Hormus eskaliert und unsere Politik hat keinen Plan - Dirk Specht
Shownotes
Die Schließung der Straße von Hormuz hat die fossile Abhängigkeit der Welt schlagartig sichtbar gemacht – und gleichzeitig gezeigt, wer vorbereitet ist und wer nicht. Dirk Specht, Aufsichtsrat und Unternehmer im Energiesektor, hat die Krise auf einer zweimonatigen Asienreise hautnah miterlebt. Sein Fazit: Während Indien Gaskocher in acht Monaten verbannen will, Indonesien Diesel-Aggregate aus dem Netz wirft und Sri Lanka seinen Solarausbauplan um vier Jahre vorzieht, landet Deutschlands Antwort – ein Tankrabatt – direkt bei den Ölkonzernen. China hat das Dilemma fossiler Abhängigkeit seit Jahrzehnten strategisch durchgespielt, u.a. in Hinblick auf die Straße von Malakka. Seitdem laufen die Fünfjahrespläne, werden übererfüllt, und seit Januar gilt per Gesetz: Kohlekraftwerke sind Reserve, kein einziges neues ist noch wirtschaftlich. Die Energiewende dort ist kein politisches Versprechen – sie ist Industriepolitik mit Ausführungsplan. In Deutschland hingegen bremst ein geschicktes Netzwerk aus Genehmigungshürden, gestärkten Netzbetreibern und methodisch fragwürdigen Systemkostenrechnungen den Ausbau der Erneuerbaren – mit absehbaren Folgen für Strompreise, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Dirk ordnet ein, was hinter der 36-Milliarden-Rechnung von Ministerin Reiche steckt und was Verbraucher und Unternehmen jetzt tun sollten, unabhängig davon, was die Politik entscheidet.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Diese Politik ist auf Kante genäht.
00:00:01: Selbst wenn man sagt, ich will jetzt hier noch ein paar Jahre Fossil leben, dann wird das so teuer!
00:00:06: Ich glaube nicht dass es gut ausgeht und da sollte jeder sich
00:00:08: rausziehen.".
00:00:09: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre hat uns die fossile Abhängigkeit in eine schwere Energiekrise geführt.
00:00:16: Und was machen die politischen Entscheidungsträger?
00:00:19: Sie reagieren mit kurzfristigen Entlastungen aber haben offensichtlich keine mittel- oder langfristige Strategie um sich aus dieser Abhängigkeiten zu befreien.
00:00:28: Dabei scheint eine Mehrheit der Bevölkerung schon weiter zu sein als die Politik.
00:00:54: der
00:01:00: Batterie Podcast mit Daniel Messling und Patrick Rosen.
00:01:06: Und damit willkommen zu geladen, dein Batterie-Podcast zur Energiewende!
00:01:10: Ja ich freue mich heute erneut im Podcast begrüßen zu dürfen.
00:01:13: – Dirk Specht?
00:01:14: Hallo Dirk!
00:01:15: Hallo
00:01:15: grüß dich, danke für die Einladung!
00:01:17: Ja gerne!
00:01:18: Du bist Aufsichtsrat und Unternehmer im Digital- und Energiesektor außerdem Dozent für Medienökonomie und zuvor da warst du unter anderem Digitalchef der FAZ.
00:01:29: Ja Dirk, für dich als Ökonom und Energieexperte da waren die letzten Monate wahrscheinlich hoch spannend was da alles passiert ist.
00:01:36: Wir versuchen das heute so ein bisschen einzuordnen auch ins größere Bild in die historische Dimension.
00:01:41: vielleicht Die Schließung der Straße von Hormuz, die gilt ja als einer der gravierendsten Einschnitte in die globale Energieversorgung seit Jahrzehnten muss man sagen.
00:01:51: Wie ordnest du denn jetzt so die aktuelle Lage in ihren historischen Kontext und die Dimension ein?
00:01:58: Jetzt im Hinblick auf Ölpreise, Lieferketten und natürlich die Versorgungssicherheit?
00:02:02: Ja sehr gute Frage!
00:02:03: Und tatsächlich eine, die ich ziemlich live miterlebt habe.
00:02:07: Zunächst mal zur Nachrichtenlage gibt es ja zwei extreme Lager.
00:02:10: Das eine Lager ist, das weist auf die unmittelbaren Lieferketten hin.
00:02:15: da kriegen wir aus Formus beispielsweise nicht so viel Öl und Gas.
00:02:19: Das ist dann eher harmlosend.
00:02:21: ich finde es bemerkenswert wenn sowas aus Regierungskreisen geäußert wird.
00:02:25: das halte ich für ein bisschen fahrlässig.
00:02:28: Obwohl die Informationen zunächst mal richtig sind, dann haben wir auf der anderen Seite Aussagen wie von der internationalen Energieagentur.
00:02:35: Die sagt das ist die größte Ökrise, die uns je bevorstand da fallen.
00:02:40: Fünfundzwanzig bis dreißig Prozent je nach Ölsorte oder auch Gas aus und dass es viel viel mehr als wenn in siebzig Jahren.
00:02:48: Auch eine richtige Information.
00:02:50: Die Frage ist jetzt wo?
00:02:51: Wo ist sozusagen die Wahrheit also?
00:02:53: Die Wahrheit ist zum einen und das sieht ja jeder Was die Preise betrifft, ist das innerhalb von vier Stunden einmal um den Globus rum.
00:03:02: Und da reagieren selbst in Texas um fünfzig Prozent die Tankstellenpreise nach oben, obwohl sie aus der Ravinerie und dem Bohrloch direkt nebenan versorgt werden und mit Sicherheit null Prozent jemals aus Hormuz bekommen werden.
00:03:16: Und diese Betroffenheit sollte natürlich jeder erkennen.
00:03:19: Die spüren wir ja auch.
00:03:21: Und die hat natürlich ökonomische Folgen.
00:03:22: also müssen hier auch In den Lieferketten, das schon angesprochen sind ja Energiepreise, Basispreise und Logistikpreise.
00:03:29: Und sowas müssen wir natürlich hier Inflationsspiralen erwarten und befürchten – und dass es selbstverschämtlichen Thema das weltweit alle beschäftigen wird!
00:03:39: Wir haben auf der einen Seite inzwischen sicherlich eine Weltwirtschaft die nicht mehr so vom Öp-Preis abhängig ist.
00:03:46: Viele, viele Branchen, die haben mit Energiepreisen auch gar nicht so viel zu tun.
00:03:50: Das sollten diejenigen, die Energiepreise und Industrialisierung und ähnliches zusammenbringen vielleicht auch mal bedenken.
00:03:58: Also wir werden sicherlich Einflüsse in der Weltwirtschaft haben, auch im BIP haben.
00:04:02: das wird auch unterschiedliche Regionen treffen.
00:04:05: aber so die große Weltwirtschaftskrise sehe ich nicht und dann auch nicht diese riesigen Inflationsspiele ein, die wir mal gesehen haben.
00:04:13: also die hysterischen Meldungen die teile ich nun auch nicht.
00:04:17: was aber wichtig ist Du hast es schon angesprochen, historische Einordnung.
00:04:22: Das ist natürlich auch die Frage wie unterscheide ich jetzt hier kurzfristige Krisenreaktionen von den langfristigen Auswirkungen?
00:04:30: und womit beschäftige ich mich?
00:04:32: Und gutes Krisenmanagement ist natürlich immer beide Ebenen oder mehrere Ebenend zu betrachten und zu sagen Ich muss kurzfristig irgendwie reagieren aber ich muss vor allen Dingen noch für Richtiger die langfristige Ebene betracht.
00:04:45: Wenn wir jetzt hier nach Europa gucken, da wird natürlich auch über die Folgen diskutiert.
00:04:49: Aber du kommst jetzt gerade von einer zweimonatigen Asienreise zurück und hast da ganz andere Situationen gesehen.
00:04:56: Man liest das natürlich manchmal in der Zeitung irgendwie dass es da deutlich dramatischer zugeht aufgrund dieser Ereignisse in Hormus.
00:05:06: Hol uns mal ab wo warst Du genau?
00:05:07: Und was hast Du dafür Beobachtungen mitgebracht?
