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Die Politik bremst die Energiewende aus – die Technik ist längst da! Prof. Jan Rosenow

Shownotes

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Deutschland hat Wind- und Solarenergie massiv ausgebaut. Wärmepumpen werden zur wichtigsten neuen Heizung, Elektroautos setzen sich zunehmend durch und auch viele Industrieprozesse könnten längst elektrifiziert werden. Trotzdem wirkt es oft so, als würde die Politik ausgerechnet jetzt auf die Bremse treten. Ist die Politik inzwischen selbst zum Hindernis der Energiewende geworden? Darüber sprechen wir mit Prof. Jan Rosenow, Professor für Energie- und Klimapolitik an der Universität Oxford. Seine Beobachtung: Technologie, Markt und teilweise sogar die Gesellschaft sind inzwischen weiter als die Politik. Wir diskutieren, warum Strom in Deutschland gegenüber Gas noch immer so teuer ist, was das politische Hin und Her für Wärmepumpenhersteller und andere Investoren bedeutet und warum China mit langfristiger Planung bei Elektrifizierung und Industriepolitik so viel schneller vorankommt. Außerdem geht es um die Frage, ob „Technologieoffenheit“ wirklich Investitionen ermöglicht oder am Ende zu Stillstand führt. Welche Rolle spielen etablierte Industrien und Lobbyinteressen? Warum wird die nächste Phase der Energiewende stärker bei Haushalten, Verkehr und Industrie stattfinden? Und wie müsste ein Stromsystem aussehen, das Elektrifizierung tatsächlich wirtschaftlich attraktiv macht?

Im Geladen-Podcast setzen sich Daniel Messling und Patrick von Rosen mit ihren Gästen wissenschaftlich mit den Themen Energiewende, Elektromobilität, Elektroautos und Batterieforschung auseinander. Dieser Podcast wird produziert für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe oft das Gefühl, dass der Markt eigentlich schon weiter ist.

00:00:03: Die Technologie ist weiter und selbst die Gesellschaft ist oft ja schon ein Stück weiter und die Politik hintern ein Stück weit

00:00:10: hinterher.".

00:00:13: Geladen!

00:00:14: Der Batterie-Podcast mit Daniel Messling und Patrick Rosen.

00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zu geladen, dein Batterie-Podcast zur Energiewende.

00:00:25: Ja liebes Publikum wir wollen heute mal die These diskutieren ob die Politik mittlerweile das größte Hindernis der Energiewände ist, die sie ja ursprünglich selbst angestoßen hat damals.

00:00:35: Und dafür haben wir den perfekten Gast hier im Podcaststudio und zwar Prof.

00:00:39: Jan Roseno.

00:00:40: Grüß dich!

00:00:41: Hallo ich freue mich auf unsere Unterhaltung.

00:00:43: Jan du bist Professor für Energie und Klimapolitik an der Universität in Oxford Ganz zugespitzt, Jan.

00:00:49: Wir müssen dieses Thema mal im Podcast ansprechen.

00:00:53: Welche Rolle hat eigentlich die Politik bei der Energiewende?

00:00:56: Wir haben eigentlich die Technik voll im Griff.

00:00:58: Wir haben alle Wärme pumpen

00:00:59: bzw.,

00:01:00: das läuft hoch.

00:01:01: Die E-Autos kommen jetzt eh alle.

00:01:03: Balkon Solar hat mittlerweile jedes Haus gefühlt!

00:01:05: Die Batteriespeicher sind alle so günstig dass man sie jetzt überall skaliert einsetzen kann und man hat das Gefühl... ...die Politik, die topediert diese Entwicklung wo sie nur kann.

00:01:15: Stimmt

00:01:16: das?!

00:01:16: Ja, die Politik hat ja immer unterschiedliche Rollen gespielt in der Geschichte der Energiewende.

00:01:20: Und wenn man sich jetzt mal anschaut beispielsweise wo das Erneuerbare-Energiengesetz in Deutschland herkommt als es damals ausgerufen worden ist von der damals rot-grünen Regierung Die Reaktion auf nur irgendwie zehn Prozent zwölf Prozent Anteil am Strommix von erneuerbaren Energien.

00:01:40: Das war so das Ziel des EEGs Damals also mit erheblichem Widerstand dann angenommen und zum Teil auch verlacht.

00:01:50: Also da ist so ein Beispiel, wo die Politik eigentlich der Gesellschaft weit voraus war und sozusagen nach vorne hin gucken sich einen Ziel gesetzt hat was damals von den ja meisten Medien von der etablierten Stromwirtschaft und der Opposition als völlig unrealistisch dargestellt worden ist.

00:02:11: Und wir wissen jetzt ja alle, dass wir heute so deutlich mehr als zehn- zwölf Prozent erneuerbare am Stromix haben – da sind wir in Deutschland schon weit über fünfzig Prozent!

00:02:20: Und von daher ist das ein Beispiel, wie die Politik auch sozusagen vorwegdenken kann und in diesem Fall vielleicht eher zu konservativ gedacht hat.

00:02:29: Weil wir deutlich mehr geschafft haben als was man damals vermutet hat, was man schaffen könnte.

00:02:34: Aber wir sind natürlich heute auch an einem Punkt angelangt.

00:02:36: Wenn ich mir anschaue, wie wir über das Thema Energiewende sprechen, ist es doch erheblich polarisierter geworden wird sehr viel Unsinn erzählt Und die Politik ist natürlich auch davon stückweit getrieben.

00:02:50: Also ich habe oft das Gefühl, dass der Markt eigentlich schon weiter ist, die Technologie ist weiter und selbst die Gesellschaft ist oft ja schon ein Stück weiter und die Politik hinkt dann ein Stück weit hinterher.

00:03:02: also das ist glaube ich irgendwie so.

00:03:04: eine neue Tendenz sieht man ja auch sehr schön in den USA gerade wo Die Regierung in Washington sagt, wir wollen keinen Solaranlagen, keinen Windenergieausbau mehr haben.

00:03:16: Aber man sieht gleichzeitig Rekordzahlen was die Solarenergie angeht und den Zubau im letzten Jahr unter der Trump-Administration.

00:03:24: also ich denke da gibt es ganz viele Beispiele dafür wo im Grunde genommen die Politik eigentlich gar nicht mehr so einen großen Einfluss hat wie sie es vielleicht mal hatte.

00:03:32: Wir haben also diese Lösung.

00:03:33: Warum wecken die dann trotzdem in der öffentlichen Debatte in Deutschland oft immer noch teurer, komplizierter und auch ein bisschen riskanter so als diese fossilen Technologien?

00:03:42: Vor allem wenn man sich mal vergegenwärtigt dass der Strompreis gut dreimal so teuer ist pro Kilowattstunde wie der Gaspreis kann natürlich nicht so vergleichen.

00:03:51: aber was den Strompreise angeht da könnte die Politik ja durchaus sehr schnell was daran ändern indem zum Beispiel Netz entgelte irgendwie reduziert werden oder auch die Steuern vielleicht komplett wegfallen würden.

00:04:03: Also wie beurteilst du das?

00:04:04: Gerade heute wurde hier von der Regierung in Großbritannien bekannt gegeben, dass sie die Mehrwertsteuer auf Strom komplett auf Null senken.

00:04:15: Das wird jetzt seit dem nächsten Jahr in Kraft treten.

00:04:18: also da kann man schon einiges machen und es wurde ja auch in Deutschland was gemacht.

00:04:21: Man hat ja im Jahr zwanzig dreiundzwanzig dann die EEG-Umlage aus der Stromrechnung rausgenommen und in den öffentlichen Haushalt überführt.

00:04:30: andere Länder haben da auch viel gemacht, die Niederlande, Dänemark beispielsweise.

00:04:34: Und das sind tatsächlich Dinge wo man auch was bewegen kann und denen die Strompreise reduzieren kann und damit durch den Anreiz erhöht zu elektrifizieren, Elektromobilität, Wärmepumpen

00:04:46: etc.,

00:04:47: aber was ich in Deutschland auch spannend fand nochmal um das Thema Wärmpumpen anzusprechen, was du gerade benannt hast Daniel es ist ja so dass wir eine sehr, sehr hitzige Debatte dazu geführt haben sondern im Jahr wo das Thema Wärmepumpe wirklich in allen Medien breit diskutiert worden ist, oft sehr polarisiert diskutiert wurde und es sehr polemisch diskutiert geworden ist.

