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Kernfusion: Der Durchbruch kommt – der Strom noch lange nicht! Prof. Kirchlechner

Shownotes

Kernfusion erlebt gerade eine politische Renaissance. Sie soll künftig günstige, sichere und planbare Energie liefern – und wird teilweise sogar als Alternative zu Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeichern ins Spiel gebracht. Aber wie nah sind wir tatsächlich an einem funktionierenden Fusionskraftwerk?

Darüber sprechen wir mit Prof. Christoph Kirchlechner vom Karlsruher Institut für Technologie. Seine Einschätzung ist deutlich: Bis 2040 oder 2045 könnte bewiesen sein, dass Kernfusion grundsätzlich einen Beitrag zur Energieversorgung leisten kann. Für Deutschlands Ziel der Klimaneutralität 2045 wird sie aber voraussichtlich noch keinen substanziellen Beitrag leisten. Ein Demonstrationskraftwerk gegen Ende der 2030er-Jahre hält Kirchlechner für realistisch, einen jahrelang zuverlässig laufenden kommerziellen Reaktor aber noch nicht.

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Wir klären: • Wie Kernfusion technisch funktioniert und daraus Strom entsteht • Warum ein Plasma mit rund 100 Millionen Grad den Reaktor nicht sofort zerstört • Weshalb eine unkontrollierte Kettenreaktion wie bei der Kernspaltung physikalisch ausgeschlossen ist • Welche radioaktiven Materialien dennoch entstehen • Warum ein Großteil der Reaktormaterialien perspektivisch recycelt werden könnte • Warum der wissenschaftliche Durchbruch noch lange kein wirtschaftliches Kraftwerk bedeutet • Welche Rolle Fusion später für Chemieparks, Zementwerke und Rechenzentren spielen könnte • Ob Fusion Wind, Solar und Batteriespeicher tatsächlich ersetzen kann

Im Geladen-Podcast setzen sich Daniel Messling und Patrick von Rosen mit ihren Gästen wissenschaftlich mit den Themen Energiewende, Elektromobilität, Elektroautos und Batterieforschung auseinander. Dieser Podcast wird produziert für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ein seriöser Wissenschaftler der Welt ist der Meinung, dass die Kernfusion, Photovoltaik, PV in Kombination mit elektrochemischer Energiespeicherung obsolet machen würde.

00:00:14: Das soll man mal ganz klarstellen!

00:00:20: Und damit herzlich willkommen bei Geladen, dein Batterie-Podcast für Elektromobilität, Energiewende und Batterieforschung.

00:00:26: Liebes

00:00:26: Publikum das Thema Kernfusion!

00:00:28: Das wird in letzter Zeit immer gerne von Bundespolitikern mit der Energiewände irgendwie verknüpft und das wollen wir heute mal hinterfragen und dazu haben wir ja den Experten im deutschsprachigen Raum für Fusionsenergie eingeladen und zwar Professor Christoph Kirchlechner.

00:00:43: Herzlich Willkommen

00:00:44: Ja freu mich auf dem Tag.

00:00:45: herzlich Willkommen

00:00:46: Herr Kirchlechner, Sie sind Professor für nanostrukturierte Funktionsmaterialien am KIT und Leiter des Instituts Werkstoff- und Grenzflächenmechanik.

00:00:55: Ja die Kernfusion man kann es nicht anders sagen erlebt gerade so eine politische Renaissance muss man sagen.

00:01:01: das ist dann auch sehr viel in den Medien immer wieder diskutiert worden Bundeskanzler Merz sogar der hofft dass die Windräder überflüssig macht in Zukunft.

00:01:08: wie ist das denn aus Ihrer Sicht?

00:01:10: Befürchten sie dass das Forschungsthema ihr Forschungthema so politisch instrumentalisiert wird und gleichzeitig damit auch ein Ausbremsen der Energiewende vielleicht einhergeht?

00:01:20: Der aktuelle Hype ist natürlich ein Fluch und ein Segen für uns in der Fusionsforschung.

00:01:25: Auf der einen Seite sehen wir, dass das was wir über die letzten Jahre und Jahrzehnte geleistet haben jetzt zu Durchbrüchen führt.

00:01:33: Die sind definitiv vorhanden in der Plasma Physik teilweise in der Laser Fusion aber auch in der Technologie Grundlagen geschaffen, warum Fusion jetzt in Diskussion ist.

00:01:48: Das zweite ist natürlich dass wir energiewirtschaftlich die letzten vier Jahre im Dauerkrisen-Modus sind.

00:01:55: Russische Angriffskriege in der Ukraine ist ein Beispiel.

00:01:58: Jetzt der Iran Krieg ist ein zweites Beispiel und das alles einhergeht mit einer sehr lauen Wirtschaft, die unter den hohen Energiepreisen kämpft und damit eben die Politik auf dem Plan ruft.

00:02:13: Was können wir denn nicht noch alles tun, um die Energiepreise für unsere Bevölkerung zu reduzieren?

00:02:20: Und da ist es eben Fakt dass die Fusion die einzige Energieform ist, die wir im Moment noch nicht bespielen und der große Wunsch, die große Hoffnung ist das Fusion hier zukünftig eine große Rolle spielen kann.

00:02:33: Und deshalb haben wir Rückenwind!

00:02:35: Jetzt nehmen wir auch unsere Hörer, glaube ich sehr breit war.

00:02:39: Die sind alle energietechnisch sehr versiert, dass eben die Fusionstechnologie immer auch in aktuelle Energiewende-Debatten mit eingewebt werden.

00:02:47: Einige Leute wollen diese Dinge jetzt gegenseitig ausspielen.

00:02:50: Jetzt nochmal ganz konkret hat diese Technologie, die wir heute hier bereden irgendwie aktuell mit der Energiewenden in diesen Debatten was zu tun?

00:02:58: Mit der Energievende im insgesamt auf alle Fälle nur, ich glaube das wo sie hin auswollen ist Hat es was damit zu tun, ob Deutschland seine selbstgesteckten Ziele bis zum Jahr zweizigfünfundvierzig schafft oder nicht?

00:03:11: Und da kann man sagen dass aus meiner Sicht bis zwanzig vierzigzwanzig fünfvierzig wahrscheinlich der Beweis gelungen sein wird das Fusion zur Energieversorgung der Zukunft beitragen wird.

00:03:25: Diesen Beweis werden wir zweizigvierzlich fünfviertzig haben.

00:03:29: Das, was wir aber noch nicht haben ist, dass die Fusion so substanziell ausgerollt worden ist.

00:03:33: Dass sie ihre Versprechen erfüllt nämlich günstige Energie sicher planbar und sauber.

00:03:40: das wird.