00:05:10: Ja ich bin tatsächlich zwei Monate quer durch Asien gereist Angriff der Amerikaner geahnt und auch den Flug über Dubai ein bisschen vorgezogen.
00:05:21: Und bin tatsächlich so gerade durchbekommen, hatte dann aber auch sehr viel mit Reisechaos zu tun bei Flügel und alles bis Zentralasien ausgefallen.
00:05:29: da lief nichts mehr normal.
00:05:31: deshalb habe ich sozusagen hautnah gespürt.
00:05:34: und natürlich die Reaktionen vor Ort.
00:05:35: Ich hab mehrere Länder besucht das waren sechs Rundreise Und dadurch auch sehr viele Reaktionen, sowohl von Leuten auf der Straße sozusagen wie man sagt also aus der Gesellschaft als auch live.
00:05:49: Wir machen die Regierung das und fangen wir da mal an bevor wir nach Europa kommen.
00:05:54: ich habe natürlich parallel die Nachrichtenlage und auch die Reaktion von europäischen Regierungen studiert und da schon festgestellt war ein ziemlicher Unterschied.
00:06:05: Es ist natürlich so, die Nachricht stimmt ja.
00:06:08: Die direkte Versorgung aus Formus geht überwiegend nach Asien.
00:06:12: Deshalb gab es sehr drastische Maßnahmen um sowohl auf die Preise zu reagieren als auch auf physische Versorgungen zu reagiren.
00:06:23: Das ist im Unterschied zur Europa durch Doppelstrategien erfolgt.
00:06:28: vor allen Dingen hat man sich zunächst mal um den Verbrauch gekümmert das heißt sind jede Menge energiesparen Maßnahmen ergriffen worden, das ging bis zur Rationierung von Treibstoff.
00:06:39: Was aber auch sehr intelligent gemacht wurde weil man eben nicht mit Giscan reagiert was ich hier in Europa häufig feststellen muss sondern man hat sehr unterschieden zwischen Lebensmittelproduktion Logistik Transport und solchen Themen.
00:06:57: die hat man entlastet.
00:06:59: da sind auch teilweise Preissubventionen gezahlt worden damit Inflationsspiralen sehr effektiv verhindert werden.
00:07:07: Und ansonsten hat man brutal bis hin zu Schließungen von Behörden, Homeoffice-Regelung und den gesamten Energiebedarf einfach untergebracht und dadurch natürlich auch die Preise entlastet insgesamt in die Preisse da obwohl die physische Versorgung direkt dran hängt geringer gestiegen als im Europa.
00:07:25: Als nächster Punkt dann aber sofort in der Kommunikation der Regierung auch die mittel- und langfristigen Folgen.
00:07:32: Was machen wir denn jetzt?
00:07:34: Und dadurch ist die gesellschaftliche Akzeptanz sehr hoch, auf der einen Seite haben die Leute gesehen das ein Paket von Maßnahmen, das tut weh was aber eben auch die Preise reduziert uns.
00:07:45: zugleich bleibt es nicht dabei sondern die Regierungen haben kommuniziert was machen wir aus der Krise?
00:07:50: wie reagieren wir?
00:07:51: wie reagiren wir langfristig?
00:07:54: und diese Maßnahmen sind teilweise wuchtig.
00:07:57: also ich will nur zwei Beispiele nennen.
00:07:59: Zu meiner Überraschung in Indien habe ich erfahren, dass der größte Gasverbrauch in Indiens das Kochen ist.
00:08:06: Millionen Gar Küchen!
00:08:09: Und seit Jahren überlegen die, wie kommen wir da weg?
00:08:11: Weil es wird alles über Energy versorgt.
00:08:16: Relativ teuer und Indien hat jetzt auch eine zehnjährige Diskussion hinter sich.
00:08:22: Ist das sinnvoll?
00:08:23: machen wir da irgendwas anderes.
00:08:25: und die haben jetzt beschlossen, dass bis zum Jahresende verboten ist komplett Das heißt, innerhalb von acht Monaten müssen diese Graskocher alle weg.
00:08:34: So im Parallel hat man ein Förderprogramm aufgelegt um mit Induktionsöfen zu kochen und zu elektrifizieren.
00:08:43: Und diese Induktion die ja auch besonders effizient sind, diese Indektionsgeräte hat man mit ein paar nationalen Herstellern geplant dass da auch sehr kleine gebaut werden können.
00:08:54: Das heißt, das ist nicht nur ein politisches Ziel.
00:08:56: Sondern da ist auch ein Ausführungsplan dahinter.
00:08:58: wie funktioniert es denn?
00:09:00: Das sind also nicht nur große sondern auch so kleine eine zwei Platten die hergestellt werden sogar in eigener Wertschöpfungskette und die Lieferanten haben gesagt, das kriegen wir bis Jahresende hin.
00:09:10: Punkt!
00:09:12: Also eben das böse Verbot aber dann eben auch die Ermöglichungen auf der anderen Seite.
00:09:16: Ein anderes Beispiel ich glaube es war Bangladesh.
00:09:19: Da wird seit Jahren diskutiert dass die einen Gigawatt Diesel-Aggregate im Stromsystem haben.
00:09:27: Und das ist natürlich eh schon lange viel zu teuer, es auch eine Umwelt-Sauerei und jetzt ist Diesel natürlich besonders betroffen weil ja in Hormuz auch teilweise Ravinarien ausfallen und nicht nur Ökwellen.
00:09:38: also haben die gesagt was machen wir?
00:09:39: Auch da bis zum Jahresende verboten!
00:09:42: Die müssen raus.
00:09:43: Zehn Jahre diskutiert, jetzt wird's in acht Monaten durchgezogen auch da Ersatzplan über PV-Parks, Batterien und so mit lokalen Lieferketten.
00:09:53: Also auch ein Ausführungsplan dahinter.
00:09:56: in Sri Lanka ist ein Solarausbauplan von zwanzigdreißig auf Ende sechsundzwanzig vorgezogen worden.
00:10:04: das darf jetzt halt nicht mehr zehn Jahre dauern sondern nur noch acht Monate.
00:10:08: und dahinter liegen Ausbauplenne konkrete Pläne.
00:10:12: Schöne Beispiele hast du da aus Asien mitgebracht, deswegen mal die Frage.
00:10:16: Was denkst du denn wenn wir irgendwann zurückblicken jetzt auf diesen Zeitpunkt?
00:10:20: Denkst du das wird eine Art Wendepunkt in der globalen Energieordnung dann hin zu einer viel stärkeren Hinwendung zur erneuerbaren Energien?
00:10:29: Ja und auch dass ist eine interessante strategische Beobachtung weil das kommt ja nicht überraschend Das wissen auch die kleineren asiatischen Länder.
00:10:38: ich habe jetzt von China noch nicht gesprochen.
00:10:41: nochmal eine ganz andere Geschichte.
00:10:43: Und interessanterweise wird man darauf hingewiesen, dass insbesondere die Europäer hier irgendwie in einem Tiefschlaf sind weil die Versorgungsengpässe und die Risiken rund um diese fossilen Versorgungwege sind ja nun dreißigvierzig sechzig Jahre das kennen wir ja und es wird nicht besser.
00:11:02: vor allen Dingen wird man drauf hingewisen und ist auch eine völlig normale strategische Überlegung, dass dieser Hormuzkonflikt bei dem jetzt die meisten davon ausgehen, dass sich beide Parteien irgendwie einigen werden.
00:11:15: Was er auch noch nicht sicher ist?
00:11:17: Ja den nächsten Homuskonflikt schon vorbereitet weil keiner geht ja davon aus das da jetzt gerade mit diesem iranischen Regime irgendwas gelingt was dann zwanzig Jahre die Superstabilität leistet.
00:11:30: also jetzt mal Klimaschutzmaßnahmen und ähnliches dahingestellt.
00:11:35: aber es ist vollkommen klar dass fossile Lieferketten völlig unzuverlässig bleiben, und zwar inzwischen sowohl was die Preise betrifft als auch was die physische Versorgung betriffe.
00:11:48: Das ist ja auch ein neuer Einschnitt hier!
00:11:50: Wir hatten ja bisher die Situation das Ölkrisen in der Regel dann über den Preis irgendwie reguliert werden konnten.
