Ich gehe dann weiter ins Getriebe wo ich Verluster habe durch die Zahnräder hat noch die Gelenkwellen differenzial gegebenfalls und geht dann an die Räder.

00:28:59: Das heißt, diese Verluste gehen alle in die sogenannten Antriebsstrangverluste mit ein.

00:29:04: Heutige sehr gute Elektromaschinen liegen dort bei über neunzig Prozent im Bestpunkt teilweise sogar fünfneunzig prozent im Mittel über diesen WLTP teilweise schon über Neunzig Prozent.

00:29:18: das ist erstmal sehr sehr positiv und sehr gut.

00:29:21: Das heisst so viel kann man da gar nicht mehr holen.

00:29:24: Aber diese Verluste sind einfach da.

00:29:27: Im Vergleich nur dazu, beim Verbrennungsmotor liegen die Verlusten eher bei ... ... von einem Sechzig Prozent.

00:29:32: Also das sind wir schon sehr gut im Verhältnis zu einem Verbrenner und je besser die Effizienz ist desto höher ist natürlich dann die Reichweite.

00:29:39: Passt jetzt wunderbar rein an dieser Stelle, wollten wir eigentlich ganz am Ende erst fragen.

00:29:42: Aber wenn du jetzt schon auf die Komponenten eines Antriebsstrangs zu sprechen kommst Markus dann fragen wir uns natürlich wo ist da für den nächsten fünf bis zehn Jahre noch am meisten Entwicklungs Spielraum?

00:29:52: Wo würdest du sagen Da wird sich so viel tun das am ende sozusagen diese Verlust Teilverlust vielleicht sehr stark noch eingedämpft werden kann.

00:30:00: Jetzt kennen unsere Hörer natürlich genau die Batterie, du hast gerade über den E-Motor gesprochen.

00:30:04: Gibt es da noch andere Bereiche wo du sagen würdest vielleicht Leistungselektronik dass da nochmal minus fünfzig Prozent Verlustleistungen irgendwie drin wäre?

00:30:12: Also wir sind jetzt bei der Leistung Elektronik schon in bestimmten Betriebszuständen bei achtundneunzig Prozent Wirkungsgrad.

00:30:19: Elektromaschinen liegen auch schon bei fünfmal neunzig prozent und teilweise drüber.

00:30:25: das ist fast ausgereizt.

00:30:27: Also die besten Antriebe zur Zeit gehen im Zyklus bei bis zu dreiundneunzig Prozent, da mag man nochmal ein zwei Prozent holen aber per Petuum Mobilee gibt es nicht.

00:30:40: also über hundert Prozent geht eh nicht.

00:30:42: Ich glaube dass wir jetzt weitgehend ausgereiziert sind.

00:30:46: natürlich haben nicht alle Hersteller diese Antriebel schon so in Serie Aber ich würde mal sagen bei den deutschen Herstellern sind wir in diesem Bereich deutlich über neunzig Prozent schon gelandet.

00:30:58: Also Max, du hörst es?

00:31:00: Es ist jetzt bei den Batterieforschern hier nochmal sozusagen große Fortschritte zu machen.

00:31:04: Da ist da wahrscheinlich am meisten drin oder?

00:31:06: Bei den Batterien ist auf allen Ebenen jetzt so ein Ding in Arbeit.

00:31:14: Die unterste Ebene ist also die Materialebene.

00:31:17: Da gab's ja jetzt schon Fortsschritte in den letzten Jahren alleine dadurch, dass man bei Minuspol bei der Anode jetzt dem Grafit mehr Silizium zugesetzt hat.

00:31:27: Immer mehr würde gerne auf reine Silizien gehen ist aber schwierig aus verschiedenen Gründen weil das Silizum selber speichert halt ich sage es mal grob zehnmal mehr Lithium als des Grafits selber.

00:31:41: Das heißt je mehr man dazu mischen kann desto mehr bringt es was.

00:31:44: Auf der Kathodenseite ist es halt gelungen, immer nickelreichere und mit weniger Kobalt ausgestattete Systeme zu verwenden.