00:05:10: Aber wenn man sich die Zahlen anschaut... Also im letzten Jahr die Heizung, die am meisten verkauft worden ist in Deutschland war die Wärmpumpe, ne?

00:05:17: Achtundvierzig Prozent Anteil an den gesamten Heizungssystemen, die verkauft wurden sind und damit vor der Gastherme und weit vor Öl, also da hat sich was bewegt.

00:05:29: Und deswegen frage ich mich auch mal wieder ja wir sehen diese extrem überhitzte Diskussion in der Öffentlichkeit aber gleichzeitig sehen wir halt dass die Haushalte, das die Unternehmen glaube ich schon verstanden haben.

00:05:42: Dass ein weiter so wie bisher... Wir machen einfach weiter wie in den letzten fünfzig Jahren, dass es nicht mehr möglich sein wird oder zumindest sehr teuer werden wird und mit hohen Risiken behaftet ist.

00:05:53: also Ich glaub da hat sich schon was verschoben im Bewusstsein der Menschen Und da kann die Politik glaube auch nicht unbedingt so einfach gegenhalten weil das hat sich langfristig verschoben.

00:06:05: Deswegen, das stimmt mich eigentlich eher optimistisch.

00:06:07: Also auch wenn da mal vielleicht jemand kommt oder die etwas populistischer das Thema angeht ich glaube es hat sich im Markt so viel getan dass sich das einig gar nicht mehr aufhalten lässt ist nur noch eine frage sozusagen wie langsam oder wie schnell gehen wir voran und da natürlich die politik schon eine wichtige Rolle zu spielen.

00:06:23: Jetzt nochmal zu dieser Mehrwertsteuer.

00:06:25: in Großbritannien Ich habe es noch nicht gehört wird sich jetzt wahrscheinlich in den nächsten stunden überall rum sprechen Warum machen wir das nicht?

00:06:31: Jetzt mal ganz ehrlich, Netzentgelte, Umlagen und Stromsteuer.

00:06:34: Das ist doch nichts einfaches, ehrlich gesagt, dass die Politik da sagt Wir machen den Strompreis jetzt günstiger, ehrlicherweise bei gestiegenen Kosten Wäre das doch sowieso möglich aus meiner Sicht, dass man eben diese Extrakosten zurücknimmt?

00:06:48: Warum wird das nicht gemacht?

00:06:49: Nicht mal angedacht in Deutschland.

00:06:51: Ich meine es ist auf jeden Fall sinnvoll.

00:06:53: ja also das ist ja auch so was jetzt in der EU-Ebene.

00:06:56: der Elektrifizierungsaktionsplan, der Electrification Action Plan da ist gerade erst publiziert worden und als Teil davon wird vorgesehen, dass die Mitgliedstaaten der EU die Besteuerung von Strom unter das Niveau von fossilen Energieträgern bringen müssen.

00:07:14: Das heißt Strom muss am geringsten besteuert sein, von allen Energietägern und das wird sicherlich was ändern weil in vielen Ländern ist es eben genau andersrum.

00:07:23: da ist Strom am stärksten besteuert.

00:07:26: Aber warum macht die Politik da nicht was?

00:07:28: Ich glaube zum einen liegt es daran, dass es tatsächlich mit natürlich auch irgendwo Verlierer gibt.

00:07:33: Also dann im Zweifelsfall ist das der Bundeshaushalt oder sind vielleicht bestimmte Energieträger, die dann mehr an den Lasten abbekommen also beispielsweise Gas und dann gibt's natürlich ganz viele auch Partikularinteressen, die damit wirken.

00:07:48: Es ist kompliziert!

00:07:49: Die Kosten müssen ja irgendwo umgelagert werden wohin?

00:07:54: Also in den öffentlichen Haushalt, da ist das Finanzministerium dann oft nicht happy und ist dagegen.

00:08:00: Wenn das Ganze dann umgelagert wird auf andere Energieträger, dann gibt es da natürlich auch erheblichen Widerstand.

00:08:06: Und dass verursacht halt... Das ist einfach so lange dauert!

00:08:09: Das ist der Grund warum bis zur Zähre ist und eben nicht mal schnell passiert.

00:08:14: In Großbritannien haben wir schon seit Jahren diese Diskussion.

00:08:16: Das ist schon die Boris Johnson Regierung hat davon gesprochen doch eine Ausbahnaufsierung der Steuern und Umlagen erzielen will.

00:08:25: Und es ist jetzt irgendwie fünf Jahre später, sechs Jahre später – und das ist immer noch nicht wirklich vonstatten gegangen!

00:08:30: Aber es geht keinen Weg daran vorbei.

00:08:33: Letztlich wenn wir das nicht machen, dann ist ja die Alternative nur dass wir unglaublich hohe Subventionen bereitstellen müssen um eben diesen Kostennachteil dem wir durch diese Umlagen und die Steueren sozusagen auch abbilden auffangen zu können.

00:08:50: Du

00:08:50: besitzt

00:08:50: ein E-Auto, dann ist Tibber dein Stromanbieter und zwar unabhängig davon welches Tarifmodell du bevorzugst.

00:08:58: Bei Tibber gibt's nämlich zwei Möglichkeiten deine Kosten zu senken mit dem simple Fixtarif.

00:09:03: da kannst du deinen Haushaltstrom zum Festpreis beziehen und bekommst dabei dank einfachem Ladebonus für jede Stunde die dein Auto eingesteckt bleibt sieben Cent.

00:09:13: gut geschrieben Die sinken so um bis zu Hundert-Achzig Euro pro Jahr.

00:09:19: Oder aber du magst es flexibel und willst so dein Sparpotenzial maximal erhöhen?

00:09:25: Dann ist vielleicht der Smart Dynamic Tarif ideal für dich, dabei beziehst Du Strom zu dynamischen Preisen die sich dann immer am aktuellen Energiemarkt orientieren.

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00:10:01: Um genau zu sein bis zu zweihundertneunzig Euro pro Jahr.

00:10:05: Und es kommt noch besser.

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00:10:14: Kombiniert mit den Ersparnissen durch das preisoptimierte Laden schrumpfen deine Stromkosten um bis zu vierhundertvierzig Euro pro Jahr.

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00:10:38: Alle Infos findest du wie immer unter dem Podcast oder auf tibber.de.

00:10:44: Was wir uns auch immer fragen, vielen Dank für die ganzen Fragen.

00:10:47: liebe Zuhörer und Zuhöhre!

00:10:48: Jan müssen eigentlich die Netze über den Strompreis finanziert werden oder gibt es nicht ganz andere Infrastrukturen, die das ganz anders finanzieren grundsätzlich?

00:11:01: In der Vergangenheit haben Ökonomen eigentlich immer gesagt, nein also die Strompreise müssen die Kosten abbilden.

00:11:09: Man kann jetzt nicht irgendwie dahin gehen und sagen, man finanziert bestimmte Komponenten des Strompreises über andere Wege.

00:11:16: Sondern das soll immer die Kosten abbilden.

00:11:17: Das war sozusagen das Mantra für viele Jahre.

00:11:19: Wenn man jetzt anschaut wo wir hin wollen?

00:11:21: Wir müssen ja wahnsinnige Summen in die Netze investieren um diese Transformation zu erreichen.

00:11:26: aber wenn es einmal finanzierend worden ist, wenn die Infrastruktur da ist oder wenn wir ein Netz gebaut haben was zwei drei vielleicht sogar vier mal mehr Strom bewegen können dann habe ich ja diese hohen Kosten nicht mehr.

00:11:38: Das heißt, ich muss da nur noch die Wartung und Reparatur des Netzes finanzieren aber ich muss nicht mehr diese wahnsinnige Skalierung bezahlen und von daher glaube ich gibt es schon ein gutes Argument zu sagen vielleicht können wir auch einen Teil dieser Ausgaben über andere Wege stemmen und das könnte beispielsweise der öffentliche Haushalt sein.

00:11:57: also natürlich ist aus ökonomischer Sicht weil der sehr puristisch dran geht, völlig unakzeptabel.