00:03:41: Zwanzig fünfundvierzig allein aufgrund der Zeitschiene, die die Probleme in der Fusion vorgeben, die Die Finanzierung vorgibt, das werden wir zwanzig Fünfundvierzig noch nicht geschafft haben.

00:03:51: Und deshalb wird es bei dem selbst gesteckten Ziel zwei Neutral zu werden.

00:03:59: In Deutschland wird die Fusion hier keinen substanziellen Beitrag leisten.

00:04:04: Haben Sie denn eine Prognose so ungefähr?

00:04:06: Was denken sie, wann wird die Kernfusion dann wirklich wirtschaftlich laufen in Deutschland?

00:04:12: Da muss man sehr stark aufpassen, wem man zuhört und was man glaubt.

00:04:18: Und vielleicht bin ich als Wissenschaftler auch nicht die richtige Person diese Frage zu fragen weil es gibt immer zwei extremer.

00:04:25: Die Eine ist Was wäre, wenn wir all in gehen würden?

00:04:29: Alles Geld dieser Welt.

00:04:32: In die Fusion.

00:04:34: und das andere ist was wäre, Wenn wir so weitermachen wie bisher also mit den letzten drei Jahrzehnte?

00:04:39: da tut sich dann ein Spalt auf der viele Fusionskonstanten dick sein würde.

00:04:47: Also wenn man es vielleicht ganz konkret beleuchten.

00:04:50: Es gibt Risikokapitalgeber und Startups die erste Kilowattstunde Strom schon für ungefähr fünf Cent pro Kilowattsstunde, glaube ich.

00:04:59: Fünf Dollar Cent verkauft haben und das im Jahr zwanzig vierunddreißig.

00:05:04: Das, die wollen mehrere zehn Kraftwerke in USA bis zwanzigerfünfzig gebaut haben.

00:05:09: Das halte ich persönlich für nicht machbar.

00:05:12: Nicht unter den versprechende Diffusionen so normalerweise braucht um erfolgreich zu sein nämlich sicher sauber planbar günstig.

00:05:21: Unter diesen Voraussetzungen wird es nicht gehen.

00:05:25: Auf der anderen Seite, wenn man sich das ansieht was wir in Deutschland oder die deutsche Start-ups versprechen dann ist es in Richtung eines Demonstrationskraftwerks in den zwanzig dreißiger Jahren also zwanzigg achtunddreißig neun und dreißig.

00:05:41: Das ist durchaus absolut machbar dass man Ende der Zwanzig Dreißiger Jahre einen Demonstrator hat.

00:05:49: Der wäre aber nach all dem Was ich persönlich einschätzen würde, noch nicht so dass er zuverlässig fünf Jahre durch Gigawattbereich elektrische Energie für uns bereitstellen würde.

00:06:02: Das würde in den Jahren

00:06:04: Sie haben das ja gerade schon sehr schön so zusammengefasst, dass es nicht diesen einen Durchbruch gibt und dann läuft die ganze Sache in Zukunft.

00:06:11: Sondern das sind eben ganz viele unterschiedliche Stufen.

00:06:14: Ich habe jetzt gerade schon so rausgehört wissenschaftliche Durchbrüche da gab's schon einige Demonstrator haben sie jetzt gesagt eher so in der Zukunft Pilotanlagen kommerzielle Kraftwerke sowieso weit in der zukunft.

00:06:25: also im Moment stehen wir tatsächlich zwischen wissenschaftlichen durchbrüchen und demonstrator.

00:06:30: oder wo ist das genau?

00:06:31: Wir können uns ganz einfach aufteilen Es gibt Wissenschaft und Plasma Physik auf der einen Seite.

00:06:38: Dann gibt es die Technologie, die aus der Plasma-Physik die Energie rauszieht und das ganze in einer Kraftwerk baut.

00:06:44: Und dann gibt's die gesellschaftliche Komponente.

00:06:48: In all drei muss es Durchbrüche geben.

00:06:51: Die aktuelle Förderung ist für mich eine der großen gesellschaftlichen Durchbräuche, die die Fusion möglich machen.

00:06:58: Ohne diese würde es nicht wirklich weitergehen mit der Fusion.

00:07:02: Auf der Seite der Plasma Physik, da haben wir natürlich mit ITA zum Beispiel eine Anlage die in Kaderaschen entsteht.

00:07:08: Die in den frühen zwanzig dreißiger Jahren dann endgültigen Betrieb genommen werden soll.

00:07:14: Da hätten wir dann zum ersten Mal ein Werkzeug, mit dem wir die Plasma-Physik an einem real großen Instrument machen könnten und zum ersten mal im Magneteinschlussverfahren nachweisen könnten das Q größer zehn möglich ist.

00:07:33: Das wäre ein riesengroßer Durchbruch, wie wohl in der Community keiner mehr auf diesen Durchbruchs warten will weil wir macht doch all dem was wir bisher wissen genau verstanden haben warum wir diesen Kuh größer zehn oder Kuh Größe eins noch nicht geschafft haben.

00:07:47: das ist relativ klar von der Physik her dass man mit den bestehenden Anlagen das nicht erreichen kann und dass wir einfach größer werden müssen.

00:07:55: das Dauerzeit weiter wird es zeigen.

00:07:58: So, und last but not least noch technologisch.

00:08:00: Technologisch gibt es natürlich ganz viele Dinge die wir klären müssen.

00:08:04: das wären aber keine so großen Durchbrüche die die medial dann wie die sauberstorf getrieben werden würden sondern das sind oftmals relativ einfache dinge.

00:08:14: da möchte eines nennen dass wir ganz nicht allzu langer zeit gehabt haben.

00:08:19: Wir haben es geschafft dass man für das Brut blanket ist ein wichtiger bauteil darinnen industrielle Fertigungsverfahren für die Werkstoffe des Bootblänkets anwendet.

00:08:30: Das mag jetzt nicht wirklich sonderlich hoch komplex klingen, tatsächlich senkt das aber den Kosten für ein Fusionskraftwerk um mehr als eine Größenordnung und macht damit Fusionstrom wahrscheinlich dann wirtschaftlich kompetitiv.

00:08:48: Jetzt

00:08:48: kommt Werbung!

00:08:50: An alle Projektentwickler, Anlagenbauer und Investoren.

00:08:53: Ihr plant ein Batterieprojekt?

00:08:55: Eine größere PV-Anlage oder eine Anlage mit Netzbezug oder Einspeisung?

00:08:59: Dann braucht ihr früher oder später eine Trafostation.

00:09:02: Und genau da wird's oft kompliziert!

00:09:05: Allerdings

00:09:05: – denn mit der Station alleine ist es meistens nicht getan.