00:31:54: Das bringt in der Spannung was das bringt auch in in der Kapazität war so dass also auf der Seite schon weiter gegangen ist und auch noch weiter geht.

00:32:05: Beim Eisenfußfahrt hat man jetzt langsam begonnen, mehr Mangan oder überhaupt Mangan zuzusetzen.

00:32:12: Das bringt dann auch noch mal zehn, zwölf Prozent.

00:32:15: Also da tut sich was!

00:32:16: Dann das nächste wäre die Zellebene.

00:32:20: Die Zellebene galt bis vor Kurzem ist einmal so wie in Stein gegossen und ein Stein gemeißelt.

00:32:28: Man hat die Kattode, man hat den Separator, man hatte die Anode Und das war es dann.

00:32:35: Jetzt hat man vor einiger Zeit entdeckt, dass man die Anode in Anführungszeichen auch weglassen kann und das Ding funktioniert trotzdem.

00:32:42: Wobei ich jetzt mit der Anode nicht die gesamte Anode mein, sondern nur das Aktivmaterial.

00:32:48: Das heißt da ist die Idee des sogenannten Zero-Access Cells, die, dass über einen festen Separator, sprich Elektrolyt auf die anrunden Seite bringt und das scheidet sich dann direkt auf den Kollektor ab.

00:33:05: Spare ich Masse, spare ich Volumen.

00:33:07: Da gibt es also jetzt Ideen dass man damit noch mal um die Hälfte mehr Energiekapazität erreichen kann.

00:33:17: Und dann die größten Sprünge sind glaube ich möglich gewesen auf der höchsten Attegations-Ebene.

00:33:24: Das ist eben der Batteriepack.

00:33:27: während wir hier in Europa immer noch mit so klein Zellen arbeiten, die einen hohen Anteil an Inertmaterial wegen der Verpackung dem Gehäuse und den ganzen Vertratungen usw.

00:33:42: aufweisen.

00:33:43: Das sind dann insgesamt in so einem Pack nur... ...fünfundzwanzig bis dreißig Prozent überhaupt Speichermaterial.

00:33:50: Der Rest ist Gehäusel usw.. Haben die Chinesen von ein paar Jahren begonnen, großzügigere Strukturen zu machen und haben dann die Zellen praktisch nicht mehr in einzelne Modulen untergebracht.

00:34:01: Die man dann reinbaut sondern direkt in den Pack reingebaut.

00:34:06: Die fühlen dann praktisch die gesamte Breite aus.

00:34:09: Das sind dann die sogenannten Blade Batteries oder Silt-to-Pack Architekturen Und damit kann man einiges gewinnen.

00:34:16: Es ist dadurch halt noch mal eine Tür aufgegangen für die ganzen schwachen Batteriechemien wie Eisenfussfahrt, aber auch natriumionische Mie.

00:34:26: Man kann wenn man das in so eine Struktur indikiert praktisch Reichweiten erzielen, die ähnlich sind wie die, die man jetzt mit in Europa mit den hochnickelhaltigen und vielleicht noch kubalthaltigen teuren Systemen erreicht.

00:34:42: Also da hat sich einiges getan.

00:34:44: Kannst du vielleicht mal so einen Blick zurück, die letzten zehn Jahre zum Beispiel zurück wagen?

00:34:48: Da haben sich ja die Energiedichten von Lithium-Ionenbatterien sehr, sehr rasant gesteigert und das vielleicht mal in Zusammenhang setzen.

00:34:55: zu den Reichweiten zu gewinnen bei den E-Autos.

00:34:58: Ja, da gibt es eine schöne Übersicht beim ADAC Echo Test.

00:35:04: Die haben dann mal ne Zusammenstellung gemacht praktisch von Jahrzehnten ab bis zum Jahrzehnundzwanzig.

00:35:13: Damals, also in den Anfangsjahren war die Reichweite noch so bei hundert Kilometern gewesen und dann ging es dann hoch Mitte der Zehner Jahre.

00:35:24: damals hatten wir auch unser erstes Institutsfahrzeug das waren BMW i-III.