00:12:04: Aber wir müssen ja auch pragmatisch sein und anerkennen dass wir hier eine gesellschaftliche Transformation von noch nie gekanntem Ausmaß vor uns haben die unheimlich wichtig ist für die Zukunft der Wirtschaft in Europa, für die Decarbonisierung Klimaschutz Und da können wir glaube ich nicht nur mit alt bewerten der starren Regeln rangehen.

00:12:30: Deswegen, ich denke es muss alles auf den Tisch und da pragmatisch sein und nicht

00:12:33: ideologisch.".

00:12:34: Dann summen wir doch noch mal ein bisschen raus und gucken so auf das Gesamtsystem in Deutschland.

00:12:38: Wir haben in diesem Podcast schon häufig die fünf Jahrespläne in China intimatisiert, was kann in Deutschland von diesen fünf Jahresplanen und auch der Geschwindigkeit der Elektrifizierung dadurch lernen ohne eben dieses autoritäre sozialistische Marktwirtschaftsmodell irgendwie zu kopieren?

00:12:55: Also brauchen wir solche verbindlichen Transformationsfade?

00:12:58: natürlich Wünsche ich mir nicht und ich glaube, wir alle wünschen uns nicht ein politisches System wie in China.

00:13:04: Wir leben in der Demokratie und das soll auch so bleiben.

00:13:06: aber diese Stabilität die den Investoren anbietet, ist extrem attraktiv.

00:13:12: Weil klar ist okay das ist die Stoßrichtung in den nächsten fünf Jahren und zum Teil ja auch darüber hinaus.

00:13:17: Das heißt, Investitionen in bestimmte Sektoren und Technologien sind sehr sicher.

00:13:23: Und wenn jetzt man erst Gegenteil nehmen in vielen europäischen Ländern oder auch in den USA dann ist eine Regierung für vier oder fünf Jahre am Ruder Geht in die eine Richtung, dann kommt die nächste und geht genau in die andere Richtung.

00:13:34: Und das ist natürlich für Investoren und auch die Unternehmen selbst absolutes Gift.

00:13:38: Beispielsweise nehmen wir das Thema Wärmepumpe nochmal.

00:13:40: ich bin Heizungsbauer und habe meine Produktionslinien umgestellt von Gastherme auf Wärmepumpe weil ich denke okay dass wird jetzt hochskaliert und dann kommt eine neue Regierung und sagt jetzt doch nicht Dann gehe ich ja nicht wieder zurück zu den Gasthermen oder wenn dann nur mit sehr hohen Kosten.

00:13:58: Also das macht ja keinen Sinn.

00:13:59: Und gleichzeitig aus Investoren Sicht, wie kann ich denn in den Unternehmen investieren wenn die Politik sich ständig einheit?

00:14:06: Das ist schon ein Problem.

00:14:08: und mit dieser zusehenden Polarisierung denke ich kommen wir da in Fahrwasser was durchaus schwierig ist, was dann letztlich dazu führt dass woanders mehr passiert.

00:14:19: und da sehen wir halt in China und wir sind am Ende dann bilden das Schlusslicht ab und schauen dann irgendwie vielleicht Ein paar Jahre und überlegen, warum sind wir denn nicht schneller gehandelt?

00:14:31: Warum sind wir hier hinten an?

00:14:33: Und andere Länder ziehen uns vorbei.

00:14:34: Das sehen wir auch als eine Out-Industrie.

00:14:36: China war noch vor zehn Jahren kein nennenswertes Exportlander was die Autos angeht.

00:14:41: Mittlerweile ist China, was das Volumen der Autos die exportiert werden, Nummer eins.

00:14:46: Wir sind an allen vorbeigezogen und BYD, das Unternehmen, was ja auch mittlerweile sehr viele Elektroautos in den Markt in Europa bringt, die ziehen an den anderen Autounternehmen immer mehr vorbei.

00:14:59: Das muss einem da schon denken geben.

00:15:00: also die Idee dass wir durch Stillstand es irgendwie schaffen können uns zu schützen von dieser Entwicklung ich glaube die ist verfehlt.

00:15:08: Ich denke wir müssen überlegen okay Was ist eigentlich die Zukunft?

00:15:11: Wo geht es eigentlich hin und wie können wir uns aufstellen, dass wir damit dabei sind.

00:15:16: China ist da mittlerweile sehr weit vorne einfach weil sie früh angefangen haben zu sehen das das die Zukunft ist

00:15:23: eine andere Weg, um jetzt vielleicht wenn man jetzt an China denkt die das einfach von oben nach unten irgendwie beschließen wäre natürlich hier in den europäischen Staaten dass man die Bürgerinnen und Bürger einfach viel mehr mitnimmt.

00:15:35: Das passiert aus unserer Sicht viel zu wenig, da so Leitblanken Politik gemacht werden und ansonsten ja auch dadurch eben gefördert wird, dass eine Transformation auf wirklich kleiner Ebene die Energiewende von unten sozusagen stattfindet das kleine dezentrale Bürgerprojekte viel stärker gefördert werden.

00:15:57: Und dadurch dann auch so eine Begeisterung in der Bevölkerung entsteht.

00:16:00: Die gibt es ja schon.

00:16:01: aber wenn man jetzt gerade natürlich an irgendwie viele Leute denkt die eigene PV oder E-Auto oder sowas haben und da tatsächlich so eine zu wenig und da wird einfach viel zu wenig gefördert aus unserer Sicht.

00:16:14: Ist das auch dein Eindruck?

00:16:16: Ich glaube, dass ist ein ganz wichtiger Mechanismus in dieser ganzen Energiewende-Diskussion.

00:16:19: Wir haben ja es geschafft sehr erfolgreich die Stromindustrie von einer fossilen Energiewirtschaft hinzubewegen zu einer deutlich stärkeren auf die erneuerbaren energienfokussierten Energiewirtschaft.

00:16:30: also in Europa insgesamt sind wir jetzt mittlerweile bei fast Drei Viertel kommen aus erneuerbaren und Atomkraftwerken.

00:16:38: Und nur noch ungefähr ein Vierteln, bisschen mehr vielleicht noch kommt aus den Fossilen.

00:16:42: Aber die nächste Phase der Energiewende Die nächsten zwanzig Jahre da geht es ja jetzt nicht mehr darum den Strom zu dekarbonisieren Das wird demnächst abgeschlossen sein also in den nächsten zehn Jahren.

00:16:52: vermutlich wird das weitgehend abgeschlossen sein.

00:16:54: Da geht's darum die Nachfrageseite zu transformieren, dass heißt Industrie-Haushalte und kommerzielle Gebäude, öffentlichen Gebäuden und Verkehr.

00:17:05: Und das sind alles Bereiche wo wir letztlich die Endkundinnen und Kunden ja ganz stark involvieren.

00:17:12: also ob ich jetzt den Strom beziehe der vielleicht zu zwanzig Prozent, fünfzig Prozent erneuerbaren kommt das merke ich gar nicht.

00:17:19: solange der Strom weiter zur Verfügung steht und die Preise nicht massiv nach oben gehen kann mir das ja relativ egal sein.

00:17:26: aber wenn Transformation der Nachfrage-Seite reden, dann geht es ja letztlich darum dass wir alle neue Technologien nutzen müssen.

00:17:33: Also wenn ich jetzt eine Industrieunternehmen habe muss sich umstellen von einem industriellen Gasboiler auf vielleicht ne Großwärmepumpe oder elektrothermische Speicher oder was auch immer das ist.

00:17:44: Oder wenn ich ein Haushalt bin muss ich irgendwann die Wärmepumpe einbauen Wenn mein Auto nicht mehr läuft muss ich vielleicht eine Elektroauto fahren und so weiter und sofort.

00:17:52: Und das sind ja alles ganz viele Entscheidungen Die getroffen werden von Millionen, von Leuten und Unternehmen.

00:18:01: Und jedes Mal wenn diese Entscheidung getroffen wird gibt es ja immer die alternative Entscheidung.

00:18:07: also ich kann ja auch sagen Ich mache weiter so wie bisher und ich glaube was dann letztlich dazu führt dass jemand die richtige Entscheidung trifft hängt ganz stark davon ab Auch was für Erfahrungen andere damit schon gemacht haben.

00:18:19: Also wenn mein Nachbar meine Nachbarin eine Solarlange auf dem Dach hat und eine Wärmenpumpe und sagt, ey das ist so und so viel günstiger.