00:11:56: so alte Ökonomie, dann steigt eben der Preis und dann sorgen die Unternehmen dafür, dass sie Liefer ketten irgendwie laufen und dann regelt sich das wieder und dann sinkt die Preisse wieder.
00:12:04: Schöne alte Welt.
00:12:06: Hier ist ja erstmals wirklich die physische Versorgung militärisch genutzt worden als Instrument.
00:12:13: Und das ist eine ganz andere Dimension, deshalb ist vollkommen klar dass diejenigen, die keine eigenen fossilen Rohstoff haben von diesen fossilen Ruhstoffen runter müssen.
00:12:24: Das ist globale Strategie und jeder der sich verstanden hat wird sie so schnell wie möglich ausführen.
00:12:30: Ja, dann sprechen wir doch mal über China.
00:12:33: Wir sehen das hier und besprechen es auch in diesem Podcast seit Jahren wie die chinesische Regierung auf die Gefahr fossiler Abhängigkeit reagiert nämlich mit einer konsequenten Elektrifizierung natürlich auch mit anderen Maßnahmen aber das steht sehr im Vordergrund bei ihren Bemühungen Und wie klar sie auf diese Grundsätze darin umsetzt.
00:12:51: die Regierung, das kann man an einem schönen Beispiel erörtern was vielleicht hier gar nicht so vielen bekannt ist.
00:12:56: Nämlich einer anderen Mehrenge nämlich der Straße von Malaka.
00:12:59: im Jahr zwei tausend drei ungefähr hat der damalige chinesische Generalsekretär Hu Jintao schon vom Malakadilemma gesprochen.
00:13:09: Erklär mal kurz, was ist das Malaka-Dilemma für China?
00:13:12: Und was haben die da für Konsequenzen drausgezogen.
00:13:14: Wie haben sie jetzt über Jahrzehnte im Prinzip sich darauf vorbereitet oder bereiten Sie sich immer noch vor und was setzen Sie darum dazu um?
00:13:23: Malaka kann man als die ganz große, ganz dicke viel größere Schwestern von Hormuz bezeichnen.
00:13:33: Das ist ein sehr langer Seeweg der beginnt irgendwo südlich von Thailand und endet in Singapur, einer der größten Seehäfen überhaupt.
00:13:42: Die ist also viel länger.
00:13:44: Je nachdem wie man sie misst, ist es acht, neun, hundert Kilometer lang und teilweise an vielen Stellen viel, viel enger als Formus.
00:13:51: Und das Problem, dass schon seit frühen Seedseiten bekannt ist – es ist militärisch an ganz vielen Stellen sehr einfach die zu blockieren!
00:14:02: Das können sehr viele und wir sehen jetzt im Iran, dass dazu auch ein bisschen Drunnentechnologie und so ausreicht.
00:14:07: Und dann ist die blockiert.
00:14:09: natürlich es seit dem Aufstieg Chinas mit vor allen Dingen dieser Import-Export Abhängigkeit weil das alte chinesische System ja daraus Bestand sehr viel zu importieren an Rohstoffen einfachen Vorprodukten da ich sag mal mittelmäßige Industrie Produktion drauszumachen und das wieder zu exportieren war die Lebensader von China natürlich malakar.
00:14:35: Weshalb dann in der Auseinandersetzung mit den Amerikanern immer die Befürchtung bestand, dass die Amerikaner, die das wahrscheinlich länger überleben würden als die Chinesen – also tut den Amerikamern auch nicht gut -, dass das eine einfache militärische Methode wäre, China im Prinzip abzuwirken?
00:14:53: und so muss man es an.
00:14:54: Das ist jetzt die alte Geschichte.
00:14:56: Goldman Sachs hat jetzt ein Studie aufgelegt, das ist also schon ein bekanntes Thema.
00:15:01: Was würde denn in der Weltwirtschaft passieren, wenn da irgendjemand blockieren würde?
00:15:06: Und dann kam raus, dass der Schaden so ungefähr die Finanzkrise, die Corona-Krise und die Ukraine-Krisen und die Hormuz-Krize in Summe wäre.
00:15:16: Weil da eben nicht nur Rohstoffe sondern auch Waren hin und her, das würde dem Welthandel sozusagen viel größere Lebensader abschneiden.
00:15:26: Also insofern ist die Bedeutung riesig und ich lehse mich darauf vor.
00:15:30: Wie bereiten Sie sich denn darauf vor?
00:15:31: Vielleicht
00:15:32: ist es wichtig an der Stelle ein bisschen auszuholen, wie das chinesische System sich organisiert.
00:15:38: Weil bei uns gibt diese einfachen Totschlagerargumente eine Autokratie und die können ja dieses und jenes auch.
00:15:45: Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen, politisch-kulturelle Hinweise... Und ich bin kein Freund des chinesischen Systems!
00:15:51: Ich mag das nicht.
00:15:52: Das will ich an dieser Stelle wirklich mal klarstellen.
00:15:55: Aber die stehen in Wettbewerb zu uns und wir müssen uns einfach mal anschauen, wie arbeiten sie denn?
00:16:00: Wie organisieren die sich dann.
00:16:02: Und das als autokratisches System abzustempeln ist einfach verkürzt – es ist völlig falsch Darstellung!
00:16:10: Das ist im Kern, im Motor eigentlich eine hervorragende aufgestellte Technikratie, die eben sehr gut funktioniert.
00:16:17: und wir sollten vielleicht auch mal fragen warum funktionieren die und wie kann man das erkennen?
00:16:22: Es gibt in China, da muss man jetzt vielleicht auch historisch verstehen natürlich die vielen negativen Folgen von autokratischen Systemen.
00:16:30: Die haben wir ja schmerzlich in der Mao-Zeit erfahren als viele Millionen Menschen verhungert sind und das Land eigentlich fast in Entwicklungsland abgestürzt ist.
00:16:42: Das kommt ja aus diesen Nachteilen von autokratischen System.
00:16:46: Und genau diese Nachteile dass sie insgesamt Autokratie sind kann man sicherlich noch sagen.
00:16:51: Aber diese Nachteile haben sie sehr gründlich aufgearbeitet.
00:16:55: Es gibt in China so ein Superministerium, das ist die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, die öffentlich auch publiziert – das kann man auch lesen!
00:17:06: Und dass Pingpong spielt zwischen dieser und der Zentralregierung?
00:17:10: Das kann man sich anschauen.
00:17:12: Es funktioniert nämlich so, dass die Zentralregierung bestimmte Strategien und Ziele vorgibt.
00:17:18: Und eines der Ziele, das es gerade besprochen worden ist Autarkie – sein Ziel von vielen!
00:17:24: Solche Ziele werden definiert und diese Kommission arbeitet dann an konkreten Ausarbeitungen.
00:17:33: Das machen sie aber interdisziplinär hochwissenschaftlich in Interaktion mit wissenschaftlichen Instituten mit den sehr starken Provinzen, mit der Privatwirtschaft und in einem klaren Wettbewerb.
00:17:46: Da werden also viele Meinungen eingeholt da werden viele Forschungsergebnisse angestoßen und dann liefert dieses Superministerium an die Zentralregierung konkrete Möglichkeiten wie man das umsetzen kann.
00:18:01: daraus werden dann Reden des Staatspräsidenten Grundsatzreden in denen er zum Beispiel sagt wir wollen durchaus klimaneutral werden.
00:18:10: Wir wollen autark werden, wir wollen wachsen!
00:18:13: Wir wollen die größte Weltwirtschaft werden.
00:18:15: und all diese Themen.
00:18:16: Die fallen nicht vom Himmel, die sie reden.
00:18:19: Und das System ist an der Stelle schon komplett auf Erfolg getrümmt, weil es geht nicht darum nette politische Botschaften loszulassen sondern es geht darum dass der Staatspräsident an dieser Stelle Ziele formuliert, die auch funktionieren.
00:18:33: Das ist keine politische Aussage wie Sie bei uns kennen – die gelten.
00:18:37: Und schon da darf man hier im Westen mal zuhören, wenn der das sagt.
00:18:41: Dann wird es auch kommen!
00:18:43: Daraus werden dann diese fünf Jahrespläne gemacht die veröffentlicht werden.