00:09:09: Netzbetreiberanforderungen, Schutstechnik EZA-Regler, Fernwerktechnik und die Abstimmung der einzelnen Komponenten können schnell viel Zeit und Nerven kosten.

00:09:18: Aber genau dafür gibt es jetzt die MS-Elektro GmbH.

00:09:21: MS Elektro ist ein Hersteller von Schlüsselfertigen Trafostationen, Und Schlüssel fertig bedeutet hier wirklich eine komplette One-Stop-Solution aus nur einer Hand.

00:09:31: Auf Wunsch inklusive EZA Regler, Fernwerktechnik und allen erforderlichen Komponenten – auch die technische Abstimmung mit dem zuständigen Netzbetreiber übernimmt dann MS Electro für euch!

00:09:42: Also egal ob Batteriespeicherprojekt, PV Anlage, Volleinspeisung reiner Netzbezug oder eine komplexe Mischanlage, MS Electra entwickelt die passende Lösung für euer Projekt.

00:09:56: Das bedeutet für euch weniger Schnittstellen, klare Verantwortlichkeiten und ein Ansprechpartner für das gesamte Projekt von der Planung über die Fertigung bis hin zur fertigen Trafustation.

00:10:07: Und das Ganze logisch wird in Deutschland geplant und gefertigt – Qualität made-in Germany!

00:10:13: Besonders praktisch dabei nach Eingang eurer vollständigen Anfrage über das Onlineformular erhaltet ihr innerhalb von achtundvierzig Stunden einen Angebot von MS Electro versprochen.

00:10:24: Also wenn ihr für euer nächstes Energieprojekt eine wirklich schlüsselfertige Trafostation benötigt, stellt eure Anfrage jetzt direkt unter www.ms-elektro.gmbh.

00:10:36: Den Link findet ihr wie immer unter dem Podcast!

00:10:45: An dieser Stelle, liebes Publikum.

00:10:48: Wir klären in diesem Podcast nicht nur wann die Fusionskraft potenziell irgendwann kommen könnte.

00:10:53: Herr Kirchner, das haben Sie gerade schon sehr gut beantwortet!

00:10:56: Wir wollen jetzt auch erklären wie es denn eigentlich funktioniert und am Ende des Gesprächs vor allem auch mal sehen naja wenn es irgendwann sozusagen ein Fusionskraftwerk gibt dass die ersten Kilowattstunden dann auch liefert in Deutschland ob das eigentlich energiewirtschaftlich für uns dann überhaupt noch sinnvoll ist?

00:11:11: Jetzt fangen wir einmal an Kernfusionen Herr Kirchlechner, das ist natürlich sozusagen der Counterpart von der Kernspaltung.

00:11:19: Die wir hier viele Jahrzehnte lang in Deutschland auch kennen.

00:11:22: können Sie das mal ganz simpel erklären für jemanden, der nicht in Physik, nicht in Chemie vielleicht auch noch nicht einmal in Mint-Wissenschaften drin ist?

00:11:29: Was ist das überhaupt?

00:11:31: Ganz einfach formuliert verwenden wir zwei Atomkerne.

00:11:35: die bringen wir so knapp zusammen dass sie nicht chemisch reagieren sondern dass sie einen Atomkern einen neuen bilden Und dabei wird Energie frei.

00:11:46: Das funktioniert in der Sonne jeden Tag, beispielsweise mit zwei Wasserstoffkernen.

00:11:50: die stoßen dort drinnen aufgrund des sehr hohen Temperaturen und bei der Sonnen auch aufgrund der enormen Drücke.

00:11:57: ausreichend nahezusammen überwinden alle abstoßenden Kräfte im Atomkern und fusionieren dann.

00:12:04: das ist genau das was wir machen wollen.

00:12:06: Wir wollen zwei Atomkerne möglichst schnell oft zusammen knallen zu lassen, damit ein neuer Atomkern entsteht.

00:12:16: In unserem Fall aus Wasserstoff und Tritium, das ist der Wasserstoff Isotope.

00:12:21: Wir werden Helium entstehen und dabei wird ein Neutron freier.

00:12:25: Dieses Neutrohn hat eine enorme Energiemenge.

00:12:28: Wie funktioniert es dann in so einem Reaktor technisch?

00:12:31: Und vor allem auch für alle hier interessant wie wird dann wirklich auch Strom am Ende daraus erzeugt?

00:12:37: Ein Fusionskraftwerk ist ein ganz normales kalorisches Kraftwerk.

00:12:42: Also so wie ein Gaskraftwerk oder wie Braunkohlekraftwerk, oder wie ein eben Sternspaltungskraftwerk wird zuallererst einmal Wasser zur Dampf erhitzt und dann in einer Tabine abgearbeitet zu Strom.

00:13:00: Das heißt der große Unterschied ist eigentlich nur, wie wir den Wasserdampf heizen?

00:13:06: Und hier verwenden wir eben diese Fusionsreaktion, wo wir eben ein Plasma aus Wasserstoff und Ethereum im gängigsten Verfahren über einen magnetischen Einschluss, über den magnetischen Käfig, wo einsperren müssen.

00:13:21: Dann kommt es zur der Fusions-Reaktion die Neutronen fliegen raus und sie haben die Energie innewohnen und dann haben wir noch mal so kleine Tricksauflager damit die Energie der Neutrone dann das Wasser erhitzt.

00:13:35: Was ist denn jetzt der große Unterschied zu der Kernspaltung von Uran-zwohundert, dreißig oder zu Plutonium sozusagen?

00:13:42: Jetzt bei dieser Kernfusion.

00:13:45: Ich stelle mir vor, jetzt müssen irgendwie die beiden Wasserstoffkerne zu einem Heliomkern verschmilzen.

00:13:51: dabei entstehen wie gesagt diese Energie und daraus macht man dann Strom.

00:13:56: was ist denn der große sozusagen systematische Unterschied zwischen diesen beiden Modellen?

00:14:00: Also von der Physik her ganz einfach die Kernspaltung, die läuft spontan ab.

00:14:05: Das heißt der Stoff würde von alleine zerfallen.

00:14:08: bei der Kernfusion haben sie in der Regel die Bedingungen nicht gegeben dass die beiden fusionieren.

00:14:14: anders formuliert Sie bringen die in der Natur nie auf ausreichend viel Schwung das sie nahe genug ein Aneinander kommen und eben einen neuen Kern bilden.

00:14:24: so das ist von sehr großer Relevanz denn dadurch ist bei der Fusion eine nukleare Kettenreaktion, das Verselbstständigen dieser Reaktionen, ausgeschlossen.

00:14:38: Weil sobald die Bedingungen, die wir brauchen um die Fusion herzustellen, sobaldd diese Bedingung zusammenbrechen würde die Fusion unmittelbar zum Erliegen kommen und aus diesem Grund ist die Fusion auch intrinsisch sicher.