00:18:27: Und es funktioniert und alles super dann glaube ich dass natürlich vielen mehr als wenn mir das irgendeinen Politiker einer Talkshow erzählen.

00:18:35: Jan du hast es gemerkt wir haben in den letzten Jahren weil wir diesen Podcast gestartet haben Daniel und ich immer wieder gedacht so ab jetzt ist ein Selbstläufer Ukraine Krieg so ab Jetzt muss doch eigentlich alles Richtung Elektrifizierung laufen.

00:18:47: oder vor zwei jahren also jetzt haben die Leute das verstanden.

00:18:51: Stand jetzt würde ich es irgendwie behaupten.

00:18:53: Ich glaube, jetzt sind wir durchs Gröbste durch die Wärmepumpe des Elektroauto und auch der Speicher letzten Endes.

00:18:59: Der setzt sich jetzt durch.

00:19:00: letzte Frage bevor wir mal ganz konkret über Wärme Pumpe über Elektro Auto und Industrie Sprecher reden würde ich dich nochmal konkret fragen stichwort Technologie Offenheit.

00:19:11: Immer noch das Gefühl, dass die Politik hier eher bremst und dass sie irgendwie nicht verstanden hat.

00:19:17: Dass wir wirklich auf dem Weg Richtung ein hundert Prozent erneuerbarer sind und dass das sowohl günstiger ist, dass das ein richtig gutes Geschäftsmodell ist und einfach die Zukunft hast du?

00:19:27: Das Gefühl, daß jeder in der Politik verstanden habt.

00:19:30: Zwinker, zwinker.

00:19:32: mal zurückgehen zum ersten Automobil.

00:19:34: Es gab ja damals wahnsinnig viele Pferde, die einfach die Kutschen gezogen haben in New York beispielsweise alles voll mit Pferdekutschen.

00:19:44: Die haben damals genauso reagiert wie heute zum Teile der Autoindustrie und lobbyiert gegen das Automobil, also zum Teil stimmt es ja sogar, dass es gefährlicher ist damit zu fahren aber auch zum Teil völlig absurde Anschuldigungen sozusagen in der Öffentlichkeit dann dort breitgetreten.

00:20:03: Und die Mechanismen sind eigentlich immer auf Englisch zu sagen die Incumbens, also die allthergebrachten Technologien, Industriezweige versuchen, den Status quo zu bewahren.

00:20:13: Weil sie natürlich einen eigenen Interesse daran haben dass es so weiter geht wie bisher.

00:20:17: und dann gibt's ja eine Verbandlung auch natürlich der Particularinteressen aus der Wirtschaft mit der Politik.

00:20:23: da besetzt sich das Ganze dann fort Und in der Öffentlichkeit gibt's natürlich immer eine große Gruppe von Leuten die sehr skeptisch sind.

00:20:31: Von daher bin ich dann wenn ich das sehe wie viel heiße Luft erzeugt wird muss ich sagen Ich persönlich regt mich da gar nicht so stark drüber auf, weil ich irgendwie denke das ist sozusagen einfach... Das ist Teil dieser Transformation.

00:20:47: Und wenn wir es nicht hätten, wäre das eher ein Zeichen dass nicht genug passiert.

00:20:50: Es gibt ja diesen Widerstand und diese heißen Diskussionen, die so überhitzte Debatte.

00:20:55: deswegen, weil was passiert?

00:20:57: Wir haben dir jetzt mal drei Beispiele mitgebracht, um diese Ausgangsthese von der Politik als Bremsklotz so ein bisschen zu testen.

00:21:04: Du hast es vorhin schon angesprochen die Wärmepumpendebatte.

00:21:07: Haben wir wahrscheinlich alle noch im Hinterkopf was da so passiert ist?

00:21:10: Jetzt ist die Wermepumpe aber das dürfte mittlerweile auch jedem klar sein einen zentraler Bestandteil der Wärmewände.

00:21:16: Warum wurde das denn hier in Deutschland trotzdem zu einem Kulturkampf-Symbol?

00:21:21: Es sind ja anderen europäischen Ländern tatsächlich nicht so.

00:21:24: Die schütteln teilweise den Kopf in Dänemark.

00:21:26: Was hier so in den Medien, in der Politik, in öffentlichen Debatte so passiert ist?

00:21:31: Ja das ist so.

00:21:32: Ich weiß auch in Finnland gerade in Helsinki bei einer großen Konferenz die können das gar nicht glauben weil also in Finnlands ist die Wärmemarkt einfach standard.

00:21:39: Also wenn man sich anschaut im Wärmemarkt In Finnland fast alle Heizungssysteme die dort verbaut werden sind Wärmepumpen.

00:21:47: Wir haben jetzt gerade zu einem Paper, ein akademisches Paper auch rausgegeben wo wir uns hunderte von Bildzeitungsartikeln angeschaut haben und haben dann versucht rauszukriegen okay dieses Wort Heizhammer oder Heizungshammer-Heizungsverbot wie einfachstreich war das eigentlich?

00:22:05: Und was wir festgestellt haben ist dass es letztlich durch alle Medien getigert wurde ganz stark aufgegriffen auch von den Massenmedien außerhalb der Bildzeitungen und hat sich darüber dann verbreitet, wie so ein Strohfeuer.

00:22:20: Und wir haben festgestellt dass da eben auch sehr viele einfach falsche Informationen.

00:22:24: von Anfang an wurde vom Heizungsverbot beispielsweise gesprochen wo dann irgendwie den Leuten suggeriert worden ist wenn sie eine Gasheizung haben Dann wird die dann irgendwann ihnen weggenommen was natürlich nicht stimmt.

00:22:35: das war ja nie so geplant.

00:22:37: aber diese Rolle der Medien in dem Ganzen Die ist denke ich unterschätzt worden.

00:22:43: Natürlich ist es nicht so nur, weil die Bildzeitung damals Artikel geschrieben hat über den Heizhammer oder den Heitzungshammer.

00:22:50: Dass wir deswegen jetzt dort sind wo wir heute sind dass das Wärme des Heizungsgesetz letztlich ja in der alten Form nicht mehr existieren wird und von der jetzigen Regierung auch gekippt wird und komplett umstrukturiert wird.

00:23:04: ich denke das noch andere Sachen die damit rein spielen.

00:23:06: zum einen war es natürlich auch so dass die Regierung damals nicht wirklich gut vorbereitet war auf die öffentliche Diskussion.

00:23:12: Das ganze Finanzierungspaket war nicht fertig.

00:23:16: Und das Gesetz mit den fünfensechzig Prozent erneuerbaren Energien für neue Heizungen, war aber schon fertig und das ging dann an die Öffentlichkeit.

00:23:25: und dann in allen Talkshows weiß ich noch ganz genau wenn da die Frage kam ja wie soll denn das die ältere Rentnerin in ihrem großen Haus, was schlecht isoliert ist mit der Gasheizung bezahlen können.

00:23:37: Und die Regierung hatte einfach keine guten Antworten weil sie das noch nicht fertig hatten, das Finanzpaket und dazukommt natürlich noch dass es auch ein ganz bewusstes Lobbying gegeben hat also Zukunftgas beispielsweise ist eine Gruppierung wo auch viele der Gastnetzbetreiber mit drin sitzen Und andere haben sich massiv dafür eingesetzt, auch das Thema Wasserstoff auf die Agenda zu setzen.

00:23:58: Das alles in Kombination, denke ich, hat dazu geführt dass wir dann am Ende da sind wo wir heute eben auch sind dass das Heizungsgesetz in der alten Form nicht mehr weiter existiert.

00:24:09: Das neue Gesetz, was jetzt ja vier Tage, fünf Tage bevor der Krieg mit den Osten im Iran losgegangen ist wurde das bekannt gegeben.

00:24:17: Das hat einen ganz anderen Mechanismus.

00:24:19: da sind die fünfundsechzig Prozent raus und wir haben sozusagen so eine Grüngasquote, die vorschreibt, dass jedes Jahr sukzessive ein steigender Anteil von sogenannten Grüngasen also das ist von Biogas- und Wasserstoff im Gasnetz drin sein soll.

00:24:35: Und das wird die Preise natürlich für die Gaskunden auch erhöhen.

00:24:39: Du hast diese Medienkampagne erwähnt, aber dann auch so unterschiedliche Signale aus der Politik.