00:18:49: in den ganz konkreten Zahlen stehen ja also zum Beispiel Klima ausstieg bis zweizig sechzig jedes Mal konkrete Wachstumsziele für die nächsten Jahre Technologieziele Industrieziele strategische Ziele militärische Zieles Ganzes Konvolut mit mit konkreten zahlen und Plänen Und die werden veröffentlicht.
00:19:09: Die werden seit zwanzig Jahren überfüllt und immer wenn sie über erfüllt werden, kommen bei uns die Nachrichten auch ist aber erstaunlich.
00:19:19: Da läuft das schon, da läuft die Maschine schon zehn Jahre und die ist komplett unpolitisch, undokmatisch nicht ideologisch sondern pluralistisch wissensbasiert und hat nur ein Ziel dass es funktioniert dass das real funktioniert.
00:19:40: Ich rede damit Staatsbeamten, die sagen ich kann mir alles leisten nur, dass sich hier irgendetwas vorschläge was nicht besser über erfüllt wird als erfüllt.
00:19:49: Das kann ich mir nicht leisten und sie sind daher als Gesamtsystem so auf Erfolg und Erfüllung dessen was Sie sagen.
00:19:58: Das ist aber hier gar nicht kennen.
00:20:00: wir bauen Flughäfen, die werden viermal teurer und dauern doppelt so lange und sagen es ist Teil unseres Systems geworden weil es irgendwie demokratischer ist oder was, ich versteh's nicht.
00:20:10: Also diese Ergebnisorientierung ist da teilweise sogar im Staatsapparat knallhafter als bei uns in Unternehmen.
00:20:18: Bei uns werden die Unternehmen immer Interessen geleiteter politischer Machtorientierter.
00:20:25: Das is in China in diesem Segment nicht so.
00:20:28: das ist eine Autokratie, weil die Macht der Partei steht überall, die steht ganz oben Die steht absolut über allem.
00:20:35: Das ist auch Politik, das ist Autokratie aber die, dass funktionieren, dass reale funktionieren darunter ist absolut eingebaut in dieses System.
00:20:45: Das kann kippen.
00:20:46: also es gibt momentan Stimmen die sagen ob das mit diesem Staatspräsidenten der jetzt wieder Amtsverlängerung und Ersäuberungsaktionen durchführt Weiter geht es, wir haben also Sorge dass da so dieser alte Führerkult wieder nach vorne kommt und das diese sachbezogene Funktions- und ergebnisorientierte Entscheidungsfindung und eben auch Durchführungen kippen könnte.
00:21:10: kann passieren aber momentan arbeiten die so.
00:21:12: Und ich kann jedem nur empfehlen die Veröffentlichungen dieses Ministeriums und da hängen jede Menge Forschungsinstitute drunter einfach regelmäßig zu lesen, die schreiben seit zwanzig Jahren auf was sie machen und Sie machen es.
00:21:27: Und das ist etwas anderes als Bauen sich Berichte seit seit Jahrzehnten über dieser Ergebnis sondern kriege ich hier dieselben Reaktionen mit unserer Lesart kommen ja dass es eine Studie mehr hat halt irgendwas aufgeschrieben und das ist halt ne politische Aussage und so da hängt ein Riesenapparat dahinter und wir sollten einfach mal davon ausgehen was da steht wird auch kommen.
00:21:49: Ja, ich glaube das ist tatsächlich für viele hier immer noch überraschend.
00:21:53: Viele haben glaube ich so ein Bild im Kopf.
00:21:55: da gibt's diese Parteifunktionäre die sich dann in einem Hinterzimmer da zusammenschließen und dann irgendwas ausklüngeln und daraus entstehen dann diese fünf Jahrespläne.
00:22:04: aber was wirklich dahinter steckt was du gerade beschrieben hast es ist ja relativ unbekannt habe ich mal so den Eindruck und grade auch auf der politischen Ebene hin Europa und das ist natürlich fatal.
00:22:15: also Hinwendung zu wissenschaftlichen Erkenntnis in diese Fachexpertise auf verschiedenen politischen Ebenen, in Ministerien die du gerade angesprochen hast.
00:22:25: Fehlt das hier ein Stück weit in Europa aus deiner Sicht?
00:22:29: Also könnte man sich da eine Scheibe abschneiden wenn es um politische Entscheidungsprozesse geht dass wir uns viel stärker auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Fachexpertiese dann auch wirklich konzentrieren.
00:22:40: Das ist ganz sicher bei uns tief ins System durchgesickertes Problem.
00:22:46: Wir haben beispielsweise uns in der Politik dran gewöhnt, dass wir alle paar Jahre unsere politische Richtung ändern.
00:22:55: Unsere Ziele ändern, das ist Normalität geworden.
00:22:58: Wie sollen Unternehmen da planen?
00:23:00: Wie sollen wir da Planungsgrundlagen haben?
00:23:02: Wir haben uns daran gewöhnte Politik Ziele ausruft die wir alle nicht glauben wo wir dann mal schauen ob das denn so kommen wird.
00:23:13: Ziele formuliert und in Gesetze gießt, aber keiner guckt sich hinterher an.
00:23:17: Wie werden die denn umgesetzt?
00:23:19: Was ist denn die tatsächliche Zielerreichung?
00:23:22: was kommt dann hinten raus?
00:23:23: wie können wir denn daran justieren?
00:23:25: Wir haben uns also an diese ständigen Plan Unterschreitungen und Ziel Abweichungen und ziel Änderungen haben wir uns gewöhnt Und natürlich haben sich unsere Unternehmen in diesem System eingerichtet Die handeln inzwischen ähnlich immer kurzfristiger immer mehr schauen, was ist gerade die politische Richtung?
00:23:45: Was ist die Planungsrichtung?
00:23:47: und je längerfristig die Unternehmen planen müssen, desto eher.
00:23:49: nein sie dazu da gehe ich lieber woanders hin.
00:23:52: Was ich immer häufiger höre das will ich an der Stelle wirklich mal einwerfen wenn ich unterwegs bin es wir arbeiten unglaublich gerne mit deutschen Unternehmen zusammen weil die Kompetenz sind sehr präzise und sehr lieferfähig.
00:24:06: aber in Deutschland machen wir lieber nichts mehr Und ich werde immer wieder gefragt, was passiert denn da eigentlich?
00:24:13: Ihr seid doch so kluge Leute.
00:24:15: Ihr habt so gute Kompetenzen, ihr habt so eine gute Wissenschaft und ihr liefert auch immer total zuverlässig.
00:24:23: der Ruf den ihr habt, den habt ihr zurecht aber in eurem eigenen Land ist davon immer weniger zu spüren und das sollten wir uns schon anschauen.
00:24:33: also wir haben die Mittel aber wir setzen sie lausich um.
00:24:36: Ja, kommen wir später noch mal drauf zu sprechen.
00:24:38: Aber ich würde gerne nochmal bei China bleiben.
00:24:40: Wärt ihr doch mal gerne nochmal ein bisschen konkreter was jetzt diese Fahrpläne von der chinesischen Regierung angeht?
00:24:46: Wo stehen die denn jetzt?
00:24:47: gerade beim Ausbau der Erneuerbahn aber auch Kohleausstieg, Netzausbau und Speicherplanung?
00:24:53: Und vielleicht kannst du auch nochmal speziell auf die Kohlekraftwerke eingehen.
00:24:57: da kriegen wir nämlich ständig Kommentare von Leuten die sagen ja Moment Mal!
00:25:01: Ihr erzählt das hier immer so toll dass China bei der Energiewende so vorangeht.
00:25:05: gleichzeitig gehen da ständig neue Kohlekraftwerke ans Netz.
00:25:08: Ja,
00:25:09: es ist wirklich wichtig mit den teilweise richtigen Daten auf veralteten Daten die aber falsch interpretiert werden umzugehen.
00:25:17: also zum einen ich habe ja eben erläutert wie das chinesische System funktioniert.
00:25:21: und wenn jemand behauptet China setzt auf x y und plant dass und das dann kann ich nur sagen les mal die Pläne in denen das drin steht was sie machen Und das kommt auch so.
00:25:33: Wenn du behauptest, China plane dieses und jenes dann bitte belegst wir mit dem Plan.
00:25:37: da stehen nämlich ganz andere Sachen drin.