00:14:51: So Szenarien wie Fukushima oder Chernobyl sind eben physikalisch ausgeschlossene.

00:14:56: Dann Sie das noch mal erklären.

00:14:57: Man würde irgendwie den Druck über die Magneten rausnehmen, das Plasma würde erlöschen und damit würde diese Reaktion komplett in Millisekunden abgeschaltet werden.

00:15:07: Und Kettenreaktionen gibt es ja sowieso nicht.

00:15:09: Insofern wäre's dann einfach tot oder wie muss man sich das vorstellen?

00:15:12: Damit wäre der Reaktions von sich aus komplett sofort unterbunden.

00:15:17: Das heißt aber noch nicht, dass ich dann sofort den Menfusionskraftwerk hineinspazieren darf.

00:15:23: Denn ... das was die Kernspaltung und die Kernfusion gemeinsam haben ist, dass bei beiden Neutronen entstehen.

00:15:30: Und diese Neutrohnen sorgen dafür, dass dauerhaft die Umgebung aktivieren.

00:15:37: Das heißt wenn ein Neutroton aus der Fusionsreaktion rausfliegt dann trifft es unseren Werkstoff uns Stahl unser Wolframm und sorgt dafür dass Radionoklide entstehen.

00:15:49: Und bis die abgeklungen sind, kann man an Fusionskraftwerk das Innere auch nicht betreten.

00:15:59: Das Schöne daran ist jetzt aber, dass wir die letzten dreißig Jahre nicht geschlafen haben.

00:16:05: Die letzten dreizig Jahre wurden Werkstoffe angedacht, die eben niedrig aktivierbar sind.

00:16:12: Was heißt es?

00:16:13: Obwohl die kurzfristig radioaktiv werden klingen sie relativ schnell ab.

00:16:18: Es entstehen keine langlebigen radioaktiven Elemente Und damit können wir Erfusionskraftwerk noch einen gewissen Zeitraum komplett recyceln.

00:16:29: Sie können es zwar nicht betreten, aber nach ungefähr zweihundert Jahren können sie es komplett in die Werkstoffkreislauf zurückführen.

00:16:37: Es besteht kein Endlagerbedarf.

00:16:41: muss gar keine Atommüllentlager geben.

00:16:43: Wie zum Beispiel in Deutschland gibt es ja dieses Koal-Leben, Zwischenlager und Entlager wird immer noch gesucht für diese Atomkraft die wir jahrelang betrieben haben.

00:16:50: Das wäre ja ein Riesenvorteil gegenüber der Atom Kraft das man einfach gar keinen Endlager für diese ausgebrannten Stoffe braucht!

00:16:58: Also aus jetziger Sicht schaffen wir es so zu aller aller größten Teil im Kraftwerk genau auf solche niedrig aktivierten aktivierbaren Stehle zurückzugreifen.

00:17:09: Es kann sein, dass an einigen speziellen Stellen das nicht gelingt und dann wird man Müll bekommen der länger als die drei Hundert Jahre eben zwischenzulagen ist.

00:17:22: Da muss man dann genau schauen wie lange das der Fall ist.

00:17:25: am Ende des Tages sind wir aber hier in einer Diskussion, die die Wissenschaft nur vorgeben kann.

00:17:30: Wir können diese Materialien entwickeln.

00:17:34: auf der anderen Seite ob sie sich dann wirtschaftlich durchsetzen werden das entscheidend leider nicht wie in der Wissenschaft.

00:17:41: Es könnte sein, dass einfach durch die Zuverlässigkeit auch hin und wieder auf anderes zurückgegriffen werden könnte.

00:17:50: Bin davon überzeugt, dass es nicht in Deutschland passiert aber international.

00:17:53: wenn man vielleicht die Konkurrenz aus China anschaut dann könnte das sein ein Weg wie die die Fusion im Vergleich zu uns beschleunigen?

00:17:59: Ich würde gerne nochmal einen Schritt zurückgehen.

00:18:00: zur Funktionsweise.

00:18:02: jetzt wenn dieses Plasma hundert Millionen Grad habe ich gelesen heiß ist Wie muss man sich das vorstellen, weil es ist ehrlich gesagt für Lein völlig unvorstellbar.

00:18:12: Warum schmilzt dann der Reaktor nicht?

00:18:14: Wie funktioniert das?

00:18:15: Das ist genau die ganz große Herausforderung wo wir hier nicht am KIT Karlsruhe-Institut für Technologie sondern eher bei unseren Kolleginnen und Kollegen vom Max Planck-Institution Plasma Physik in Garchingen und Greifswald, die weltweiten Experten sind.

00:18:30: Und zwar also im Prinzip der Vatikan der Fusionsfysik, der sitzt in Garching.

00:18:38: Wir bauen im Prinzip einen magnetischen Käfig.

00:18:41: Das heißt, das Plasma – das sind ja geladene Atomkerne – die kommen nie mit meiner Wand in Berührung.

00:18:48: Schlichtweg deshalb!

00:18:50: Weil über das magnetische Feld eben die in einem Schlauch eingesperrt sind der die Wand nicht berührt.

00:18:58: und eine der ganz großen Herausforderungen dieser Plasmaversäge ist dass man diesen Zustand stabil betreiben kann so dass eben der Fall, dass dieses heiße Plasma die Wand berührt.

00:19:09: Dass er nie eintritt.

00:19:11: Sicherheitsrelevant wäre das... Es wäre natürlich eine Katastrophe wenn es passiert in dahingehend weil die Wand kaputt wäre aber es würde die Bevölkerung außen rum nichts merken außer dass das Kraftwerk nicht mehr läuft.

00:19:24: Und trotzdem muss ja irgendwie Energie aufgewendet werden, sogar sehr viel Energie aufgewendet werden um eben dieses Plasma auf hundert Millionen Grad Celsius zu erhitzen.

00:19:35: Wo kommen diese Brennstoffe?

00:19:36: Wo kommt die Energie her?

00:19:38: Ja, damit ich ein Fusionskraftwerk starte, muss sich zuerst einmal viel Energie auffenden und das Plasma auch aufzuheizen.

00:19:46: Das schließt beispielsweise aus dass ein Fusion Kraftwerk alleine kaltstaatfähig ist Also die Eigenschaft hat, dass es im Inselbetrieb alleine wieder selbst ans Netz geht.

00:19:59: Flammen auf das können auch sehr wenige Wasserkraftwerke beispielsweise oder auch andere kalorische Kraftwerke haben da oft ein Problem damit.

00:20:08: Das ist schon eine Eigenschaft, die nicht jeder erfüllt.

00:20:12: Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass wir im Betrieb kontinuierlich unser Plasmah heizen müssen.