00:24:43: So die konkreten Zahlen dazu, die bringe ich mal kurz und zwar zwanzig dreiundzwanzig.

00:24:48: da hatten wir dreihundertsechsohnfünfzigtausend verkaufte Wärmepumpen Dann kam der Einbruch.

00:24:53: zwanzich vierundzwanzig Da waren es nur noch hundertdreiundneunzig Und dann eine leichte Erholung dann tatsächlich auf zweieinhalb neunneunzehntausend dann zwanzivfünfundzwanziger Jan, wie groß ist denn so der Schaden?

00:25:05: Wenn jetzt Eigentümerinnen und Eigentömer von Gebäuden eben nicht wissen ob Förderprogramme oder gesetzliche Vorgaben usw.

00:25:13: in zwei Jahren zum Beispiel noch gelten?

00:25:15: also was löst sowas aus?

00:25:17: Es ist extrem schwierig zu prognostizieren wie sich dieser Markt entwickeln wird.

00:25:21: ich würde vorsichtig sagen dass schon ein Großteil der Haushalte mittlerweile verstanden hat das eine neue Gastherme eine riskante Entscheidung ist, auch aufgrund der jetzt ja wieder ansteigenden Gaspreise.

00:25:35: Gerade die letzten zwei Wochen sind die Gaspreis ja schon wieder nach oben gegangen weil die politische Diskussion dort eskaliert.

00:25:41: also ich würde sagen in der Tendenz wird es mich wundern wenn wir auf einmal wieder zu einer Situation zurückgehen wo die Wärmepumpe zehn, zwanzig Prozent Anteil hat und die Gastherme den Markt dominiert.

00:25:51: Ich denke das ist sehr unrealistisch.

00:25:52: Ich kann nur noch mal wieder dran erinnern als der Ukraine Krieg losging.

00:25:55: da haben sich plötzlich Leute immer noch eine Gasheizung eingebaut und jetzt sehen wir diesen Krieg im Iran.

00:26:02: Wir hoffen natürlich, dass das irgendwie die richtigen Signale für Energiewende Deutschland setzt.

00:26:07: aber auch hier hatten wir einen Tankrabatt und ehrlicherweise springt die Politik in Deutschland sofort immer wenn es um Gaspreise geht, die irgendwie zu deckeln oder wenn ja irgendwie Diesel zu teuer wird.

00:26:19: dann sieht man immer einen großen Aufschrei.

00:26:22: Ich finde es wichtig, dass hier ein langfristiges Signal, ein stabiles Signal von der Politik ausgesendet wird.

00:26:28: Springen

00:26:28: wir mal zum nächsten Beispiel in den Elektroauto!

00:26:31: So als unserer Leinsicht.

00:26:32: da sieht man eigentlich in Deutschland beim Elektro-Auto ganz gut wie stark so der Markt auf politische Signale tatsächlich dann reagiert hat.

00:26:40: in der Vergangenheit war denn das abrupte Ende des Umweltbonus Ende zwanzig dreiundzwanzig?

00:26:45: So ein Beispiel dafür wie die Politik zB auch so Vertrauen in eine Technologie zerstören kann.

00:26:51: also Mal als Beispiel, zwanzig vierundzwanzig.

00:26:54: Da wurden dreihundert-achtzigtausend Elektroautos neu zugelassen – fast hundredvierundvierzichttausende weniger als zwanzichdreiundzwantig!

00:27:01: Wir haben

00:27:02: ein Problem in Deutschland.

00:27:03: um mal ganz kurz das Thema abzuschließen vielleicht und dann gehe ich zu den Elektro Autos.

00:27:08: Es ist ja so dass die im internationalen Vergleich die Wärmegruppe in Deutschland extrem teuer ist.

00:27:13: also wir reden ja irgendwie über dreißigtausenden grob pro Wärmepumpe, Luftwärmelpumpe in Deutschland.

00:27:19: In Großbritannien kostet die die Hälfte und Frankreich, Polen, Niederlande deutlich günstiger.

00:27:27: Und das kann man eben nicht mit höheren Lohnkosten oder so erklären.

00:27:30: Das sind ganz viele andere Aspekte, die damit reinfließen.

00:27:32: Wir haben jetzt auch ein Paper was raus kommt in den nächsten Wochen dazu.

00:27:36: Einer der Faktoren könnte die Förderung auch sein.

00:27:38: also da muss man glaube ich schon offen auch darüber reden weil natürlich auch begrenzt Gelder zur Verfügung stehen.

00:27:43: Also deswegen bin ich niemand der sagt müssen unbegrenzt lange fördern und das ist der Weg, weil natürlich auch die Gelder dafür gar nicht bereit stehen.

00:27:51: Also wichtig ist sozusagen diese Förderung dann abzuschmelzen wenn der Markt genug Momentum hat also wenn da wirklich nach vorne geht.

00:27:58: ich denke dieses Aussetzen ist halt problematisch.

00:28:01: Wenn man von irgendwie auf null geht und es wird nicht vorher angekündigt.

00:28:04: Norwegen hat ja schon vor vielen vielen Jahren, also schon vor Jahrzehnten angefangen Elektromobilität auch zu fördern, zu unterstützen und haben dann aber auch angekündigt okay das wird immer weniger werden.

00:28:16: Und jetzt sind die letzten Fördermittel laufen jetzt aus es gibt auch die Steuervorteile irgendwann nicht mehr und dann ist klar der Markt ist sozusagen umgeschwenkt.

00:28:26: wir müssen da jetzt auch nichts mehr machen.

00:28:29: Da sind wir noch nicht in Deutschland natürlich immer noch viel zu tun.

00:28:33: von daher ja Die Frage stellt sich schon, ist das zu schnell passiert?

00:28:39: Hätte man das ruhiger machen sollen mit mehr Vorankündigung.

00:28:43: Ich denke ja...

00:28:45: Was wäre denn aus deiner Sicht wichtiger als solche Kaufprämien?

00:28:48: vielleicht

00:28:49: wenn die laufenden Kosten so einen Vorteil bieten dass auch die vielleicht höheren Kosten des Erwerbs des Autos wieder aufheben?

00:29:00: Das ist ein ganz wichtiger Wendepunkt.

00:29:03: Das geht natürlich wiederum über den Strompreis.

00:29:05: Also wenn wir beim Strompreiss wieder sind, ja wie kriegen wir denn runter?

00:29:07: und der Strom muss günstiger werden für die gesamte Elektrifizierung, die wir vor uns haben?

00:29:12: Und dann brauchen wir weniger Subventionen.

00:29:15: Ich denke das ist der wichtigste Hebel hier.

00:29:17: Gleichzeitig ist es aber auch mittlerweile so dass die Batterien natürlich – das ist ja der Hauptkostenblock immer gewesen bei den Elektroautos – so günstig geworden sind, dass wir jetzt in vielen Märkten schon Kostenparität erzielt haben.

00:29:29: also Es gibt immer mehr Märkte, wo das der Fall ist.

00:29:33: Also abgesehen von den Unterhaltungskosten – also das Laden des Autos versus das Tappetanken des Autors – einfach nur erwerbtes Auto mittlerweile günstiger geworden ist und desto mehr Märkten dass der Fall sein wird und wir dann noch günstigere Unterhaltungskosten haben, dann macht es ökonomisch absolut Sinn, ein Elektroauto zu erwerben und in vielen Ländern ist das ja heute auch schon der Fall.

00:29:58: Also dass ein Elektrauto einfach wirtschaftlicher ist, selbst wenn man sich die Gesamtkosten anschaut.

00:30:02: Das war ja noch vor zehn Jahren ganz anders.

00:30:05: deswegen hatten wir ja auch diese zum Teil sehr hohen Prämien, die dann auch angeboten worden sind.

00:30:11: aber gerade für günstigeren Autos im Markt ist es mittlerweile zum Teil überhaupt nicht mehr nötig, dass es diese Verkaufsprämien gibt.

00:30:18: Also zumindest was die Wirtschaftlichkeit angeht und wir brauchen sie denke ich immer noch gerade um auch vielleicht Haushalte auf niedrigeren Einkommen dahin zu kriegen das sie umschwenken wobei dann natürlich auch der der Gebrauchtwagenmarkt ganz essenziell ist.