00:25:39: Es ist interessant da wirklich ins Detail zu schauen weil wie gesagt die Entscheidungen sind sachbezogen sollen funktionieren und haben entsprechende Gründe.
00:25:51: Die Gründe kommen von ganz oben und da habe ich in den letzten Jahrzehnten einige parallele Ziele beobachtet, die sich ein bisschen verschoben haben.
00:26:01: Das ist sehr wichtig wahrzunehmen.
00:26:04: Das Ziel war hauptsächlich Wirtschaftswachstum.
00:26:08: lange Zeit das gilt ja auch bei uns als das wichtigste Ziel kann man ja auch so sehen.
00:26:14: dann war das Ziel durchaus auch Klimaneutralität und das Ziel war Industriepolitik also Industrien zu identifizieren mit denen man auch Weltmärkte beherrschen kann und die auf die anderen Ziele einzahlen.
00:26:30: So ist dann diese Elektrifizierungsstrategie entstanden, was sich jetzt ein bisschen als... Und das ist eine Reaktion auf die Amerikaner.
00:26:39: und da muss man eben auch fragen wie reagieren wir denn auf die amerikaner Formulso und auf alles Mögliche?
00:26:45: Das momentan stärkste Ziel ist autarki!
00:26:50: Da sieht man überall es ist sogar in dem aktuellen fünf-Jahresplan im März ausdrücklich formuliert das Autarkie jetzt über Wirtschaftswachstum steht.
00:27:01: Das war vorher andersherum oder zumindest gleich gewichtet, da sind wir wieder bei Malacca nicht?
00:27:07: Also die reagieren jetzt noch stärker und sagen die Autarki wo sie schon sehr weit sind ist noch wichtiger.
00:27:14: Und das bedeutet natürlich dass der Ausbau von erneuerbaren Energien für eine autakel Energieversorgung noch schneller kommt.
00:27:22: Das wird wahrscheinlich auch dazu führen Der auch Ziel ist und der steht da nicht drin, weil das irgendeine schöne Aussage ist.
00:27:28: Sondern weil sie das wollen.
00:27:30: Er wird früher kommen, er wird nicht zwanzigsechzig kommen sondern zwanzivfünftig.
00:27:36: Und vielleicht auch noch früher muss man sehen.
00:27:39: also dass es die strategische Einordnung und was bedeutet das für die Energieplanung?
00:27:44: nun?
00:27:44: Die Energieplanungen ist bezüglich der Kohlekraftwerke schon sehr lange, dass man zur Netzstabilität noch Kohlekraftwerke zu bauen muss.
00:27:52: Das ist das, was bei uns in Nachrichten ist.
00:27:55: Zugleich steht aber in den Plänen schon seit zwei Jahren drin, dass die Betriebsstunden von diesen Kohlekraftwerken runter müssen.
00:28:01: So sinken auch die CO²-Emissionen, aber vor allen Dingen macht das eben dem Platz für die Erneuerbaren, die zugemaut werden.
00:28:08: Warum?
00:28:09: Weil achtzig Prozent der Energie in ca.
00:28:13: zwanzigfünfundvierzig zwischen zwanziger und zwanzierfünftig.
00:28:17: achtzig Prozent sollen nur aus Photovoltaik und Wind kommen – nur aus diesen beiden!
00:28:23: Und man weiß dass diese fluktuierenden Energieerzeuger Reserven brauchen.
00:28:28: Das soll dann die Rolle der Kohlekraftwerke sein, wozu sie aber eben immer weniger Betriebsstunden erreichen?
00:28:34: Das ist schon ein Plan des fünf Jahre alt.
00:28:37: seitdem wird bei uns immer nur über Kohlekhaftwerke geschrieben.
00:28:40: dabei ist das nur eine Übergangstechnologie.
00:28:43: jetzt sind die Batterietechnologien gekommen und haben sich schneller entwickelt als ich in Hessen das dachte.
00:28:49: Und da haben sie reagiert, schon vor dem Fünfjahresplan Ende Januar ist ein Kapazitätsmarkt in China geschaffen worden.
00:28:57: Über den wir seit zehn Jahren reden und der ist eine Revolution.
00:29:01: die hat hier kaum jemand wahrgenommen.
00:29:03: Seit Ende Januar gelten Kohlekraftwerke dort als Reserve nicht mehr als Stromproduzent sondern als Reserve.
00:29:12: das ist seit Ende Janua Gesetz und dasselbe gilt für Batteriespeicher.
00:29:19: Und was sie gemacht haben, ist noch mehr.
00:29:21: Sie haben gesagt dieser Kapazitätsmarkt wird so bezahlt dass ein Kraftwerk für die Bereitstellung der Kapazität bezahlt wird.
00:29:30: das orientiert sich an den Kosten die ich brauche um einen Gigawatt hinzustellen.
00:29:35: Dann darf dieses Kraftwerk im Stromsegment arbitrage Handel machen also wenn die Preise hoch sind darf es auch liefern auf eigenen Betrieb Und wenn der Netzbetreiber es abruft, also eine Systemdienstleistung erbucht wird die auch vergütet sind drei Einnahmequellen.
00:29:54: Die Preise dafür werden von eben dieser Kommission anhand der tatsächlichen Kosten, die ich für ein Gigawatt Kapazitätvorhaltung und für Kraftstoff- und Personalbrauche ermittelt plus einer Aufschlagsmarge darf der Betreiber dann rechnen.
00:30:14: Im Gesetz steht aber drin, dass für Batteriespeicher die Preise von Kohlekraftwerken gelten.
00:30:21: Deshalb sind seit Ende Januar in China neue Kohlekraftwerke völlig unwirtschaftlich weil der Batterie Speicher sowohl in der Kapazität Bereitstellung als auch vor allen Dingen natürlich im Betrieb da braucht ja kein Brennstoff viel günstiger ist.
00:30:37: Kein einziges Kohlekrafwerk in China ist noch wirtschaftlich neu zu bauen Und selbst diejenigen, die schon da sind, sind unter diesem Wettbewerb massiv benachteiligt.
00:30:49: Deshalb werden sie eher auch rausgenommen bzw.
00:30:52: komplett in die Reserve fahren und das ist Absicht.
00:30:55: warum?
00:30:57: Weil die Batteriespeicher eben viel wirtschaftlicher sind.
00:31:00: um an der Gesamtwirtschaftlichkeit des Systems also diese berühmten Systemkosten betrachtet und nicht auf den Interessen von einzelnen Unternehmen achtet kann durchaus sein, dass also manches Kohlekraftwerk jetzt schlicht pleitegeht.
00:31:14: Und dann werden die Unterumständen sogar reagieren und sagen müssen wir es ein bisschen ändern weil wir wollen sie als Reserve für die Versorgungssicherheit weiter stehen lassen aber wir wollen Sie immer weniger betreiben.
00:31:24: Es gibt also einen seit vier Jahren verabschiedelnden Plan der bis zu den Kohleausstieg vorgibt.
00:31:32: China setzt nicht auf Kohle sondern hat einen Kohleaustieg schlicht beschlossen Und der wird schneller kommen als gedacht.
00:31:40: Spannende Eindrücke gerade zu dem neuen Kapazitätsmarkt, aber jetzt geht auch bitte nochmal auf die kurzfristigen Handlungen und Entscheidungen der Regierung in China ein.
00:31:50: Jetzt Hinblick auf Hormuz?
00:31:52: Zum einen sehen wir bei speziell China im Fall Hormus das langfristiges strategisches Denken sich auszahlt weil China profitiert von Hormuse.
00:32:02: Die sind überhaupt nicht betroffen.
00:32:03: negativ.
00:32:07: In der Corona-Krise, da im übrigen Preis getrieben mit Abstand die größten Öllagerstätten errichtet.
00:32:14: Die hat die Welt mit typischen Größenorten, die wir kennen haben genauso viel Öllagger wie der Rest der Welt Im Unterschied zu unseren Speichern.
00:32:25: Wir haben ja auch welche aber die sind leer.
00:32:27: Sind die prallvoll Und zwar immer wenn die Preise günstig sind werden sie einfach gefüllt.
00:32:33: Punkt egal wie die weitere preiserwartung ist.
00:32:36: Deshalb können die sehr, sehr lange sogar ohne jede Zulieferung leben.