00:20:17: Das heißt nicht alles was wir an thermischer Energie da drinnen an Fusionsenergie erzeugen Werden wir auch dann wirklich abgeben können an den Endkunden?

00:20:27: Wir brauchen viel Energie, um dem Betrieb aufrechtzuerhalten.

00:20:31: Und deshalb streben wir ja auch ein Q wesentlich größer als wie zehn an.

00:20:35: Das heißt, wir wollen wesentlich mehr wie zehnmal mehr Energie aus dem Plasma rausnehmen, also wie wir reinstecken müssen.

00:20:40: Herr Kirchler, wir haben jetzt gehört die Kernfusion hat wahnsinnig viel Potenzial.

00:20:45: das dauert.

00:20:46: Das ist sehr teuer aber potenziell Könnte das zum riesen internationalen Energieerfolg werden?

00:20:53: Was würden Sie dann sagen, was ist denn am ersten noch so eine Hürde vielleicht so eine Gefahr, woran sie am Ende doch scheitern könnte.

00:21:00: Eine Gefahr an die man aufs Erste vielleicht gar nicht zu richtig denkt, das könnte der menschliche Faktor sein.

00:21:07: haben wir ausreichend viele Köpfe Klugeköpfe Hochdalentierte Köpfen Die Diffusion ermöglichen?

00:21:14: und dahingehend glaube müssen wir investieren in unsere Jugend.

00:21:19: Wir müssen die Ausbildung stärken, das werden wir am KIT machen also beispielsweise in unseren Masterstudiengängen.

00:21:25: werden wir Schwerpunkte anbieten, die Druckbedankungen im Bereich Fusion haben damit wir dann für den Zukunftswag nicht nur wissenschaftlich gerüstet sind sondern vor allem auch die Leute zur Verfügung haben, die das Ganze ermöglichen werden.

00:21:38: Ja, liebes Publikum!

00:21:39: Wenn ihr neue Technologien fernab der überhitzten öffentlichen Debatten von Forschenden eingeordnet bekommen wollt dann drückt doch gerne auf abonnieren oder bewertet unseren Podcast in eurer App.

00:21:52: Ja, Sie haben jetzt gerade schon so mit den Hürden im Prinzip angefangen die es gibt und warum wir auch erst wahrscheinlich in Jahrzehnten tatsächlich dann Kraftwerke hier sehen werden.

00:22:01: Da würden wir jetzt gerne noch mal ein bisschen genauer drauf eingehen.

00:22:04: Sie haben das jetzt grade schon beschrieben diese Problematik mit dem Plasma dass das tatsächlich irgendwie hinzubekommen, dass das dann sicher ist.

00:22:13: ansonsten was gibt's denn noch für Hürde die jetzt im Moment noch so im Weg stehen und aus dem Weg geräumt werden müssen?

00:22:20: In meinen Augen reden wir vor allem über technologische Hürden und derer gibt es in meinen Augen auch drei.

00:22:26: Das erste ist, dass wir genau so viel Brennstoff haben wie wir brauchen aber weder mehr noch weniger.

00:22:35: Ich gehe später darauf ein vielleicht nur die zweite und dritte Hürde.

00:22:39: Zweiter ist Wir brauchen geeignete Materialien, die diese haschen Bedingungen in einem Fusionskraftwerk überleben und zwar nicht nur für fünf Minuten.

00:22:49: Das heißt, bei den Materialien ist gar nicht die Frage ob ich Fusion einschalten kann oder ob es einmal betreiben kann.

00:22:54: Vielmehr ist die Frage fand nichts für fünf Jahre mindestens stabil betreiben weil die Betriebsdauer und die Auslastung ist unmittelbar für den Preis der Kilowattstunde, die verkaufen kann verantwortlich.

00:23:08: Und nur dann wenn der Fusionskraftwerk wirklich halbwegs permanent betreiben können wird es kompetitiv sein.

00:23:16: Und die dritte große Herausforderung ist im Bereich der Regulatorik, dass man einfach so schnell wie möglich und so gut wie möglich kluge Regulatorik findet.

00:23:28: Die auf der einen Seite den Bevölkerungsschutz ganz wichtig und massiv als oberstes Gebot vor sich her trägt aber auf der anderen Seite Technologie offen und wenig Bürokratie bietet.

00:23:45: Gut, dann fangen wir doch gleich mal mit dem ersten Argument an.

00:23:47: Sie sagen Wir brauchen ausreichend... Ich glaube Wasserstoff meinen sie damit aber andere Materialien auch Aber nicht zu viel.

00:23:54: wie meinen sie das denn?

00:23:55: Also die Fusion läuft ja so ab dass wird Deuterium als Einwasserstoffisotop Mit Trizium als des Zweite miteinander fusionieren.

00:24:03: Deuteriums kommt natürlich ausreichender vor.

00:24:05: Das kriegen sie jetzt mehr Wasser für alle Zeiten Ausreichend viel raus?

00:24:11: Kein Problem.

00:24:13: Anders ist es beim Trizuum.

00:24:15: Tritium ist ein radioaktiver Isotop von Wasserstoff und das kommt zumindest auf Sehhöhe.

00:24:23: Hier bei uns, nicht natürlich vor einer oberen Atmosphäre gibt es aber weltweit auch nur drei-vier Kilo Tritum.

00:24:31: Das heißt, das Trituum müssen wir selber erbrüten.

00:24:33: Und wie macht man das?

00:24:36: Das ist ein Bauteil, das nennen wir Brutblänket.

00:24:40: Da drinnen fängt... Kommt das Neutron daher.

00:24:44: Dieses Neutron trifft auf ein Lithium-Sex und dieses Lithium Sechs zerfällt dann im Prinzip.

00:24:52: Die Kunst dabei setzt, dass pro Fusionsreaktion nur ein Lithiums-Seks einen Neutronein fangen könnte weil nur ein Neutro entsteht.

00:25:04: Das heißt damit es wirklich funktioniert und austariert wird müssen wir zwischenzeitlich sogenannten Neutonenmultiplikator einbauen Und dieser Neutronenmultiplikator muss genau so viele Neutrohnen machen, dass man eben ausreichend viel Trizium am Ende des Tages rauskriegt.

00:25:18: Wenn Sie zu wenig Trizum haben, dann haben sie keinen Brennstoff mehr.

00:25:22: Dann würde das Werk sofort oder relativ schnell stoppen.

00:25:27: Wenn sie jetzt aber zuviel Trizuum haben, da haben sie natürlich eine Herausforderung weil sie das müssen Sie einerseits speichern und andererseits hat Trizim natürlich Proliferationsrisiken.

00:25:39: Da müssen Sie sehr genau drauf aufpassen!