00:30:31: also weil die meisten Menschen kaufen ja kein Neuwagen mehr sondern ein gebrauchtes Auto und dieser Gebraucht wagen mark da kommt ja eigentlich jetzt erst für die Elektromobilität.

00:30:40: So langsam sehen wir, dass der auch ins Laufen kommt und ich denke das ist ein ganz wichtiger Faktor.

00:30:45: Jetzt fragen wir uns trotzdem häufiger gerade beim Thema Elektroauto wo ist denn jetzt die Politik?

00:30:51: Tatsächlich in Deutschland ein Bremsklotz und wo schieben wir vielleicht aber auch Probleme, die es eigentlich eher so auf der Hersteller-Seite also den großen deutschen Autobauern gibt.

00:31:00: Eher dann der Politik irgendwie in die Schuhe was aber gar nicht unbedingt so ist.

00:31:04: wie ist das aus deiner Sicht?

00:31:05: Ich meine die Diskussion in Brüssel ist dann interessante.

00:31:08: ja da hat Deutschland eine unrühmliche Rolle gespielt wie ich finde und sich dafür eingesetzt dass das Verbrennerverbot aufzuweichen.

00:31:18: Das ist wiederum nicht hilfreich, weil es letztlich signalisiert wir können eigentlich noch so weitermachen wie bisher oder müssen doch nicht so schnell vorangehen.

00:31:25: und gleichzeitig haben wir eben diese Entwicklung dass chinesische Autos ja mittlerweile einen hohen Anteil haben auch gewinnen konnten in Europa und der steigt jedes Jahr.

00:31:34: Und ich denke da ist das Risiko auch für die Autoindustrie wenn sie zu langsam voran gehen um die Politik nicht entsprechend auch unterstützt und ambitioniert ist, dass dann der Marktanteil immer mehr übernommen wird von anderen Auto Herstellern die dann im Zweifelsfall aus China kommen.

00:31:52: ist glaube ich ein hohes Risiko, dass wir da diese Transformation dann stückweit verschlafen.

00:31:57: Es gibt ja auch einige Autohersteller mittlerweile die da sehr vorausschauend agieren.

00:32:03: VW beispielsweise haben nach dem Dieselgate und nach dem Skandal dort massiv umgeschwenkt.

00:32:08: aber das gibt natürlich noch ganz viele, die gerne noch viele Jahre weiter den Verbrenner verkaufen wollen und an ihren alten Produktionslinien festhalten wollen.

00:32:17: Jan, dann sprechen wir über den dritten Block heute und zwar über die Industrie- und die berühmten Industriestrompreise.

00:32:24: Das wissen noch viele unserer Zuhörer.

00:32:26: Da versprach die Regierung der Industrie einen Brückenstrompreis von sechs Cent pro Kilowattstunde für ungefähr zweitausend Unternehmen.

00:32:36: Am Ende profitierten nur knapp dreihundertfünfzig sehr energieintensive Unternehmen von diesen reduzierten Strompreisen.

00:32:43: Ist das jetzt so ein Beispiel dafür?

00:32:46: Politik sozusagen eigene Zusagen dann doch nicht einhalten konnte oder ja vielleicht auch wollte.

00:32:52: Ja das Thema Industrie Strompreise ist eins was die Gemüter durchaus stimuliert wie wir gesehen haben, nicht nur in Deutschland.

00:33:01: es ist also auch hier ein Riesenthema.

00:33:03: Wir haben ja in Deutschland auch lange eine Situation gehabt wo viele der Umlagen von den Haushalten getragen worden sind EEG Ökosteuer und so weiter.

00:33:14: Und die Industrie hat von vielen Ausnahmeregelungen profitiert.

00:33:18: Wir müssen weg davon, dass es wirklich Sektor für Sektors dann bestimmte Ausnahmeregelungen gibt, sondern eher dahin kommen.

00:33:25: Wie schaffen wir es eigentlich die Strompreise insgesamt zu senken?

00:33:28: Und da geht's halt um das Stromsystem.

00:33:30: Also wie schaffen wir dass wir mehr Flexibilität in den Strommarkt bringen, dass wir Großspeicher haben und dass wir die Netze entsprechend ausbauen.

00:33:41: Das sind ja alles Fragen, die sich auch im Strompreis letztlich niederschlagen.

00:33:45: aber diese spezifischen Förderprogramme jetzt für bestimmte Industriezweige nur vielleicht Die sind ja keine langfristige Lösungen.

00:33:52: Die helfen vielleicht kurzfristig, aber die helfen nicht langfristig mit dem Umbau des Energiesystems was am Ende günstiger sein muss als das was wir momentan haben.

00:34:03: also der Status quo ist ja auch nicht besonders günstig wenn man es anschauen zum Beispiel in Anwerpen da die chemische Industrie.

00:34:09: dort hat er sich jetzt mit den hohen Gaspreisen auch wieder zu Wort gemeldet und gesagt Wir können diesen Standort hier kaum noch halten Und Unternehmen ziehen tatsächlich einfach weg, weil es so teuer geworden ist dort zu produzieren mit den hohen Gaspreisen die wir hier auch in Europa mittlerweile wieder sehen.

00:34:25: Deswegen ist das glaube ich eine größere Diskussion was die Wettbewerbsfähigkeit angeht.

00:34:29: und jetzt gezielte Strompreissenkungen für bestimmte Industriezweige anzubieten Das mag kurzfristig helfen aber langfristig ist nicht die richtige Antwort.

00:34:38: Ja, ich bin dir sehr dankbar dass du das gerade angesprochen hast.

00:34:41: Wir wissen doch die Chemieparks in Ludwigshafen im Bayerischen Chemietreaktor hast du das Beispiel an Werben gebracht Die wollen einfach nicht jetzt irgendwie große Speicher dafür viel Geld hinsetzen, die dann auch irgendwie ganztags betreuen mit eigenen Energie-Experten.

00:34:57: Die dann irgendwie antheilig diesen Strompreis ein Stück weit runter setzen.

00:35:01: Das ist viel einfacher für diese Unternehmen, einfach ins Ausland zu gehen wo der Strompreist grundsätzlich niedriger ist.

00:35:07: Jetzt mal eine sehr provokante Frage... Die Aufgabe dieser Unternehmen, die Energiewende selber voranzutreiben oder ist das die Aufgabe des Staates?

00:35:17: Weil ich kann mir sehr gut vorstellen dass man die Energievende als sehr skeptisch beäugt wenn man mit viel Energie also tatsächlich Arbeit sich da reinfuchsen muss neue Leute einstellen muss und dann irgendwie mit großen Speichern flexibel dann produziert.

00:35:32: Ich weiß nicht ich finde es sehr kompliziert und ehrlicherweise nicht einfach zu kommunizieren.

00:35:36: Also dieses Ziel der hundert Prozent erneuerbaren Energien Und ich kann mir gut vorstellen, dass da dieses Skepsis auch entsteht.

00:35:43: Insofern wie siehst du das?

00:35:44: Zum einen natürlich die grundsätzliche Frage wo wird in Zukunft überhaupt Industrie stattfinden?

00:35:50: ist ja so dass wenn man es anschaut wo wurde in Europa Wo sind die industriellen Cluster?

00:35:55: Das ist ja eine Regel dort wo es günstige fossile Energiequellen gab also Kohle Gas und vor allem Kohle.

00:36:01: Und dort hat sich dann das konzentriert.

00:36:04: Wir müssen aber natürlich uns überlegen, okay wir gehen jetzt in der Energiewende und in Zukunft wird es dann dekarbonisiert sein?

00:36:10: Dann ist es ja nicht dort günstiger zu produzieren wo die fossilen sind sondern ist dort günster zu produziert wo ich an günstigen Strom kommen kann!

00:36:19: Es ist ein politisch extrem schwieriges Thema weil Es natürlich bedeutet, dass vielleicht langfristig eben es nicht möglich sein wird bestimmte Industriezweige auch so zu erhalten.

00:36:30: Weil sich das auch global ja so stark verschiebt und das passiert sehen wir jetzt ja auch schon also das Unternehmen die Entscheidung gegen den Standort in Europa treffen weil sie woanders günstiger an sauberen Strom kommen.

00:36:45: Die Frage die Dürre gestellt hat Patrick irgendwie weit wollen noch diese großen daneben selber sich an der Energiewende so betätigen, dass sie da stark involviert sind.