00:35:29: mit dem bin ich im Winter nicht mal nach Stuttgart an den Flughafen wieder zurückgekommen ohne dass sich der Hilfsmotor eingeschaltet hätte, der Range Extender.

00:35:40: Also das waren hundertfünfzig Kilometer.

00:35:42: Nominal hatte er zweihundert.

00:35:45: Dann ging es weiter hoch.

00:35:46: Ende der zwei Tausendzehnerjahre hat das ganze blässige Sprung gemacht und hatte ADAC dreihundert Kilometer im Schnitt ermittelt.

00:35:57: Und jetzt sind wir also so bei vierhundert etwa.

00:36:01: Ging also irgendjemand hat mal gesagt, dass geht pro Jahr sechs Prozent hoch oder so?

00:36:07: Das kann ich bestätigen.

00:36:08: Wir haben bei uns das auch mal analysiert, jetzt auf Zellebenen in dem Fall nur und wir sind bei etwa fünf Prozent pro Jahr gelandet.

00:36:15: Du hast jetzt vorhin die LFP- und die NMC Materialien hervorgehoben?

00:36:19: Wie unterscheiden sie sich denn jetzt bei tiefen Temperaturen?

00:36:22: Wir haben vorhin gehört es ist ein Problem aber ist das für beide gleichsam ein Problem?

00:36:27: Nee, ist es nicht!

00:36:28: Und es hängt mit dem Speichermechanismus zusammen.

00:36:31: Man muss sich vorstellen, diese NMC-Materialien sind also so Systeme die sehen von der Struktur aus wie ein Parkhaus.

00:36:42: Also Schichten und dazwischen fahren die Autos respektive die Lithium-Ironen rum.

00:36:49: Bei LFP hat man eher tunnens Röhren, das heißt im einen Fall hat man eine zweidimensionale Beweglichkeit, im anderen Fall eine eindimensional Bewegligkeit.

00:37:00: Und wenn es kalt wird, dann schrumpft ja alles ein bisschen.

00:37:04: Alles zieht sich ein bisschen zusammen.

00:37:06: Dann ist es bei den Lithium-Ionen die sich in dieser Parkhausebene befinden immer noch leichter sich zu bewegen als die, die nach engen Röhre stecken.

00:37:16: Damit sind nämlich gleich ziemlich eng.

00:37:18: und das führt auch dazu dass man bei minus zwanzig Grad da hast du vielleicht noch siebzigfünfundsiebzig Prozent Restkapazität bei NMC Materialien bei LFP, wenn man nichts macht.

00:37:32: Aber das tut man ja.

00:37:34: Man heizt die Batterien vor, wenn er laden möchte.

00:37:41: Wenn der die Kalt fair ist dann hast du noch sechzig Prozent.

00:37:44: und es ist auch das Schöne als Perspektive beim Natriumion Batterien.

00:37:50: da hätten wir halt aus verschiedenen Gründen über neunzig Prozent Das heißt, wir hätten praktisch bei Minusgraden so gut wie keine Verluste.

00:37:59: Hängt natürlich auch wieder ein bisschen von der Batteriechemie im Detail ab.

00:38:03: aber da ist die Perspektive einfach die dass die Natremion leichter beweglich sind.

00:38:07: Der Elektrolytis ist flüssiger bei tiefen Temperaturen und ladert diese Sachen.

00:38:12: also da gibt es eigentlich eine schöne Perspektiv für die Zukunft.

00:38:16: Jetzt mal ein ganz schwarzes Bild.

00:38:19: Ich sitze in einem E-Auto bei einem verschneiten Tag, ich bin irgendwo im Stau auf der Autobahn und ich bin bei null Prozent.

00:38:27: Mein E-auto geht aus!

00:38:29: Geht das einfach aus?

00:38:30: oder was passiert dann genau?

00:38:32: Die meisten Autos haben eine noch verminderte Leistungsfähigkeit.

00:38:36: da wird die Motorleistung vielleicht auch fünfzig Prozent reduziert und man kann immer noch so zwanzig dreißig Kilometer weiterfahren um irgendwie nach Hause zu kommen oder an die nächste Ladesolle zu kommen.