00:25:41: Und kann man irgendwie ein System bauen, wo sich diese Verhältnisse zwischen diesen Elementen irgendwie selbst reguliert?

00:25:47: oder muss man das wirklich perfekt ausarbeiten?

00:25:50: So dass so'n Kraftwerk dann keine Ahnung.

00:25:53: Irgendwie mal zwei drei Stunden läuft autark.

00:25:55: Oder kann man es irgendwie sozusagen entwickeln, dass das eben ein selbst balancierenes System am Ende ist?

00:26:01: genau Das ist die Herausforderung in der Fusion.

00:26:03: Sie schaffen jetzt nicht, dass sie ins Labor gehen und und dann mit zwei Reagenzgläsern dahin und her schütten und dann Am ende des Tages sagen so Jetzt habe ich genau mein verhältnis.

00:26:11: Was wir machen ist, wir rechnen das Ganze mit Computermodellen aus.

00:26:16: Da haben wir sehr gute schnelle Codes bereits und designen unser Kraftwerk auf dieser Basis.

00:26:23: Das was uns fehlt und dass was Teil der jetzigen politischen Diskussion und auch die Förderung, die wir erwarten ist, sind jetzt die großen Anlagen, die brauchen um genau diese Codes zu validieren.

00:26:34: Das heißt wo wir erstmals dann Werkstoffe mit den geeigneten Neutronen bestrahlen und dann schauen, ob wirklich das rauskommt was unsere Computersimulationen versprechen.

00:26:44: Dahingehen können wir sagen dass bis jetzt noch nie fundamental etwas anderes herausgekommen ist aber wir halt immer noch Fehlerbalken dabei haben die den wirtschaftlichen Betrieb im Moment oder des Designs nicht sicherstellen können.

00:26:59: Sie haben vorhin dieses europäische gemeinsame ITER-Projekt erwähnt.

00:27:04: Ist das tatsächlich so?

00:27:05: was, um da weiterzukommen in Zukunft?

00:27:07: Was sie jetzt gerade erwähnten und vielleicht können Sie das mal ein bisschen beschreiben, worum es da genau geht?

00:27:12: Also ITER ist sogar weltweites Projekt wird auch oft als des Friedensprojekts bezeichnet.

00:27:17: Da ist China dabei Russland USA und Europa steht in Europa Japan

00:27:23: usw.,

00:27:23: also eigentlich eine weltweite Initiative.

00:27:25: hier geht's darum ein plasmaphysikalisches Betriebsszenario für Diffusion zu bauen.

00:27:33: Das ist eine von mehreren Anlagen, die vor Jahren erdacht worden sind um Diffusionen eben zu ermöglichen.

00:27:41: Eine zweite Anlage ist im Moment IFMIFDONES.

00:27:45: Das steht für International Fusion Materials Irradiation Facility.

00:27:50: Da geht es darum dass wir unsere Materialien zum ersten Mal so schädigen wie einen Kraftwerktest dann machen würde.

00:27:56: Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil sie brauchen für die Auslegung von einem Kraftwerk und für die Lizenzierung vom Komponenten.

00:28:02: Brauchen Sie Materialdaten?

00:28:04: Die haben wir aus jetziger Sicht nicht!

00:28:05: Und das ist auch ein zeitbestimmender Schritt.

00:28:08: Ohne Materialdate dürfen Sie nichts bauen oder können Sie nichts lizenzieren.

00:28:13: und nun lizizieren können Sie nix bauen.

00:28:15: Und es gibt so die untere Grenze wie lang Diffusion brauchen wird eigentlich vor.

00:28:19: Jetzt nehmen wir mal an, wir sind jetzt schon deutlich ein paar Schritte weiter und Kernfusion funktioniert nicht nur wissenschaftlich sondern wir haben auch wirklich dann Kraftwerke schon gebaut.

00:28:28: Wie würden die sich jetzt in ein zukünftiges Energiesystem in Deutschland sehr stark elektrifiziert?

00:28:36: Und sehr viel dezentraler als wir das heute kennen?

00:28:39: also ohne diese großen Kraftwerken höchstens noch mit Kapazitätskraftwerken die nun manchmal einspringen wie würde sich da die Kernfusion einfügen?

00:28:48: Also wir haben den großen Vorteil, dass wir ja in Helmholtz verschiedene Programme haben um genau das zu rechnen und genau das vorherzusagen.

00:28:57: Wie werden da bestmögliche Einsatz?

00:28:59: Die Idee alles zu dezentralisieren ist für Photovoltaik und Wind absolut gut und muss vorangetrieben werden.

00:29:10: Wir dürfen aber nicht vergessen, dass auch Industriezentren in Deutschland haben.

00:29:14: Denken Sie beispielsweise an die chemische Industrie.

00:29:17: Die sind Verbraucher, die enorme Energiemengen brauchen, die sie vor Ort lokal nicht herstellen können.

00:29:24: Und das heißt für mich wird die Fusion dort zum Einsatz kommen wo sie sehr viel Energie konzentriert über vierundzwanzig Stunden brauchen werden.

00:29:36: Früher hätte man da vielleicht Grundlast gesagt.

00:29:38: In Zukunft wo sie ist?

00:29:39: ganz stark eben bei der enerchemischen Industrie, in der Zementindustrie Und beispielsweise ganz wichtiger Markt und auch ein Grund dafür, warum Microsoft einer der größten Geldgeber für die Fusion ist.

00:29:56: Rechenzentren werden in Zukunft einen substanziellen Energieanteil schlucken.

00:30:01: Wie sehr haben Sie das hier gesagt?

00:30:03: fast?

00:30:04: Ein Großteil der Energie wird elektrischer Energie sein.

00:30:07: Ja wir wollen auf alle Fälle so viel wie möglich elektrifizieren.

00:30:12: Denken sie aber daran dass wir auch Wärme brauchen.

00:30:15: Und wenn Sie an die Fusion denken, dann könnten wir den Wirkungsgrad sogar noch mal substanziell erhöhen.

00:30:22: Wenn wir nicht den Umweg über den Strom machen sondern werden wir beispielsweise in der Nähe eines Chemie Parks da ein großes Fusionskraftwerk hinstellen was eben sehr viel Abwärme produziert.

00:30:32: klar der Elefant im Raum ist ja das Fusionskraftwerke natürlich schon PV Wind und vor allem die Lithium-Ionen Speicher komplett obsolet machen, wenn wir billige Energie im Überfluss hätten.

00:30:43: Und damit sozusagen irgendwann zukünftig dieses dezentrale Stromnetz obsolet macht.

00:30:48: Deswegen hat Daniel auch so ganz konkret gerade gefragt.

00:30:51: Das heißt also da gehen die Gedanken noch nicht so ganz konkret wie man denn diese ersten Fusions Kraftwerke dann sozusagen einbetten könnte.