00:36:53: Ich war beispielsweise letztes Jahr in Ungarn bei der Eröffnung eines thermischen Speichers.

00:36:58: Es waren ein Lebensmittelunternehmen und die hatten elektrothermische Speicher dort gerade eröffnet.

00:37:05: Die haben einfach nur für die Werbe bezahlt, die aus dem elektrotherapischen Speicher rauskam und haben halt vorher vereinbart okay das zahle ich für eine Kilowattstunde Wärme, die dort produziert wird bereitgestellt wird.

00:37:14: Ich will vierundzwanzig Stunden, sieben Tage die Woche diese Wärmer haben Ihr macht den Rest.

00:37:19: Also es heißt ja nicht, dass ich dann einen Team anstellen muss von Leuten die das für mich machen sondern es gibt halt andere der's auch im Auftrag von mir machen können Und ich letztlich dann einfach nur die Wärme, die ich ja will abgreifen kann und dafür bezahle.

00:37:33: Also da gibt es glaube ich schon kreative Lösungen.

00:37:35: Ich wollte eigentlich an dieser Stelle nur wiedergeben dass die deutschen Industrie-Gewerbeunternehmen noch so ein bisschen zögern sich größere Batterien dahin zu stellen um flexible Produktionen zu ermöglichen.

00:37:47: Wir hatten vor fünf oder ... Sechs Folgen, die beiden Phönikon-Gründer Stefan und Franz Josef Pfeilmeier zu Gast.

00:37:56: Die haben uns gesagt naja es sind halt zwei Gigawattstunden an Großspeichern in deutschen Industrien angeschlossen.

00:38:03: das fällt weit hinter die Kapazitäten von Heimspeicheren, von Elektroautos oder dieser Großbatterien, die jetzt kommen.

00:38:09: Insofern die deutsche Industrie zögert nach wie vor diese Flexibilität auch wirklich zu leben und sehr langfristig zu planen obwohl wir uns das im geladen Podcast liebe Hörer wissen, dass uns das natürlich total wünschen würden.

00:38:21: Wir würden diese Bereitschaft sehr begrüßen aber die Realität sieht leider so aus, dass das noch in den Kinderschuhen

00:38:27: ist.".

00:38:27: Das ist ja auch nicht verwunderlich.

00:38:29: also es war ja so in der Vergangenheit, dass beispielsweise die Netzentgelte in Deutschland für die Industrie so gestrickt waren, dass es die sogenannte Bandlastglättung gab.

00:38:36: Also man hat quasi Industrienetzentgelte so gebastelt, dass wenn ich möglichst eine stabile Stromnachfrage darstelle dann kriege ich die günstigsten Netztarife.

00:38:50: Jetzt sind wir natürlich in einer ganz anderen Situation, wo wir eine stärker variable Stromerzeugungseite sehen mit besonders Solar- und Windenergie und eigentlich die Flexibilität brauchen, und sie wünschen.

00:39:03: Und deswegen wird das auch jetzt ja in Deutschland reformiert also dass die Netzentgelter für die Industrie sind ja nicht mehr in Zukunft so wie sie in der Vergangenheit waren, das ist auch gut so.

00:39:11: aber diese Anreize waren einfach nicht da und es würde sogar soweit gehen zu sagen Es gab den Anreiz eigentlich genau nicht flexibel zu sein und deswegen hat sich da auch nicht viel getan.

00:39:19: Aber es gibt jetzt beispielsweise in China Da gabs jetzt gerade ein Paper in Nature Energy was dazu rausgekommen ist Die Idee auch kann ich vielleicht saisonal auch Flexibilität anbieten.

00:39:29: Das fand ich total spannend, also das ist so.

00:39:31: Beispiel Aluminium Erzeugung die Aluminum Hütten in China da gibt es jetzt in den nächsten Jahren massive Überkapazitäten weil der Recyclingmarkt immer weiter wächst und da ist der Energiebedarf deutlich geringer als wenn man Aluminuum herstellt zum ersten Mal.

00:39:48: und die Idee in diesem Paper war ein bisschen zu sagen Vielleicht können wir diese Überkapazitäten nutzen, gerade wenn man saisonal starke Verschiebungen hat.

00:39:55: Also was weiß ich besonders viel Winterzeugung im Herbst dass man dann hoch fährt und dann halt wieder runterfährt, wenn es vielleicht eher Engpässe gibt.

00:40:03: Aber das sind wirklich Wochen oder Monate die über Kapazitäten genutzt werden um... Energie zu verschieben.

00:40:10: Was ich total spannend fand, wo ich da so eigentlich nie von gehört dass es diese Überlegung überhaupt gibt.

00:40:16: aber das ist eine Frage die man auch mitstellen kann.

00:40:19: ja also wie weit kann Industrie... noch über dieses tägliche Management von Lass-Spitzen darüber hinaus Flexibilität anbieten.

00:40:29: Und die haben ausgerechnet, das rechnet sich weil die Energiesystem Kosten, die eingespart werden können deutlich höher waren als die Kosten um diese Überkapazitäten einfach weiter vorzuhalten.

00:40:39: Nehmen wir mal an, du berätst die Bundesregierung.

00:40:42: Wenn die Regierung jetzt in den nächsten zwei Jahren nur drei Entscheidungen treffen dürfte um die Elektrifizierung im Gebäude-, Verkehr- oder auch Industriesektor wirklich tragfähig zu machen welche drei wären das denn?

00:40:53: und was müsste man vielleicht auch so an alten Gesetzen oder Regeln irgendwie dafür hinten runterfallen lassen?

00:40:59: Wir

00:40:59: müssen es schaffen, das Verhältnis von Strompreis zu Gaspreis weiter abzusenken in allen Sektoren.

00:41:06: Also im guten Verkehrssektor ist dann eher das Verhalten des Strompreises zu Benzin und Diesel.

00:41:12: aber in den Haushalten ist es extrem wichtig dass wir das erreichen um eben die Wirtschaftlichkeit zu garantieren und um langfristig die richtigen Anreize zu setzen.

00:41:23: Wenn wir das nicht hinkriegen, dann müssen wir weiterhin diese riesigen Subventionsprogramme vorhalten und das ist denke ich nicht einen Weg den wir gehen sollten sondern wir sollten es eigentlich über den Strompreis machen.

00:41:34: also das ist der erste Faktor und das geht natürlich... Wir haben ja darüber gesprochen, wie man die Netze entgelte gestaltet oder die Umlagen steuern.

00:41:41: da gibt's jede Menge Hebel an denen man drehen können aber das ist glaube ich ganz wichtig.

00:41:45: Der zweite Punkt ist denke ich das ganze Thema Netze, was da ja mit dran hängt.

00:41:51: Also wenn ich versuchen möchte die Strompreise senken muss sich auch ein intelligentes Netzsystem ausbauen und wir haben immer noch sehr viele Ineffizienzen dort wo abgeregelt wird und hohe Kosten entstehen.

00:42:06: Wir wissen dass wir mehr Stromverbrauch haben werden in den nächsten zehn, zwanzig Jahren.

00:42:12: Wir müssen jetzt diese Investitionen tätigen und dafür braucht es, denke ich einen klaren Ausbauplan für die Netze.

00:42:20: Und dann der dritte Punkt ist Planbarkeit und Planungssicherheit.

00:42:26: auch wiederum sektorübergreifend.

00:42:28: Was glaube ich das Gegenteil erwirkt ist dieses Technologieoffenheitsthema, weil das letztlich ja nur sagt wir wissen überhaupt nicht wo es hingeht und wir behalten alle Optionen vor.

00:42:37: aber das führt dann letztlich zu Stillstand Verwirrung und weniger Investition.

00:42:42: also ich glaub Klarheit.

00:42:43: wohin geht die Reise eigentlich?

00:42:44: was wollen wir erreichen?

00:42:46: Das herzustellen wäre extrem hilfreich und das muss ich natürlich dann wiederum in ganz vielen Gesetzesvorhaben widerspiegeln.

00:42:56: Aber so übergreifend, einfach eine klare Narrative wo wollen wir eigentlich hin?

00:43:00: Was ist das Endziel?

00:43:03: wie bauen wir unsere Energiewirtschaft um in den nächsten zehn, zwanzig Jahren?