00:32:41: Die haben aber eigene Schattenflotten aufgebaut zusammen mit Russland und dem Iran und bekommen weiter Lieferungen.
00:32:48: Die sind wahrscheinlich etwas geringer, aber das interessiert sie nicht so.
00:32:52: Sie können sich damit immer noch gut versorgen.
00:32:55: Und China hat fast alle Kapazitäten an diese Kerosinen, Benzin, Haffinerin selber aufgebaut und zwar über den eigenen Bedarf.
00:33:06: Das heißt, der Fluss ist Öl nach China.
00:33:10: Raffinerieprodukte von den chinesischen Raffinharien in den asiatischen Raum.
00:33:16: und jetzt mit Hormuz haben die beschlossen dass diese Raffinarien nichts mehr exportieren müssen.
00:33:22: das hat dann die direkte Versorgungskrise bei den anderen verschärft.
00:33:26: werden China sich munter selber versorgt?
00:33:28: in China reagieren auch die Preise nicht gibt es auch keinen Grund.
00:33:31: Es gibt bei keiner einzigen Treibstoffart irgendein Problem.
00:33:35: Und wir reden hier von einem Land, das sagt ich will alles elektrifizieren und ich will gar keine Öl mehr verwenden.
00:33:42: Die wissen nur es ist die Brücke und die Brücken Sorge fällig halten und die hält.
00:33:47: Dann kommen wir mal zur deutschen Politik und schauen uns mal an wie das im Vergleich dazu funktioniert?
00:33:53: Wie hier auf die Energiekrise reagiert wird?
00:33:56: Wie bewertest du denn jetzt erstmal so die kurzfristigen Entlastung, die die Regierung jetzt jungs beschlossen hat?
00:34:02: Ja gut, die funktionieren ja nicht einmal.
00:34:04: Also diese Entlastungen sind ja so gemacht, müssen wir jetzt noch über den Zeitpunkt reden.
00:34:10: Wann die Tankstellenpreise reagieren dürfen?
00:34:13: Wie man ein Oligopol bei dem man eigentlich verhindern muss dass es gleichartig reagiert sozusagen gesetzlich dazu verpflichtet gleichartigt zu reagieren verstehe ich nicht.
00:34:24: das ist schon schief gegangen und dieser Tankrabatter wird ja wahrscheinlich bei der Ölkonzernen landen.
00:34:29: also es funktioniert schlicht nicht.
00:34:31: Wahrscheinlich wäre es besser gewesen überhaupt nichts zu machen.
00:34:33: Jetzt gerade in diesem Kontext von Hormuz, da ist ja schon eine Diskussion die es vorher gab um Ministerin Reiche und ihre energiepolitischen Maßnahmen nochmal ein bisschen kontroverser geworden und größer geworden.
00:34:47: Kannst du diese Position noch mal einordnen?
00:34:49: Und wie ist das aus deiner Sicht so?
00:34:51: Sie sagt wenn irgendwo eine Windenergieanlage drei Prozent abgeregelt wird oder auch fünf Prozent Abregelung erfährt dann will ich sie nicht bauen, dann sollte irgendwo anders gebaut werden.
00:35:03: Das findet viele Befürworter, das klingt ja auch wahnsinnig schlau.
00:35:06: Kann ja unter Umständen auch schlauer sein.
00:35:08: aber wenn diese Windenergieanlage die irgendwo drei Prozent Abregelung hat, die gleiche Anlage woanders aufgebaut wird und da fünfzig Prozent weniger Ertrag bringt dann war das vielleicht auch keine richtige Rechnung.
00:35:20: Die nächste Frage ist natürlich warum wird die denn abgeregelt?
00:35:22: Da sind wir wieder bei der Frage mit Plänen.
00:35:24: Ja Wir haben seit zehn Jahren eine aufgehende Schere zwischen unseren Netzausbauplänen Und der Realität, wir liegen hier nach Zahlen etwa bei zwanzig-fünfundzwanzig Prozent Erfüllung.
00:35:36: Während China übererfüllt schauen wir seit Jahrzehnten hin dass da achtzig fünf siebzig achtzig Prozent nicht gebaut werden.
00:35:44: Jetzt ist die Frage Ist der Plan blöde?
00:35:46: Dann sollten wir an dieser Stelle halt fragen wie kommt in dieser Planzustande?
00:35:49: brauchen wir das alles nicht?
00:35:51: und wenn aber Experten sagen Wir brauchen es.
00:35:54: Das sollten was auch bauen nicht und vielleicht haben wir dann gar nicht die drei Prozent Abregelungen und die Politik ist schon in ihrer Wirkung darauf ausgerichtet, das ist auch sicherlich Absicht den Ausbau erneuerbarer zu verzögern bis zu stoppen.
00:36:10: Das wird es bewirken durch sehr viele geschickte Maßnahmen indem man Genehmigungsprozesse erhöht, indem man Netzbetreiber mehr entscheiden lässt indem man eben sowas sagt also da hat drei Prozent, das machen wir nicht indem man Investitionsrisiken erhöht.
00:36:25: Unglaublich geschicktes Netzwerk von Maßnahmen, was dazu führen wird.
00:36:30: Dass der Ausbau mindestens mal verlangsamt wenn nicht zum Edding kommt.
00:36:34: die Netzbetreiber die ich hatte gerade den Netzausbauplan genannt eigentlich chronisch unter Plan laufen Die kriegen keine wirklich erkennbaren Maßnahmen mal diesen Plan zu erfüllen Sondern vielmehr können sie tatsächlich ihr Geschäftsgebahnen Ich nenne es mal so fortsetzen.
00:36:50: Zum einen wird die Elektrifizierung verhindert Denn für eine Elektrifizierung brauche ich leistungsfähige Netze.
00:36:57: Das bedeutet vor allen Dingen, dass die beiden fossilen Super-Tanker nämlich unsere Mobilität und unsere Heizung einfache Wärmeerzeugungen nicht so weiterkommen wie das sein könnte.
00:37:09: Und das Zweite ist tatsächlich im Netzbereich werden vor allem Geschäftsmodelle von Kraftwerken viel länger funktionieren.
00:37:18: Und das kann man ja richtig finden und auch wollen und befürwarten, aber man sollte ehrlich sein dass die Folgen dieser Politik sind.
00:37:25: Ja, die Ministerin hat kürzlich in der FAZ versucht zu verdeutlichen welche hohen Kosten die erneuerbaren verursachen würden.
00:37:33: Sie kommt da in ihrer Berechnung der Gesamtsystemkosten also EEG-Kosten Kapazitätsreserven Redispatch und Stromsubvention auf über sixunddreißig Milliarden Euro pro Jahr.
00:37:46: Was sind denn dieses Gesamtsystem kosten.
00:37:48: und geht diese Rechnung dann überhaupt auf?
00:37:51: Kann man das so stehen lassen.
00:37:52: Ja, interessant ist ja dass diese sixen dreißig Milliarden ob sie jetzt richtig oder falsch sind eigentlich angesichts der Bedeutung dieser Energiewende und der dahinter liegenden Wertschöpfung die ja beginnt von Ersparnissen fossiler Importe bis hin zu einer moderne elektrifizierten Gesellschaft eigentlich nicht mal viel werden.
00:38:14: Aber schauen wir mal, wie das berechnet wird und vor allen Dingen was da Kosten genannt wird.
00:38:18: Und was sind denn Systemkosten?
00:38:22: Systemkosten sind knallhart definiert und es ist auch volkswirtschaftlich wichtig.
00:38:26: Das ist schlicht die Summe aller Kosten von allen Komponenten, die ich in einem System brauche – die Gesamtsumme über alles!
00:38:34: Es gilt natürlich bei Effizienz von Märkten wenn ich jetzt sage die Erzeugung, Transport, Bereitstellung von Strom kostet... in Summe X. Alles was sozusagen an Preisen kommt, die die Verbraucher bezahlen ist ja die andere Summe und ein effizienter Markt muss einfach den Anspruch haben dass die Summe der wirklichen Erzeugung auf der einen Seite nahe an dem es mit einer hohen Effizienz was die Verbaucher auch tatsächlich zahlen müssen das dazwischen Unternehmen Margen verdienen ist ja unbestritten Aber die darf man ja mal kennen, also zumindest der gesamte Margenmarkt.