00:30:58: klar in so ganz energieintensiven Industrien ist es natürlich toll und gleichzeitig würde ich sagen Naja, dann würde das quasi Konkurrenz sein zu den Kernkraftwerken aus Frankreich heutzutage wahrscheinlich.

00:31:10: Also erstens einmal glaube ich nie kein seriöser Wissenschaftler der Welt ist der Meinung dass die Kernfusion Photovoltaik PV in Kombination mit elektrochemischer Energiespeicherung obsolet machen würde.

00:31:27: Das soll man mal ganz klarstellen.

00:31:29: Und das finde ich gut, dass Sie das an dieser Stelle sagen, weil das kriegt man ja so ein bisschen in der aktuellen politischen Debatte zumindest mal das Gefühl, dass das irgendwie doch Konkurrenz zueinander sein könnte in der Zukunft?

00:31:40: Ich sage nicht, dass es nicht Konkurrents ist aber nicht im Bereich der Energiesicherheit und Versorgung sondern vielmehr die Konkurrence ist doch offensichtlich!

00:31:51: Der Staat hat endlich viel Geld.

00:31:55: Diffusionsforschung wird viel Geld kosten.

00:31:59: Woher nimmt man das?

00:32:00: Teilweise.

00:32:00: natürlich werden andere Förderprogramme zurückgefahren werden und dahingehend haben wir unmittelbar jetzt eine Konkurrenz, was um Fördertöpfe das angeht.

00:32:10: aber ich sehe eigentlich in Zukunft eine schöne Abgrenzung weil genau die Fusion das leisten kann, was die Dezentralen nicht leisten können und umgekehrt.

00:32:22: Diffusion kann beispielsweise nicht schnell regelbar sein.

00:32:26: Da werden wir Batteriesprecher brauchen oder im Moment hält man Gaskraftwerke dafür vor, was vielleicht auch nicht ewig der Fall sein wird.

00:32:34: Also insofern denken es viel mehr daran dass die eine Vorteile hat in einem Bereich den andere nicht liefern kann.

00:32:41: Okay, aber dann dazu mal direkt die Frage.

00:32:43: Weil wir reden ja jetzt trotzdem über Dinge, die in Jahrzehnten dann wahrscheinlich passieren.

00:32:47: Wir haben jetzt trotzdem diese Zwischenzeit auch zu überbrücken, indem wir immer mehr elektrifizieren und erneuerbare zubauen, aber gleichzeitig wie sie gesagt haben, diese energieintensiven Industrien müssen wir irgendwie dann in den nächsten Jahrzehn bringen.

00:33:00: Das wird im Moment immer diskutiert mit grünem Wasserstoff perspektivisch.

00:33:04: Das heißt das wird sozusagen der größte Konkurrent für die Fusionskraftwerke oder wie?

00:33:09: Ich glaube, dass wir jetzt von einer wissenschaftlichen Betrachtung sehr weit weg in Richtung einer persönlichen Diskussion und ich kann Ihnen da wissenschaftlich nicht viel dazu sagen.

00:33:19: Ich kann Ihnen meine persönliche Meinung dazu sagen.

00:33:21: die größte Herausforderung ist eben im Übergang den nächsten dreißig Jahre oder vielleicht fünfundreißig jahre.

00:33:31: Wie schafft man es?

00:33:33: Dass unsere Gesellschaft wirtschaftlich kompetitiv bleibt und trotzdem diesen Transferschaft Da könnte grüner Wasserstoff eine Rolle spielen, aufpassen.

00:33:46: Grüner Wasserstoff wird nicht in Deutschland entstehen.

00:33:50: Wir machen uns dann wieder so abhängig wie bei den Lieferketten, wie wir es im Moment im Iran haben.

00:33:57: Natürlich diversifizieren wird das sicherlich weniger schlimm sein und ich bin voll der Meinung dass man das tun soll.

00:34:06: nur... hatte wirklich nicht viel davon, dass man sagt das eine oder das andere wird.

00:34:12: Ich habe vor der Dummström aus Frankreich gemacht.

00:34:15: Auch der wird eine Rolle in dieser Übergangszeit spielen solange uns den Frankreich liefert.

00:34:21: Ja ich glaube wir müssen schon über diese Szenarien sprechen weil es läge ja vielleicht auch nahe diese Fusionskraftwerke irgendwo aufzustellen damit Wasserstoff zu machen und dann eben doch irgendwo Green Fuels E-Fuels oder so da einzusetzen für Schifffahrt eben Flugzeuge, Langstreckenflugzeuge wo sie ehrlicherweise im Moment alternativlos sind.

00:34:43: Was halten Sie davon?

00:34:44: Es ist auf alle Fälle eine Möglichkeit das Spreche ja dafür dass sie ein Versionskraftwerk im Prinzip im Dauerbetrieb erhalten und dann eben grünen Wasserstoff E-Fuels als Speichermedium benutzen beziehungsweise dann in die Anwendung zum Energietransport zu würden.

00:35:00: Das ist ein absolut sinnvolles Szenario.

00:35:04: Sobald ich das in der Vorbereitung mitbekommen habe, gibt es ja schon Berechnungsstudien die die Erzeugungskosten durchgerechnet haben.

00:35:12: Das heißt wie das so gegenüber der Windkraft steht.

00:35:17: Können Sie uns das mal nennen?

00:35:19: Was werden da für Spannen diskutiert?

00:35:21: Ich halte nichts von diesen Kostenrechnungen schlichtweil als Sicht eines Materialwissenschafters Die Fehlerquellen noch viel zu groß ist.

00:35:32: Wie gesagt, wenn das Kraftwerk für fünf Jahre mehr oder weniger im Dauerbetrieb ist, dann stelle ich mal durchaus Kosten vor die unter dem von einem Kernkraftwerk liegen.

00:35:41: Aber wenn es eben nicht der Fall ist, wenn es sehr wartungsintensiv wird, können die Kosten auch relativ schnell höher sein als im Moment der Stromarkt.

00:35:51: Das erlauben würde und dann wäre Fusion nicht kompetitiv.

00:35:55: Eine Sache müssen wir halt aber auch klarstellen Wir sprechen immer als Verbraucher von unseren fünf und dreißig Cent pro Kilowattstunde.

00:36:03: Und die geht es wahrscheinlich in Zukunft gar nicht mehr.

00:36:06: Es ist für mich außer Frage, dass am einundzwanzigsten Juni um zwölf Uhr Mittag in Deutschland die Photovoltaik die günstigste Energieform sein wird?

00:36:17: Es ist aber auch außer Frage hoffentlich für jedermann, das dies am einunzwanziger Dezember um Mitternacht nicht der Fall sehen kann.