00:43:09: Und die drei zusammengedacht glaube ich ergeben ein Bild was dann überzeugend ist für die Menschen und für die Unternehmen in Deutschland.

00:43:21: Also so richtig überzeugend, muss ich sagen... Bundesregierungen jetzt bei diesen drei Zielen im Moment jedenfalls nicht.

00:43:28: Ich würde mir nach wie vor, ich glaube da spreche auch mal den geladen Hörern aus der Seele jemanden wünschen, der da absolut motiviert und visionär vorgeht.

00:43:37: Ich glaub so jemandem hatten wir schonmal, den haben wir jetzt erfolgreich abgesägt.

00:43:40: Welche Rolle hat die Politik hier?

00:43:42: Also wenn das jetzt alles Richtung Zukunft ausgerichtet sein soll dann sehe ich da überhaupt keinen Ansatz weil ehrlich gesagt die Politiker reden zum Teil dem Volk irgendwie ein bisschen nach dem Maul.

00:43:52: Da ist niemand dabei der wirklich überzeugt ist jetzt alles Richtung zwanzigvierzig, alles Richtung Strom auszubauen.

00:43:59: Vielleicht haben wir auch einfach erhöhte Anforderungen an Politiker und wir müssten das jetzt einfach alles selber übernehmen?

00:44:06: Wie siehst du das?

00:44:07: Wir haben ja letztlich noch eine Energiekrise die noch nicht bewältigt worden ist.

00:44:10: da sind wir doch mitten drin und das ist natürlich auch ne Prozentpotenzielle Möglichkeit schneller voran zu gehen weil dass Ich glaube, die Menschen dazu bringt das sie sich auf dieses Thema auch stärker konzentrieren und auch die Politik natürlich unter Druck setzt.

00:44:28: Und ich denke so schrecklich dass es jetzt ein Krieg und eine Krise wiederum nötig ist uns vielleicht ein bisschen in geordneteres Fahrwasser zurückzubringen.

00:44:38: Ich glaube schon, dass es diesen Effekt hat weil es erinnert uns natürlich Schmerzsicht daran was noch vor vier Jahre nur her, was dort gewesen ist.

00:44:47: Und wo die Energiepreise natürlich noch mal deutlich höher waren haben wir ja zum Teil zehnfach höhere Gaspreise gehabt in Europa.

00:44:53: jetzt sind sie nur irgendwie doppelt so hoch gewesen.

00:44:55: zur Spitze das war glaube ich im März.

00:44:57: aber ich denke dass das ist nochmal eine Möglichkeit da vielleicht auch ein bisschen schneller voranzugehen und Ich glaube viel passiert halt auch unabhängig von der Politik mittlerweile.

00:45:07: Das dürfen einfach nicht vergessen weil viele Menschen verstanden haben sein kann, dass wir weiter fossile Energieträger verbrennen, ineffiziente Technologien verwenden und uns darauf ausruhen was wir schon irgendwie technologisch erreicht haben sondern das Innovationen eigentlich der Weg nach vorne sein muss.

00:45:29: Und ich glaube es sind viel mehr Menschen schon bei uns was das angeht als als wir vielleicht vermuten.

00:45:37: also ich glaub da hat sich soviel getan und das lässt sich auch nicht mehr aufhalten.

00:45:41: Du beschäftigst dich ja sehr viel mit politischer Kommunikation.

00:45:45: Ist es nicht wirklich so, ich glaube das was Patrick eben auch gerade meinte dass ein bisschen diese Stimmen in der Politik fehlen die wirklich eine positive Zukunftserzählung mit dieser Energiewende haben?

00:45:57: Die wirklich eine Vision ausbreiten.

00:45:59: Wenn wir das und das irgendwie hinbekommen, wenn wir diese Transformation machen, dann wird das und dass besser.

00:46:05: Wir werden auch teilweise günstigere Preise haben usw.

00:46:08: Und natürlich auch des Klima retten dadurch um das Klimaschützen aber eben auch noch andere Anreize.

00:46:14: Ebenso wirklich so eine positive Erzählung.

00:46:16: fehlt das im Moment gerade?

00:46:18: Ja, das fehlt und es gibt wenige Politiker-Politikerinnen die das anbieten.

00:46:25: also Ich glaube, auf EU-Ebene haben wir das mittlerweile.

00:46:29: Also wenn man sich anschaut wie die EU-Kommission jetzt zum Beispiel eine Aktivierungsaktionsplan vorgestellt hat, Jan Jorgensen der Kommissar für Energie in der EU sehr visionär also der Europa als der erste Elektrokontinent und doch noch sehr ambitionierte Sprache, die dort auch verwendet wird.

00:46:49: ich glaube da ist es mittlerweile angekommen.

00:46:53: Aber ich sehe das nur in wenigen Mitgliedsstaaten, auch in der Reaktion jetzt auf die Krise fand ich es sehr spannend.

00:46:58: Ich habe mir genau angeschaut was sind eigentlich die Reaktionen gewesen?

00:47:00: Ihr hattest vorhin kurz angerissen viel so etwas wie Tankrabat oder hier noch mal eine Steuernachlass oder hier vielleicht noch einen kleinen Zuschuss.

00:47:08: Aber es gab wenig Länder, die gesagt haben okay das ist jetzt wirklich eine Möglichkeit nochmal umzudenken und strategisch nach vorne zu gucken.

00:47:14: Was wollen wir eigentlich in den nächsten fünfzehn-fünfzehn Jahren erreichen?

00:47:17: Wie können wir noch schneller gehen?

00:47:19: Und also Frankreich ist die einzige wirklich große Ausnahme, die mir da aufgefallen ist.

00:47:24: Die haben gesagt ok wir wollen bis zwanzig dreißig die Investitionen in der Aktivizierung verdoppeln.

00:47:28: Wir wollen schneller weg vom Gas, wir wollen die Transformation deutlich beschleunigen aber in Europa gab es nicht viele Länder, die in ähnlichen Weg gegangen sind.

00:47:37: Es wäre schön und wünschenswert wenn wir mehr Zukunftsvision hätten und Diskussion über das was sein kann als einfach nur zu zerreden Was vielleicht gerade passiert?

00:47:48: Vielleicht verschiebt sich das nochmal irgendwann in Richtung Positives nach vorne schauen weg von dem Zerreden des etwas was gerade passiert.

00:47:54: Ja, das hoffen wir doch.

00:47:56: Jan, herzlichen Dank für deine Einschätzung und deine Expertise!

00:48:00: Liebes Publikum schreibt ihr uns mal in die Kommentare.

00:48:02: wie seht ihr dass diese Ausgangsthese, die wir heute hier im Gespräch hatten?

00:48:06: ist die Politik wirklich ein Bremsklotz für die Energiewende?

00:48:09: Ansonsten sind wir am nächsten Sonntag wieder auf YouTube oder allen Podcastkanälen.

00:48:14: Macht's gut bis dahin.

00:48:15: Tschüss!

00:48:16: Vielen dank fürs Gespräch.

00:48:17: Patrick Daniel hat Spaß gemacht.

00:48:19: ich freue mich auf die weiteren Erfolgen eures Podcasts.

00:48:22: Wir freuen uns, dass ihr zugehört habt.

00:48:24: Und noch mehr freuen würden Patrick und ich uns darüber wenn ihr diesen Podcast bewertet!

00:48:29: Da gibt's meist so eine Fünf-Sterne Funktion – das ist für uns immer ganz toll, wenn wir wissen was wir in Zukunft besser machen können.

00:48:37: Wenn nicht schon passiert dann abonniert auch gerne den geladen Podcast und empfieh'n uns auch gerne weiter.

00:48:42: Bedanken wollen wir uns bei all unseren Gesprächsgästen speziell unsere Partnerinstituten und natürlich allen die hinter den Kulissen sonst noch mitwirken.

00:48:54: Geladen!

00:48:55: Der Batterie-Podcast mit Daniel Messling und Patrick Rosen.

00:49:02: Dieser Podcast wird produziert vom Helmholtz Institut Ulm, dem Exzellenzklaster Polis & Celeste, dem Center for Electrochemical Energy Storage Ulm&Karlsruhe eine Forschungsplattform des Karlsruher Instituts für Technologie und der Universität Ulm.

00:49:18: Außerdem unterstützen diesen Podcast das Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg.

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