00:39:15: Deshalb ist die Diskussion hoch wichtig.
00:39:17: nur keiner der Systemkosten sagt redet über Systemkosten.
00:39:22: Keiner auch nicht die Ministerin.
00:39:24: wenn sie beispielsweise sagt Redispatch kosten dann meint Sie das was an Redispach Entgeldern tatsächlich gezahlt wird?
00:39:34: Das es ein hoch regulierter Markt wo Entschädigungszahlungen, alles Mögliche bezahlt werden.
00:39:40: mit Kosten, Systemkosten hat das nichts zu tun.
00:39:44: Das ist einfach was völlig anderes.
00:39:46: Dasselbe ist bei den sogenannten Netz-Kosten die Netzkosten.
00:39:50: ich habe gestern noch dazu geschrieben Die netzkosten sind angeblich diese Investitionen von wir sind jetzt fünfhundert Milliarden in Rede, die investiert werden sollen.
00:40:03: Das sind ja auch nicht die Kosten, das sind fünfhundert Milliarden Aber über achtunddreißig Jahre abgeschrieben werden, da reden wir über vierzehn Milliarden pro Jahr.
00:40:12: Die sind in dieser Rechnung mit drin.
00:40:14: Das sind aber die von der Netzagentur an die Netzbetreiber genehmigten Gelder auf die dann Renditen gerechnet werden, die die Erträge den Betreiber bedeuten.
00:40:27: Das ist nicht die tatsächlichen Investitionen in die Netze.
00:40:30: Im Stromsektor sind unsere Endpreise zu seventy-fünf Prozent irgendwelche staatlich organisierten Entgelder und keine im freien Markt entstehenden Treise.
00:40:41: Seventiesfünfzig Prozent!
00:40:45: Und das kann man nicht einfach als Kosten bezeichnen, die realen Kosten, die dahinterstehen, die sollten wir uns wirklich mal anschauen und dann wissen wir auch wie effizient oder meines Erachtens eben ineffizient bzw zu teuer dieses ganze System ist.
00:40:59: Das sind aber dann Designkosten, Margen von Unternehmen ineffizienzend und dergleichen.
00:41:04: Die Systemkosten hat die Ministerin nicht mal methodisch richtig
00:41:08: genannt.".
00:41:10: Aber was ist jetzt aus deiner Sicht denn günstiger?
00:41:12: welches System?
00:41:13: Also machen die Erneuerbaren das teurer oder günstigere?
00:41:17: Ein erneuerbares System, dass Achtzig Prozent Gesamtenergie, Gesamtinnergie erneuerbar erzeugt immer günstigen wird.
00:41:25: mit jedem Prozentpunkt den ich Erneuerbarer Mache, den ich also die Quote erhöhe wird das günstiger und es ist auch ziemlich trivial.
00:41:33: Das liegt nämlich daran dass wir so unglaublich viel für Mobilität, für einfacher Heizung und und und ausgeben.
00:41:40: auf der einen Seite, dass wir also die größte Quote in unseren Größenverbrauch haben.
00:41:46: Die größten Volumina hat dass wir da über die effizienteren elektrifizierten Systeme natürlich so viele Abwärme und Verluste rausnehmen können.
00:41:54: Das ist der eine Effekt.
00:41:55: und der andere Effekt dass wir eben mit den erneuerbaren, vor allen Dingen Photovoltaik die ja immer besser wird.
00:42:01: Wo im Übrigen Analyse zum Sprüngel kommen und Windenergie viel, viel billiger herstellen, das wir da zwar flrukturierenden Strom haben aber dass wir den gerade in diesen beiden Sektoren überwiegend gar nicht speichern müssen sondern dass der relativ gut so produziert wird wie auch gebraucht wird.
00:42:20: Das ist die Achtzig Prozentquote.
00:42:22: danach wird es teurer.
00:42:25: warum?
00:42:26: Weil wir Themen haben, bei denen wir beispielsweise synthetische Kraftstoffe einsetzen müssen.
00:42:32: Synthetische Wasserstoff-Efuels und sonst irgendwas für Langstreckenflug, für Langstreckentransport, wo also die Energietichte von Batterien nicht reicht.
00:42:42: Und wie solche Themen mit den Dunkelschlauten bekommen?
00:42:44: Die wird bei uns ja ganz vorne hingestellt.
00:42:46: Da wird man in China auch gefragt Warum beschäftigt ihr euch damit eigentlich?
00:42:51: Zuerst machen wir doch die Achtzigbrot Denn da hinten kommt dann die Dunkelschlaute unter anderem auf.
00:42:57: Wenn ich mit komplizierten Erzeugungen und Wandlungsprozessen an der Stelle rechne, wird es ab da wieder teurer.
00:43:04: Das heißt ein Achtzig-Prozent-System ist viel billiger als am Anfang.
00:43:08: Einen Achtzig Prozent wird dann teurer.
00:43:11: Deshalb sind auch die letzten zwanzig Prozent das, was sich global ... Eher noch Verhalten sehe, weil der Rest ist ökonomisch getrieben.
00:43:19: Wir werden die achtzig Prozent relativ schnell sehen, weil es einfach billiger ist.
00:43:24: und wie die Welt dann den letzten zwanzig Prozent macht?
00:43:27: Das wird dann ökономisch getrieben und das hängt unglaublich davon ab, wie wir die Langzeitspeicherung, die saisonale Speicherungen hinkriegen.
00:43:35: Und es hängt auch davon ab halt mit diesen schwierigen Themen, wo wir hohe Energiedichte brauchen.
00:43:41: Wo wir ja Hochtemperaturprozesse brauchen.
00:43:43: was davon lässt sich elektrifizieren?
00:43:45: Mit welchen Kosten lässt sich das machen?
00:43:48: und vor allen Dingen werden dann in einer Situation sein wie sehr ist der Klimawandel spürbar sodass immer mehr Menschen sagen dass mir jetzt mal völlig egal wie viel das kostet ich will es einfach haben.
00:44:00: Das wird nämlich zunehmen und auf der anderen Seite auch die ausgehenden fossilen Ressourcen deren Preise dann dramatisch steigen werden, drücken so dass die ökonomische Rechnung wieder anders aussieht.
00:44:13: Das jetzt schon durchzurechnen kann man ja machen.
00:44:16: das ist aber der letzten zwanzig Prozent des Grau-Theorie und bei vielen Systemkostenanalysen ist leider das Problem, dass diese letzten zwantig Prozent so und so gerechnet werden können und da kann man dann Zahlen entwickeln, die sind völlig blödsinnig.
00:44:30: Deshalb ist dieses achtzig Prozent hier jetzt zuerst mal einfach zu setzen und zu machen.
00:44:35: Und so arbeiten Amerikaner, so arbeiten Australier, so arbeitet China jetzt.
00:44:39: Okay, ich fass mal zusammen.
00:44:40: Wir haben jetzt gehört in China da konzentriert sich die Politik oder für ihre Entscheidung zieht sie sehr stark wissenschaftliche Expertise und wissenschaftlicher Erkenntnisse heran.
00:44:52: Wer mir gerade von dir gehört das ist in der Wissenschaft eigentlich auch sehr klar schon dargelegt dass wir uns sehr stark auf erneuerbare eigentlich fokussieren müssten.
00:45:02: Gleichzeitig sehen wir hier in der Bundespolitik Doch ja, ein System was irgendwie gerade versucht wird zu kreieren.
00:45:10: Was doch ziemlich verzerrt ist durch Lobby-Einflüsse.
00:45:14: Deswegen meine Frage – was empfiehlt du denn Verbrauchern und Unternehmen auch?
00:45:20: Wie sollte man sich jetzt in dieser Situation verhalten oder auf diese politische Landschaft einstellen?
00:45:26: Ich glaube jeder sollte verinnerlichen das fossile Prozesse zu elektrifizieren sind.
00:45:35: Das macht gesamtwirtschaftlich Sinn und das macht auch für jeden einzelnen Sinn.
00:45:39: Da ist natürlich das Timing wichtig, wann mache ich das?
00:45:42: Wann gebe ich meinen Verbrenner weg und kaufe ein Elektroauto?
00:45:45: Wie versorge ich mich?