00:38:49: Ich würde eigentlich den Automobilerstellern empfehlen, das nicht zu machen weil die meisten Fahrer trauen sich sowieso nicht auf null runterzufahren und hören schon bei zehn Prozent Restkapazität auf.

00:39:04: Das heißt eigentlich verschenkt man eine gewisse Reichweite damit.

00:39:06: Ja, Markus, Max.

00:39:07: Herzlichen Dank für eure Expertise und eure Einschätzung!

00:39:10: Liebes Publikum, schreibt uns doch mal in die Kommentare was ihr so zu den Reichweiten, was ihr dafür Erfahrungen gesammelt habt.

00:39:16: Habt ihr auch die Reichweite Angst noch oder sagt ihr das es eigentlich schon längst erledigt?

00:39:20: Ansonsten sind wir am nächsten Sonntag wieder für euch da.

00:39:22: Macht's gut bis dahin.

00:39:24: Tschüss!

00:39:26: Wir freuen uns, dass ihr zugehört habt und noch mehr freuen würden Patrick und ich uns darüber wenn ihr diesen Podcast bewertet.

00:39:33: Da gibt es meist so eine fünf Sterne Funktion.

00:39:35: das ist für uns immer ganz toll wenn wir wissen was wir in Zukunft besser machen können.

00:39:40: Wenn nicht schon passiert dann abonniert auch gerne den geladen podcast und empfiehle uns auch gerne weiter.

00:39:45: Bedanken wollen wir uns bei all unseren Gesprächsgästen, speziell unseren Partnerinstituten und natürlich allen die hinter den Kulissen sonst noch so mitwerken.

00:40:16: Eine

00:40:17: Forschungsplattform

00:40:18: des Karlsruher Instituts für Technologie

00:40:20: und der Universität Ulm.

00:40:22: Außerdem unterstützen diesen Podcast das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg, und das Deutsche Zentrum for Luft & Raumfahrt.

Kommentare (1)

Geladen Hörer

Danke für die tollen Interviews und Recherchen, die ihr uns jede Woche aufs Neue zur Verfügung stellt! Ich habe von euch schon sehr viel über Batterien und Elektroautos gelernt! Eine Frage, die ich mir jedoch immer noch stelle ist, woher es kommt, dass die Temperatur der Batterien so viel Rolle für deren Energieinhalt spielt. Wenn ich mir vorstelle, dass ich die Batterie im warmen Zustand volllade (z.b. in der Garage) und dann mit den Auto in der Kälte fahre, dann dürfte doch die enthaltene, geladene Energie der Batterie nicht einfach von sich aus weniger werden, nur weil die Batterie kalt wird. Mir ist natürlich klar, dass man bei Kälte mehr Energie für die Heizung des Innenraumes benötigt, aber darum geht es ja nicht, es geht mir um das Verständnis der Batteriephysik oder -chemie selbst. Die geladene Energie kann ja nicht einfach verloren gehen. Ich verstehe schon, dass möglicherweise der Innenwiderstand der Batterie steigt, was beim Entladen zu Verlusten in der Batterie führt, aber genau diese Verluste müssten doch dann auch wieder zur inneren Erwärmung der Batterie führen, wodurch sie eben nicht mehr kalt ist, und der Innenwiderstand wieder sinken müsste. Es heißt ja auch oft, eine kalte Batterie könnte gar nicht so viel Energie aufnehmen. Wie ist das dann, wenn ich eine Batterie im warmen Zustand lade, dann kühlt sie z.B. über Nacht ab, und wärmt sich am nächsten Tag wieder auf, ohne dazwischen weiter geladen oder entladen zu werden. Verliert sie dann durch die vorrübergehende Abkühlung Energie? Fall ja, wo geht die hin... Fragen über Fragen. Könntet ihr auf dieses Thema einmal etwas näher eingehen? Vielleicht habt ihr auch schon mal darüber gesprochen, aber ich habe noch keine für mich logisch Antwort gefunden. Danke, und bitte macht weiter so!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.