00:36:25: Und genau das wird die Nische der Fusion sein wo sie eben in diesen Zeiten uns dauerhaft mit Energie versorgen kann.

00:36:35: Und die Überproduktion dann vielleicht sowifels gesagt in e-Fuels für den Wasserstoff oder so reinstecken können.

00:36:42: Super, super interessant weil da steckt jetzt ganz viel drin in diesem Satz.

00:36:46: Da geht es dann eben doch irgendwie ein bisschen in Konkurrenz zu zum Beispiel den stationären Lithium-Ionenbatterien, die ja im Moment ganz stark ausgebaut werden.

00:36:54: In Deutschland in verschiedensten Formen und für verschiedenste Aufgaben.

00:36:59: Herr Kirchleichner jetzt muss ich Ihnen trotzdem zum Ende dieses Interviews trotzdem nochmal die Frage stellen.

00:37:03: Kernspaltung und Kernfusion?

00:37:05: können Sie da noch mal ganz konkret die Vor- und Nachteile auflisten?

00:37:09: Das eine ist ja jetzt schon skaliert und das andere verspricht Andere Verbesserung ist aber noch in den Kinderschuhen.

00:37:16: Können Sie das noch mal perspektivisch in Verbindung setzen?

00:37:18: Der große Vorteil der Kernspaltung ist, dass hier die Physik relativ einfach ist und das Ding von alleine ablauft.

00:37:26: Das ist aber gleichzeitig auch ihre größte Gefahr.

00:37:29: Wir müssen technisch Riesenvorkehrungen treffen um es zu vermeiden Dass sie das selbstständig tut Und wie wir in der Vergangenheit gesehen haben ist es uns nicht immer gelungen das zu tun.

00:37:41: Im Vergleich dazu hat die Fusion den Vorteil, dass sie intrinsisch sicher ist.

00:37:45: Das werden wir Sie richtig machen, das wir keine langlebigen Radiolisotope erzeugen und die Entleiberung benötigen.

00:37:55: Zusätzlich im Vergleich vielleicht zu anderen Energieformen der Einsatz von Brennstoff wirklich sehr gering ist.

00:38:05: mit einem Kilogramm Brennstoff können Sie da relativ lang heizen.

00:38:07: es ist mehr als vier Größenordnungen was Sie weniger an Brennstopfe einsetzen müssen Und das ist etwas, was gerade in der Zeit, wo es um resiliente Lieferketten und so geht ein Argument, dass vielleicht noch zündet werden könnte.

00:38:23: Dann letzter kleiner Kommentar.

00:38:25: Hier würde ich schon noch ganz gerne von Ihnen hören, es gibt ja diese populären Small Modular Reactors.

00:38:31: Diese kleinen Atomkraftwerke die in den letzten Jahren immer mal wieder über die Ticker gelaufen sind.

00:38:36: Glauben Sie das die kommen?

00:38:37: Kann man das mit Fusionskraftwerken irgendwie auch machen also verkleinern und modular einsetzen?

00:38:43: oder ist das am Ende alles Quatsch?

00:38:45: Die Fusionsleistung eines Fusion Plasmas skaliert mit dem Volumen glaube ich, zur dritten Potenz.

00:38:54: Das heißt wenn Sie das Ding klein Tabletop bauen dann ist es zwar sehr charmant aber es ist viel härter für sie dass sie jemals ein Energieüberschuss erzeugen.

00:39:04: und das ist genau das große Problem der Fusion.

00:39:07: damit unsere Anlagen funktionieren brauchen sich große Anlagen immer mal beispielsweise in die Batterietechnik.

00:39:14: Sie können in einer Schule mit ihren Schülern von der Zitronen-Batterie bis zum Exzellenzklass der Polis am KIT durchgehend skalieren, sie können mit einer ganz kleinen Arbeitsgruppe und Sie kennen das mit weltweiten Experten machen.

00:39:28: Das funktioniert bei der Fusion nicht!

00:39:30: Sie können eine Fusion-Anlage nur dann bauen wenn sie riesengroß ist und damit erzeugt sie automatisch enorme Kosten und damit dauert es automatisch sehr lange bis Sie das bewilligt haben gebaut haben und die nächste Iterationsschritt haben.

00:39:46: Das heißt, es ist fall forward.

00:39:48: Was man beispielsweise bei vielen Technologien zu entwickeln hat oder was der Elon Musk mit seinen Raketen treibt, die jeden Tag um die Ohren fliegen.

00:39:57: Das kennen wir bei der Fusion nicht schlicht weil das Ding zu groß ist.

00:40:00: Können Sie zum Schluss bitte nochmal zusammenfassen?

00:40:03: Woran erkennen wir denn jetzt so, sagen wir mal in den nächsten zehn Jahren ob Fusion wirklich dann auch auf diesem Kraftwerkskurs ist.

00:40:11: Welche Wegmarken gibt es da irgendwie vielleicht die besonders wichtig sind dass sie genommen werden und wo wir dann als Laien irgendwie sagen okay jetzt geht das in die absolut richtige Richtung.

00:40:21: Danke für diese Frage.

00:40:23: der erste große Durchbruch wird Q größer eins für die Fusion sein.

00:40:28: Das wird der öffentlichkeitswirksame Punkt sein, der aber für viele Leute in der Fusionsforschung eigentlich nur Frage der Zeit ist.

00:40:37: Der Bau des ersten Demonstrationskraftwerks gegen Ende der dreißiger Jahre, das könnte dann wirklich der ganz wichtige Punkt sein nicht aus wissenschaftlicher, nicht aus technologischer Sicht.

00:40:49: Aber dann erwarte ich mir dass ganz in der Breite die Energieversorger einsteigen und dann in diese Technologie investieren.

00:40:56: Das ist jetzt etwas, was wir schon auf sehr hohem Niveau sehen.

00:40:59: Sobald Risikokapital da drinnen ist, komplementieren Sie die staatliche Förderung, wenn wir auf einmal wesentlich mehr Geld zur Verfügung können beschleunigen und deshalb das Demonstrationskraftwerk wird vor allem aus wirtschaftlicher Sicht ein Gamechanger sein weil wir dann eben mit den Energieversorgern in die breite Masse gehen könnten.

00:41:20: Herr Kirchlechner, herzlichen Dank für das Interview für Ihre Einschätzung und dass Sie hier ja so einiges gerade gerückt haben was vielleicht in den Medien manchmal ein bisschen doch zu unterkomplex diskutiert wird.

00:41:30: Liebes Publikum schreibt uns gerne mal eure Gedanken dazu in die Kommentare und ansonsten sind wir wieder am nächsten Sonntag für euch da!

00:41:36: Macht's gut bis dahin tschüss.

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