00:45:47: Wanne stelle ich meine Speditionen auf?
00:45:49: batterieelektrische LKWs?
00:45:50: wie habe ich meine Ladestrategie?
00:45:52: und das sind dann detaillierte Planungen.
00:45:54: Ich würde aber keinem empfehlen heute noch auf irgendwelche fossilen Investments zu setzen und so fortzusetzen egal wie der Regierungsrahmen es egal ob dann die Hoffnung ist, also viele Systeme hängen ja davon ab dass ETS-II zum Beispiel politisch kippt.
00:46:11: Ansonsten wären diese Systeme bei uns so teuer und so bestraft.
00:46:16: ich würde da aber auch nicht drauf setzen.
00:46:19: Also hier ein bisschen in die Wirklichkeit schauen und schauen was es denn tatsächlich technisch rein rational das Sinnvollste zu betreiben und davon auszugehen dass sich das auch gegenpolitische Widerstände und Gegenlobbyismus durchsetzen wird.
00:46:33: Das passiert sogar in Amerika unter Trump.
00:46:36: Also auch da gehen Investoren in Dinge, die einfach rational Sinn machen und versuchen natürlich innerhalb dessen was sie dabei, Trump und Regulierung und erleben ihren besten Weg zu finden ihr Timing zu finden.
00:46:48: das sollte jeder machen egal ob Privathaushalt ist oder Unternehmer und Unternehmer erlaubt mir den Satz müssen sich natürlich anschauen Wenn so ein Land wie China und jetzt auch Mac America Grad again, ja die Amerikaner auf Autarkie setzen, eigene Lieferketten aufbauen und dann muss man sich natürlich überlegen ob ich in den USA oder in China noch investiere weil eigentlich der Rausschmister schon vom System vorgegeben wird.
00:47:14: Und das sollten wir Europäer uns natürlich insgesamt auch anschauen.
00:47:17: Also bitte nicht nur Energiethemen betrachten, sondern wirklich die geoeconomischen und die geostrategische Entwicklung.
00:47:24: Die betreffen uns alle, die betreffend auf jeden Haushalt.
00:47:27: Was müsste sich denn in der deutschen Politik jetzt ändern damit wir mit der Elektrifizierung vorankommen?
00:47:32: Ja da müsste sich natürlich fundamental leider sehr viel ändern.
00:47:36: ich habe die Prognose dass wir weiter globale Entwicklungen sehen werden die neue Technologien immer günstiger und immer effektiver machen und dann fällt einem das hier irgendwann auch mal auf.
00:47:48: Und wenn Verbraucher und Investoren sich entsprechend aufstellen, auch ein bisschen früher als der Politik – das erleben wir ja auch seit Jahren?
00:47:56: Das wird also weiterkommen.
00:47:57: Das heißt, wir werden sozusagen die Dividende der globalen Energiewende, die ja völlig anders läuft, als es dargestellt wird, werden wir hier auch in Form von entsprechenden Technologien- und Endprodukten sehen.
00:48:11: Wir werden an der Wertschöpfung natürlich wenig teilhaben Aber auch hier wird das stattfinden.
00:48:16: Das wird auch keine Regierung verändern können nirgendwo.
00:48:19: Das ist die positive Nachricht, man muss halt schauen.
00:48:22: kann ich als Einzelner davon profitieren.
00:48:25: Ansonsten haben wir in Europa und in Deutschland natürlich sehr viele Interessen im Markt.
00:48:31: Das sind in Deutschland fast tausend Netzbetreiber, die ihr Interesse haben an denen der Staat oft beteiligt ist.
00:48:40: Wir müssten also hier sehr viele Struktur- und Marktreformen durchführen, das ist keine Raketentechnik.
00:48:47: Also wie man das machen müsste ist klar, welche Technologien man einsetzen kann ist klar.
00:48:52: aber ich glaube die politische Rille wird nicht da sein und deshalb fürchte ich werden wir hier um diese weiter viel zu hohen Strompreise nicht herumkommen und wir werden auch langsamer sein als alle anderen und das werden wir teuer bezahlen.
00:49:06: Ich denke, dass unser System an der Stelle strukturell viel zu große Probleme hat und wie immer werden wahrscheinlich die Probleme von außen zunehmen müssen bis da wirklich mal Reformen kommen, die funktionieren.
00:49:19: Da vielleicht noch mal eine kurze Nachfrage.
00:49:21: Denkst du, dass die EU, die Europäische Kommission da irgendwie ein positiven Einfluss auf die Bundesregierung nehmen kann?
00:49:30: Also siehst du da irgendwo doch eine größere Bereitschaft zur Elektrifizierung und solche Reformen voranzubringen?
00:49:38: Ich glaube das in der EU mehrheitlich passieren wird und der Einfluß wird dann auch kommen.
00:49:44: Also zum einen halte ich es für sehr gefährlich, wenn und das sollte auch kein Unternehmer sich einrehen lassen.
00:49:51: Wenn jetzt so erste Stimmen aufkommen dass man ETS II also die CO-Zertifikate und ähnliches wohl auf EU Ebene kippen kann.
00:50:00: Ich halte das nicht vermehrheitsfähig weil viele EU Länder Auch Frankreich Spanien Ganz andere energiepolitische Wege gehen.
00:50:09: Frankreich jetzt mit einer anderen Erzeugungsform, aber ganz stark in Elektrifizierung und selbstverständlich gerade jetzt durch Hormuz auch die Vorteile entdeckt haben.
00:50:18: Die Denne sowieso schon lange die Niederländer und so.
00:50:21: Ich glaube nicht dass man ETS II stoppen kann weil das ist im Interesse dieser Elektrifiziertungspolitik.
00:50:28: Und man muss ja ehrlich sagen die Elektrifozierung zu stoppen wird ja wirtschaftlich in einer Katastrophe enden, wenn man nicht zugleich ETS-II und die Folgeprogramme auch stoppt.
00:50:43: Dann gehen ja bei uns die Preise durch die Decke!
00:50:46: Ich hoffe das sieht jeder – und ich hoffe es sieht auch jeder, wenn er einen Waldzettel ausfüllt, weil diese Politik ist auf Kante genäht.
00:50:54: Selbst wenn man sagt, ich will jetzt hier noch ein paar Jahre fossil leben?
00:50:58: Ich glaube nicht dass das gut ausgeht und da sollte jeder sich rausziehen Und das kann man ja.
00:51:03: Man kann ja Wärmepumpen bauen, man kann ja Elektroautos anschaffen und den nächsten Verbrenner weglassen.
00:51:08: Wenn solche Dinge passieren dann ist natürlich auch das Lobbyinteresse dahinter ein anderes.
00:51:13: Also wir Verbrauchern, wir Wähler haben da schon Wörtchen mitzuruhen!
00:51:17: Ja, hoffen wir dass wir diesen Wendepunkt hinbekommen.
00:51:21: Herzlichen Dank Dirk für deine Expertise und für deine Zeit und deine Einblicke die du uns hier geliefert hast!
00:51:28: Liebes Publikum schreibt uns gerne mal eure Meinung eurer Ansichten dazu in die Kommentare rein und ansonsten seht oder hört ihr uns wieder am nächsten Sonntag.
00:51:37: Macht's gut bis dahin tschüss.
00:51:40: Wir freuen uns, dass ihr zugehört habt und noch mehr.
00:51:43: freuen würden Patrick und ich uns darüber wenn ihr diesen Podcast bewertet.
00:51:47: Da gibt es meist so eine fünf Sterne Funktion.
00:51:49: das ist für uns immer ganz toll wenn wir wissen was wir in Zukunft besser machen können.
00:51:55: Wenn nicht schon passiert dann abonniert auch gerne den geladen podcast und empfiehle uns auch gerne weiter.
00:52:00: Bedanken wollen wir uns bei all unseren Gesprächsgästen, speziell unseren Partnerinstituten und natürlich allen die hinter den Kulissen sonst noch so mitwerken.
00:52:30: einer Forschungsplattform des Karlsruher Instituts für Technologie und der Universität Ulm.
00:52:36: Außerdem unterstützen diesen Podcast das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg, und das Deutsche Zentrum for Luft & Raumfahrt.
Hans
‧Chris
‧Rainer
‧Rudolf
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